"An Gott kommt keiner vorbei - außer Stan Libuda."

Plakat auf einer Gelsenkirchener Litfaßsäule, ergänzt durch einen Schalke-Fan. Ob darauf "Gott" oder "Jesus" stand, ob es für die Zeugen Jehovas warb, den Prediger Billy Graham oder doch für den Evangelisten Werner Heukelbach: unklar. Es ist eine Ruhrgebiets-Legende - eine besonders schöne.

"Schon wenn er als Kleinkind einen Ball sah, war er nicht mehr zu halten."

Martha Libuda, Reinhards Mutter

"Wenn ihr morgen verliert, zahlt jeder 10.000 Mark Strafe."

Trainer Willi "Fischken" Multhaup am Vorabend des Finales 1966, als er Libuda und seine Pokerpartner beim Zocken erwischt hatte

"Mensch Emma, jetzt müssen wir die 10.000 Mark nicht bezahlen."

Das soll Libuda beim Torjubel zu Sturmpartner Lothar Emmerich gesagt haben.

"Was meinst du, was morgen zu Hause los ist? Zum ersten Mal hat ein deutscher Verein einen Europapokal gewonnen. Die bringen uns um vor Freude!" - "Quatsch, du bist ja verrückt."

Dialog zwischen Alfred "Aki" Schmidt und Libuda im Hotelzimmer nach dem Dortmunder Sieg (laut Fußballmagazin "11 Freunde")

"Deutschlands bester Rechtsaußen aller Zeiten. Alle Welt wusste: Libuda geht rechts vorbei. Und wo ging er vorbei? Rechts."

Klaus Fischer, Schalke-Mittelstürmer, über Libudas unsterblichen Trick

"Diesen Mann kann man nur mit einer Flinte erlegen."

Bulgariens Trainer Stefan Boschkow 1970 bei der WM in Mexiko, nachdem Libuda Bulgarien fast im Alleingang besiegt hatte

"Stan war ein Spieler, der auf Härte reagierte. Wenn er schon bei den ersten Ballkontakten auf die Knochen bekam, war er nicht mehr zu sehen. Das war vor allem auswärts so, wo ihn das Publikum nicht schützen konnte."

Klaus Fichtel, viele Jahre Schalke-Mannschaftskamerad

"Manchmal standen wir in der Mitte und kriegten einfach den Ball nicht, weil Stan auf dem Flügel seinen Zirkus machte. Da konnte es schon mal vorkommen, dass er wartete, bis seine Gegenspieler wieder aufgestanden waren, damit er sie gleich noch mal ausspielen konnte."

"Aki" Schmidt, Dortmunder Mitspieler Mitte der Sechzigerjahre

"Ein außergewöhnlicher Fußballer und ein Riesentyp, der im Training für jeden Scheiß zu haben war. Aber sobald das Spiel vorbei war, hat er Hilfe gebraucht."

Rudi Assauer, langjähriger Schalke-Manager, über seinen einstigen Dortmunder Kollegen

"Fast alles hatte seine Ursache in meiner Verwicklung in den Skandal. Und das ausgerechnet bei mir, der sich nachweislich von allen Schalkern am längsten gewehrt hat, das Spiel zu verschieben. Ich hatte die Lust am Fußball verloren."

Stan Libuda über den Bundesliga-Betrug und die Folgen

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Schalkes Dribbelwunder: 11 Zitate von und über Stan Libuda