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Trainee = jung Ein 36-Jähriger bewirbt sich auf eine Stelle als Trainee, kassiert eine Absage - und klagt: Er habe den Job nur wegen seines Alters nicht bekommen, das sei eine Diskriminierung. Das darf nicht sein, bestätigt das Bundesarbeitsgericht. Wer Stellenanzeigen eigens für junge Leute schreibt, begibt sich auf dünnes Eis.

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Niemanden eingestellt, trotzdem diskriminiert Ein Unternehmen sucht per Stellenausschreibung zwei IT-Mitarbeiter "im Alter zwischen 25 und 35 Jahren". Ein älterer IT-Spezialist, Jahrgang 1956, bewirbt sich dennoch, erhält keine Einladung zum Vorstellungsgespräch. Die Firma führt Gespräche mit anderen Kandidaten, verzichtet schließlich aber auf die Besetzung der Stellen. Der 53-jährige Bewerber klagt, er sei wegen seines Alters benachteiligt worden. Obwohl die Stelle nicht besetzt wurde, wird die Firma wegen Diskriminierung belangt.

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Auch Männer dürfen oben ohne Früher mussten Piloten der Lufthansa stets eine Mütze tragen, Pilotinnen durften die Kopfdeckung weglassen. Diskriminierung von Männern? Ja, entschied das Bundesarbeitsgericht. Der Kläger hatte sich auf das AGG berufen, das Gericht nahm darauf aber gar keinen Bezug - und kam trotzdem zu einer Entscheidung in seinem Sinne.

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Zu dick für die Arbeit? Ein Gärtnerbetrieb schmeißt einen Mitarbeiter raus, der 200 Kilo wiegt: Das führe zu Problemen im Arbeitsalltag, erklärt der Chef. Doch die muss er überzeugend nachweisen, der Chef kommt damit nicht durch.

Ganz bestimmte Frau gesucht Die freie Stelle bei der Berliner Tageszeitung "taz" sollte an eine Frau gehen, und zwar an eine mit Migrationshintergrund. Eine gute Idee? Eher ein Fall von Diskriminierung, entschieden Arbeitsrichter.

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Nur nicht zu viel erzählen Wir wollen keine Frau - ein klarer Fall von Diskriminierung. Von diesem Absagegrund erzählte ein Personalberater der Bewerberin, sie erhielt 8500 Euro von der Firma. Am Ende musste der Headhunter Schadensersatz zahlen.

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Übersicht: Das AGG in Aktion - ausgewählte Fälle