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Ausgabe
1/2017

70 SPIEGEL-Jahre

Kalter Krieg - das lange Ringen zwischen Ost und West

In den Fünfzigerjahren war Deutschland Schauplatz des Konflikts der Großmächte. Heute erlebt die Welt das wieder - ein lauerndes Gegenüberstehen, im Bewusstsein, dass die Explosion möglich ist: die Rückkehr des Kalten Krieges.

Frank Höhne/DER SPIEGEL

Von
Freitag, 30.12.2016   00:00 Uhr

Der Verteidigungsminister ist eine Weltgefahr, objektiv gesehen. Er will die deutsche Atombombe, er ist unberechenbar, er gehört der gegnerischen Partei an, er muss weg. "Ich will, dass dieser Mann aus der Politik verschwindet", sagt Rudolf Augstein über seinen Intimfeind Franz Josef Strauß.

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Aus dem SPIEGEL

Heft 1/2017
70 Jahre SPIEGEL
Wut kann man sich erarbeiten

Der SPIEGEL-Gründer hat drei enge Mitarbeiter in sein Büro gebeten. "Er wolle eine besondere Sache mit uns besprechen", schreibt Georg Wolff an diesem 23. März 1959 in sein Tagebuch. Der frühere SS-Hauptsturmführer im besetzten Norwegen hat es zum stellvertretenden Chefredakteur des Nachrichten-Magazins gebracht. "Haben Sie Juden erschossen?", will Augstein 1951 von ihm wissen. Als Wolff mit Nein antwortet, wird er eingestellt.

Augstein eröffnet den drei Männern, dass er einen Artikel gegen Verteidigungsminister Strauß schreiben wolle. "Der Plan ist alt", notiert Wolff, "schon im vorigen Jahr zeigte A. mir eine Sammlung sehr abstoßender Bilder von Strauß und sagte, dass er diese mal als eine Bildseite bringen wolle. Die Absicht war, Strauß als den Beelzebub der westdeutschen Politik abzumalen. Diese Absicht steckt auch in dem jetzigen Plan eines Aufsatzes über Strauß. A. ließ keinen Zweifel, dass der Aufsatz beleidigenden Charakter haben werde."

Als Chefredakteur Hans Detlev Becker einwirft, man solle auf "Formalbeleidigungen" doch besser verzichten, antwortet Augstein, laut Wolff: "Formalbeleidigungen im Einzelnen nicht, nein, aber insgesamt wird der Artikel beleidigend sein. Wenn es dann zum Prozess kommt, dann soll's mir recht sein. Dafür gehe ich auch sechs Monate ins Gefängnis."

Für Strauß sind Atombomben politische Waffen

Warum dieser erbitterte Feldzug gegen Strauß? Weil der Kalte Krieg in eine neue Phase eingetreten ist. Anderthalb Jahre zuvor, am 4. Oktober 1957, ist es den Sowjets gelungen, den ersten künstlichen Satelliten ins All zu schießen. Der "'Sputnik'-Schock" erschüttert die westliche Welt.

Man muss kein Raketentechniker sein, um den nächsten Schritt zu prophezeien: Bald werden die Sowjets in der Lage sein, statt eines Satelliten eine Atombombe mit ihren neuen Interkontinentalraketen zu transportieren. Dann können sie jedes Ziel in den USA in nur einer halben Stunde erreichen. Die atomare Dominanz der westlichen Supermacht ist damit gebrochen.

SPIEGEL-Quiz "7 mal 10"

Für die Sicherheit Westdeutschlands hat das gravierende Folgen. Bisher gilt die Strategie der massiven Vergeltung. Im Falle eines konventionellen sowjetischen Angriffs in Europa drohen die Amerikaner mit einem vernichtenden atomaren Gegenschlag. Doch nun sind sie bald selbst verwundbar. Werden die USA dann wirklich noch bereit sein, Europa zu verteidigen und so die nukleare Auslöschung ihrer eigenen Großstädte zu riskieren?

Verteidigungsminister Strauß zweifelt daran. Die Amerikaner wollen die nukleare Schwelle nach dem "Sputnik"-Schock anheben, er selbst will sie möglichst niedrig halten. Für ihn sind Atombomben politische Waffen. Jeder Angreifer soll von vornherein wissen, dass er den totalen, nuklearen Krieg riskiert.

Für Augstein ist es eine "Todsünde wider das friedliche Weiterleben der Menschheit", wenn ausgerechnet die Deutschen in dem großen Atomspiel mitmachen wollen. Und dass Strauß die Bombe will, daran zweifelt er nicht. Bei der Besprechung im SPIEGEL, die Wolff in seinem Tagebuch beschreibt, führt er als Beleg ein Interview an, in dem der Verteidigungsminister die Absicht, eine Atombombe zu bauen, nicht geleugnet habe.

Augstein traute Strauß alles zu

"Nicht leugnen heißt in einem solchen Fall, es bejahen", sagt Augstein. Er traue Strauß alles zu. "Nehmen Sie die Intelligenz dieses Mannes. Der hat das beste Abitur am Münchner Gymnasium gemacht. Nehmen Sie, welchen Einfluss der Mann hat. Nehmen Sie, wie der redet."

Es wird noch zwei Jahre dauern, bis 1961 die Strauß-Titelgeschichte ("Endkampf") tatsächlich erscheint. Augstein-Biograf Peter Merseburger hält sie für die wohl "schärfste Polemik gegen einen deutschen Politiker" seit Kriegsende.

Strauß habe ein Gesicht wie ein "stein of beer", wie ein Maßkrug also, zitiert der SPIEGEL das amerikanische Nachrichtenmagazin "Time". Die "Tribune" wird mit der Behauptung wiedergegeben, es sei das Gesicht "eines der gefährlichsten Männer in Europa", und der österreichisch-amerikanische Journalist William S. Schlamm darf über Strauß urteilen, er sei rein äußerlich "fast genau das, was die Franzosen meinen, wenn sie sachlich 'boche' sagen".

Der Verteidigungsminister zieht vor Gericht und behauptet, die Augstein-Polemik enthalte insgesamt 62 Beleidigungen. Als das Gericht 8 davon zunächst verbietet, druckt der SPIEGEL prompt alles, was nicht verboten wurde, ein zweites Mal. Doch so genüsslich Augstein alle Bosheiten über Strauß auch auswalzt - der Kern seines Angriffs ist ein politischer.

"In Franz Josef Strauß haben wir die Verkörperung jenes vielleicht für uns alle tödlichen Tatbestandes", schreibt er, "dass die moralischen Kräfte der Menschheit mit ihren technischen nicht Schritt gehalten haben. Wer so redet, wer so denkt, wer so schreibt, der schießt auch."

Beginn eines erbitterten Wettrüstens

Der Antagonismus des Kalten Krieges schärft die Konturen, die innenpolitische Debatte wird von den Parteien, aber auch von Blättern wie dem SPIEGEL, mit einer Härte geführt, die heute kaum noch vorstellbar ist.

Von den Vierzigerjahren an stehen sich die ehemaligen Weltkriegsalliierten USA und Sowjetunion in einem tödlichen Patt gegenüber. Ein "Eiserner Vorhang" sei vor der sowjetischen Front niedergegangen, schreibt der britische Premier Winston Churchill am 12. Mai 1945 in einem Telegramm an den neuen US-Präsidenten Harry S. Truman, "was dahinter vorgeht, wissen wir nicht".

Der Konflikt zwischen Amerikanern und Sowjets hat mit der traditionellen Rivalität verfeindeter Großmächte um Macht, Einfluss und Territorien wenig zu tun. Im Kern geht es um eine ideologische Auseinandersetzung. Zwei politische System stehen sich unversöhnlich gegenüber: die liberalen, offenen Gesellschaften des Westens und der totalitäre Kommunismus in seiner sowjetischen Variante.

Visual Story zum SPIEGEL-Jubiläum

Die Auseinandersetzung wird weltweit und auf allen Ebenen geführt, auf der politischen, militärischen, wirtschaftlichen und kulturellen. Seit Moskau am 29. August 1949 eine eigene Atombombe gezündet hat, liefern sich beide Seiten ein erbittertes Wettrüsten, das in den kommenden Jahrzehnten mehrfache Overkill-Fähigkeiten produzieren wird.

Zum ersten Mal in der Weltgeschichte können eine politische Entscheidung, eine falsche Einschätzung oder auch nur eine technische Panne das Ende der Menschheit bedeuten. Und die Geschichte wird zeigen, dass die Welt in dieser Zeit ziemlich oft am Rande des nuklearen Infernos steht.

In Europa ist Deutschland der Hauptschauplatz des Kalten Krieges. Der Eiserne Vorhang verläuft mitten durchs Land, auf beiden Seiten stehen sich waffenstarrende Armeen kampfbereit gegenüber, das geteilte Berlin wird zum tragischen Symbol einer Epoche, in der unversöhnliches Freund-Feind-Denken die öffentliche Debatte beherrscht.

Das geteilte Berlin als tragisches Symbol

Im November 1959 gibt der stellvertretende SPIEGEL-Chefredakteur Wolff in seinem Tagebuch eine Diskussion in der Redaktion wieder. Er zitiert Chefredakteur Becker: Niemals dürfe etwas Lobendes über die Regierung, "über Bonn erscheinen - ,wie gut das und das Ministerium dieses oder jenes Gesetz wieder gemacht hat, das darf niemals im SPIEGEL stehen'. Augstein nun: 'Ja, ganz richtig. Ich meine ja auch bloß, dass man so Dinge rauslassen soll wie, dass man (CDU-Bundestagspräsident Eugen) Gerstenmaier wegen seiner kleinen Statur veralbert.' Becker: 'Na, gerade das, meine ich, können wir nicht rauslassen. Wir müssen die Leute attackieren. Das wollen unsere Leser'".

Claus Jacobimeldet sich zu Wort, zwei Jahre später wird er zum SPIEGEL-Chefredakteur aufsteigen: "Wenn die Bundesregierung mal was Gutes macht, dann muss man eben die SPD angreifen und auf der rumkloppen." Darauf Augstein: "Ganz richtig, so muss man das machen. Nur nicht für etwas Stellung nehmen."


DER SPIEGEL

Auszug aus dem SPIEGEL vom 2. Januar 1957

Am 2. Januar 1957 druckt der SPIEGEL ein langes Gespräch ("Der große Prügel") mit Verteidigungsminister Franz Josef Strauß. Beide Seiten schenken sich in dem Interview nichts, aber noch ist das Verhältnis von kritischem Respekt gekennzeichnet. Das ändert sich spätestens mit der Strauß-Titelgeschichte, die im Frühjahr 1961 erscheint ("Endkampf"). Augstein-Biograf Peter Merseburger hält sie für die wohl "schärfste Polemik gegen einen deutschen Politiker" seit Kriegsende. Die beiden Artikel lesen Sie hier.


Das Gut-böse-Denken des Kalten Krieges dominiert die Fünfzigerjahre, warum sollte es vor der SPIEGEL-Redaktion haltmachen? Seit zehn Jahren schon attackiert Augstein die Westpolitik des ersten Nachkriegskanzlers. Er ist der große publizistische Gegenspieler Konrad Adenauers. Erst später wird Franz Josef Strauß in die Rolle des Großgegners wachsen.

Die französische "Le Monde" nennt den SPIEGEL-Gründer einen "célèbre journaliste allemand" und das "enfant terrible de la presse" der anderen Rheinseite. Seine Kolumnen, die er meist unter dem Pseudonym "Jens Daniel" veröffentlicht, finden weltweit Beachtung, in der "New York Herald Tribune" genauso wie in der Moskauer "Prawda".

Augstein hält Adenauers Politik der Westintegration für einen "tödlichen Fehler", weil er befürchtet, dass sie die Wiedervereinigungder beiden deutschen Staaten unmöglich machen wird. Im März 1952 bietet der sowjetische Diktator Josef Stalin den Westmächten in einer Note Verhandlungen über die Wiedervereinigung und Neutralisierung Deutschlands an. Adenauer ist davon überzeugt, dass es sich um ein Störmanöver handelt, mit dem die Westintegration verhindert werden soll.

"Sonderstaat von katholischer Heuchelei"

Mitte 1952 wirft Jens Daniel alias Rudolf Augstein dem Kanzler vor, einen "verbissenen, menschenverachtenden Kampf" zu führen, weil er einen "katholisch-föderalistisch gezähmten Rheinstaat" einem eher protestantisch orientierten Gesamtdeutschland vorziehe. Düster malt er im Oktober die Folgen einer solchen Politik aus: "Die maßlose Not der 18 Millionen Menschen, die wir preisgegeben haben, wird düster über unserer politischen Zukunft hängen, und wer die Hand dazu geboten hat, wird sich verkriechen müssen."

Heute herrscht die Meinung vor, dass Adenauer und Strauß in den Fünfzigerjahren in den entscheidenden politischen Fragen richtig lagen - für die Westbindung der jungen Bundesrepublik, für die Nato, die deutsche Wiederbewaffnung, für die europäische Integration, all das, wofür sie von Augstein bekämpft worden waren.

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Pro-SPIEGEL-Demonstration 1962: In Sorge um den Rechtsstaat

Zum 40. Geburtstag des SPIEGEL begründete er Ende 1986 seine damalige Opposition. "Adenauer wollte einen um jeden Preis westlichen Staat", schrieb Augstein, "erst allmählich, zwischen 1951 und 1961, wurde mir klar, dass es hier nicht verbal, sondern in der Substanz um einen antidemokratischen, antiparlamentarischen Sonderstaat von katholischer Heuchelei ging, den zu bekämpfen der SPIEGEL, außen- wie innenpolitisch, jeden Grund hatte." Und weiter: "Adenauer, der altböse Feind, konnte vom SPIEGEL nur indirekt, über dessen potenziellen Nachfolger Strauß bekämpft werden. Adenauer wollte Atomwaffen für die Bundeswehr, weil er nicht wusste, was das war; der Verteidigungsminister Strauß aber wollte sie, weil er das sehr wohl wusste."

Augstein sei es in jenen Jahren gelungen, schreibt sein Biograf Merseburger, "Franz Josef Strauß für die eher linke Intelligenz der Republik zur Inkarnation von Gefahr und Aggressivität, von Korruption und Machtbesessenheit, zum Abziehbild des Bösen schlechthin zu machen". Eine Rolle, in der Strauß der Öffentlichkeit dann tatsächlich erscheint: in der SPIEGEL-Affäre, 1962, als er, der unliebsamen Berichterstattung überdrüssig, die Werte des demokratischen Rechtsstaats mit Füßen tritt und als Verteidigungsminister zurücktreten muss.

"Neue Ära des Kalten Krieges"

Zu diesem Zeitpunkt ist der Konflikt der Großmächte in Europa buchstäblich einbetoniert. Das Schicksal der jetzt nur noch 17 Millionen Ostdeutschen ist für die nächsten 28 Jahre entschieden. Der Bau der Berliner Mauermacht die DDR-Bürger zu Gefangenen im eigenen Land, aber er stabilisiert gleichzeitig die fragile Lage an der gefährlichsten Front.

Nun aber wird der Kalte Krieg in anderen Teilen der Erde geführt. 1962 steht die Welt in der Kubakrise tagelang am atomaren Abgrund. In Vietnam wird die Supermacht USA von Guerillakämpfern und den Soldaten einer Dritt-Welt-Armee gedemütigt. Ein ähnliches Schicksal erleben die Sowjets später in Afghanistan.

Die Definition des Kalten Krieges als eines Konflikts, der ohne offene militärische Auseinandersetzung geführt wird, gilt ohnehin nur für Europa. In Korea, in Südostasien, in Afrika und in Mittelamerika unterstützen die Supermächte brutale Stellvertreterkriege bis hin zu Genoziden. Sie nehmen vorweg, was die Globalisierung später durch weltweiten Handel bewirken wird: die Auslagerung ihrer kriegerischen "Wertschöpfungskette" in die Dritte Welt.

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70 Jahre: Der SPIEGEL in Zahlen

1991 ist der Kalte Krieg, der nur im Nachhinein als eine Epoche weltpolitischer Stabilität erscheint, zu Ende. Eines der beiden großen Militärbündnisse, der Warschauer Pakt, löst sich auf. Nach Jahrzehnten des Wettrüstens muss die Sowjetunion, erschöpft und ausgezehrt, aufgeben. Im Dezember 1991 wird ihr offizielles Ableben erklärt, der Kalte Krieg ist damit beendet.

Und heute? Im Februar 2016 spricht Russlands Ministerpräsident Dmitrij Medwedew auf der Münchner Sicherheitskonferenz von einer "neuen Ära des kalten Krieges". Es ist eine Anmaßung, denn Russland ist in Wahrheit eine Macht im Niedergang. Doch gerade das macht den russischen Autokraten Wladimir Putin für den Westen zu einem so unberechenbaren und gefährlichen Gegenspieler.

Die Welt ist so unsicher wie schon lange nicht mehr

Die sicherheitspolitischen Experten des angesehenen Londoner IISS-Instituts haben nicht einen, sondern gleich drei kalte Kriege identifiziert. In Europa ist es die Auseinandersetzung mit Russland, die zunehmend auch auf ideologischem Gebiet ausgetragen wird. Die historische Ironie will es, dass Moskau nun nicht mehr kommunistische, sondern rechte und nationalistische Bewegungen im Ausland unterstützt.

Im Nahen Osten weist der Konflikt zwischen dem schiitischen Iran und der sunnitischen Führungsmacht Saudi-Arabien alle Züge eines kalten Krieges auf, inklusive brutaler Stellvertreterkriege im Jemen, im Irak und in Syrien. Die Folgen reichen bis nach Europa: Terror und Flüchtlingskatastrophe.

Der gefährlichste Konflikt aber baut sich in Ostasien auf. Dort haben sich die USA und China in eine strategische Rivalität hineinmanövriert. Beide Seiten planen ernsthaft den Krieg, wissen aber gleichzeitig, dass eine militärische Auseinandersetzung in die Katastrophe führen würde.

Ein Vierteljahrhundert nach dem offiziellen Ende des Kalten Krieges ist die Welt so unsicher wie schon lange nicht mehr. Die westlichen Bündnisstrukturen drohen zu zerfallen, in Washington regiert demnächst ein gefährlicher und unberechenbarer Horrorclown. Gibt es irgendwo Hoffnung?

Der französische Politologe François Heisbourg vom IISS-Institut hat sich intensiv mit dieser Frage beschäftigt. Als er Ende November auf dem Berliner Forum Außenpolitik diese Frage gestellt bekommt, zögert er nur kurz. Dann antwortet er mit einer Silbe. Nein.

insgesamt 2 Beiträge
Mit Denken 22.01.2017
1. Man könnte
den Artikel auch kurz zusammenfassen - der Spiegel, obowhl häufig danebenliegend, hat seine Funktion als Medium erfüllt. Das Stichwort ist Pluralität PS: Jetzt wünsch ich mir nur noch den Spiegel inkl. SPON in der [...]
den Artikel auch kurz zusammenfassen - der Spiegel, obowhl häufig danebenliegend, hat seine Funktion als Medium erfüllt. Das Stichwort ist Pluralität PS: Jetzt wünsch ich mir nur noch den Spiegel inkl. SPON in der Tradition von Dolf Sternberger (als allumfassend gebildeter Journalist ist klar, was gemeint sein solllte)... MfG
Steffen Raschack 22.01.2017
2. nicht ganz so negativ sehen,
denn gerade der Name von Hammerstein steht doch für das Suchende. Vermutlich ist unsere festgefügte Parteiendemokratie, die auf Grund der zahllosen mit ihr verbundenen Pfründe so unflexibel ist, ein wesentlicher [...]
denn gerade der Name von Hammerstein steht doch für das Suchende. Vermutlich ist unsere festgefügte Parteiendemokratie, die auf Grund der zahllosen mit ihr verbundenen Pfründe so unflexibel ist, ein wesentlicher Verhinderungsgrund, neue Modelle sozialer Gerechtigkeit zu schaffen. Soziale Gerechtigkeit, die gleichzeitig mit einer immensen sozialen Einschränkung daherkommen muss, denn viele Weltkonflikte sind ursächlich mit unserem Wohlstand verbunden. Falls wir (Europa) in der Lage sind uns um 30% einzuschränken und gleichzeitig das Gefühl der Verteilungsgerechtigkeit um 30 Prozent zu steigern, würde dies eine Absenkung des durchschnittlichen Einkommens um 30% bedeuten, was bei genauer Prüfung für jeden hinnehmbar wäre und die Verteilungsgerechtigkeit erfordert nur neue Ideen. Individuell könnte man z.B. die Geschlechterfrage lösen, indem Frauen für ihre Leistungen als Mutter besser Aussichten durch längere Fristen im Bafög, oder zur Bewerbung als Beamte bekommen würden, die Dienstaltersstufen im öffentlichen Dienst entfallen, Familien werden gefördert, indem Kinderbetreuung Rentanwartschaft begründet, kein Mütter- sondern Elternrente, soziale Leistungen werden als Sparleistungen gewährt, d.h. keinen Mietzuschuss oder Miethilfe, sondern die Wohnungszuschüsse sind kumulierbar und auf Eigentumserwerb anrechenbar, die wg. Alters Benachteiligten bekommen Krediten zur Firmenschaffung, aussenpolitisch werden Fachkräfte aus Deutschland mit Versorgungsansprüchen in Entwicklungsländer zur Hilfe entsandt. Dies Alles sind Nullsummeninvestitionen, die letztendlich eine Nivellierung zwischen unserem Wohlstand und Ausbildungsreichtum und er Armut in der dritten Welt schaffen, ohne, dass ein'BSP erhöht werden muss. Leider setzt alles nur auf Wachstum obwohl jeder weiss, dass auch dass Apfelbäumchen welches mancher trotz ungünstiger Aussichten pflanzen wollte, eben gerade und auch um zu wachsen, in erster Linie beschnitten und nicht zu weiterem Wachstum angeregt werden sollte.

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