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Quiz der eingewanderten Wörter

Daher kommt der Hallodri

Berserker, Tollpatsch, Hängematte: Viele schöne Wörter haben Migrationshintergrund - und kamen auf abenteuerlichen Wegen nach Deutschland. Wer bescherte uns den Avatar? Oder den Roboter? Testen Sie Ihr Wissen!

New Line Producitons/ interTOPICS/ mptv/ ddp images

Von
Dienstag, 18.06.2019   04:33 Uhr
Für Eilige: Hier geht's direkt zum Quiz

Elegante Dessous gefällig? Charmantes Negligé, schicke Corsage, flamboyantes Bustier? Gibt's in der Boutique um die Ecke. Prall gefülltes Portemonnaie mitnehmen!

Manchmal liegt der Fall ganz einfach: Für Unterwäsche und andere erfreuliche Dinge des Lebens, etwa Satin und Ballett, Rendezvous und Chaiselongue, Cordon Bleu und Bonbon, sind - eh oui - die Franzosen zuständig. Sie haben der deutschen Sprache eine Vielzahl wundervoller Begriffe geschenkt, die selbst dann noch vornehm klingen, wenn es sich um Profanes wie Trottoir und Jalousie handelt.

Kniffliger wird es, sobald die Wörter nicht mehr französisch ausgesprochen werden. Möbel, Kantine, Garantie? Aus Frankreich über den Rhein geschwappt und vor Ort jeglicher Anmut beraubt.

Viel schwerer lässt sich die Herkunft erraten, wenn die Wörter vor ihrer Landung in Deutschland eine längere Reise unternommen haben. Wer hätte etwa gedacht, dass die Inder uns den Bungalow beschert haben? Bagl bedeutet auf Hindi "bengalisch", gemeint waren die traditionellen Dorfhäuser der Bengalen. Die englischen Kolonialherren übernahmen neben der Bauweise (eingeschossig, ebenerdig, breite Veranda) auch den Begriff. Das Wort reiste erst nach England, dann in die USA - und von dort aus nach Deutschland.

Preisabfragezeitpunkt:
13.06.2019, 10:48 Uhr
Ohne Gewähr

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Katharina Mahrenholtz
Horizont und Hängematte: Verliebt in 100 eingewanderte Wörter

Verlag:
Duden
Seiten:
160
Preis:
EUR 15,00

Im jetzt erschienenen Buch "Horizont und Hängematte" erzählen Katharina Mahrenholtz (Text) und Dawn Parisi (Illustration) mit viel Liebe zum Detail, auf welchen oft verschlungenen Pfaden 100 Wanderwörter - von Adieu bis Zoff - ins Deutsche kamen. "Ein Fünftel der deutschen Sprache besteht aus eingewanderten Wörtern. Das ist doch eine Bereicherung", sagt Mahrenholtz.

Manche Denglisch-Feinde hyperventilieren gleich, wenn Youngster beim Meeting ihren Coffee to go schlürfen. Da rät die NDR-Redakteurin zu mehr Coolness: "Manche Wörter verschwinden wieder, andere bleiben", so Mahrenholtz. "So war das schon immer."

Eines ihrer Lieblingswörter ist salopp. Kommt ebenfalls aus Frankreich, ist dort aber ein Schimpfwort: Die Redewendung sale comme une hoppe ("schmutzig wie ein Wiedehopf"), kurz salope, bedeutet bei unseren Nachbarn so viel wie "Schlampe". Der eigentlich hübsche Vogel mit dem langen Schnabel hat einen schlechten Ruf, weil er ab und zu ein übelriechendes Sekret absondert und sein Nest nicht sehr sauber hält. In Deutschland wurde aus der unreinen Wiedehopf-Schlampe ein ziemlich erstrebenswerter Zustand - das Zwanglos-Unbekümmerte.

Wissen Sie, wer der deutschen Sprache den Avatar beschert hat? Woher der Tollpatsch stammt? Und das Shampoo? Finden Sie es heraus! Hier geht es zum Importdeutsch-Quiz.

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