Gesundheit

Glyphosat

EU-Kommission strebt Zulassung bis 2022 oder 2024 an

Am Mittwoch stimmen die EU-Staaten darüber ab, ob das Pestizid Glyphosat weiter erlaubt bleibt. Ursprünglich strebte die EU-Kommission eine Verlängerung um zehn Jahre an - jetzt visiert sie einen kürzeren Zeitraum an.

REUTERS

Monsantos Glyphosat-Produkt Roundup in einem französischen Gartenmarkt (Archivbild von 2015)

Dienstag, 24.10.2017   16:23 Uhr

Die EU-Kommission ist von ihrem Vorschlag abgerückt, die Zulassung des umstrittenen Pestizids Glyphosat für weitere zehn Jahre zu verlängern. Wie ein Sprecher nach der wöchentlichen Sitzung der Kommission sagte, strebt die Behörde nun in Abstimmung mit den Mitgliedstaaten eine Verlängerung um zwischen fünf und sieben Jahre an.

Damit folge man der Risikoeinschätzung des Europäischen Parlaments. Dieses hatte zuvor gefordert, das Mittel bis 2022 schrittweise zu verbieten.

Bei der Abstimmung am Mittwoch wird sich Deutschland voraussichtlich enthalten, weil sich Umwelt- und Agrarministerium nicht auf eine gemeinsame Linie einigen können.

Der Einsatz des weitverbreiteten Unkrautvernichters ist in Europa umstritten: Das Internationale Krebsforschungszentrum IARC stufte Glyphosat als "wahrscheinlich krebserregend ein". Die Europäische Chemikalienagentur (Echa) und die EU-Lebensmittelsicherheitsbehörde (Efsa) kamen zum gegenteiligen Schluss.

Für Ärger hatte die Zulassung von Glyphosat schon 2016 gesorgt. Die EU-Regierungen konnten sich damals nicht auf ein Verbot oder eine Verlängerung einigen. Damit musste die EU-Kommission entscheiden, die die Zulassung dann vorläufig um anderthalb Jahre verlängerte.

wbr/AFP/dpa

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