Gesundheit

Kindersterblichkeit weltweit

1,7 Millionen Neugeborene könnten gerettet werden

Viele Infektionen sind vermeidbar, Medikamente theoretisch vorhanden: Um die Behandlung für kranke oder zu früh geborene Babys weltweit zu verbessern, brauchen Hilfsorganisationen 845 Millionen Euro im Jahr.

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Donnerstag, 13.12.2018   11:22 Uhr

Jedes Jahr könnte der Tod von 1,7 Millionen Babys einer Uno-Studie zufolge mit der richtigen medizinischen Versorgung verhindert werden. Zusätzlich könnten bei Hunderttausenden Babys auch lebenslange Komplikationen verhindert werden, berichteten die Weltgesundheitsorganisation (WHO), das Uno-Kinderhilfswerk Unicef und andere Hilfsorganisationen am Donnerstag in Genf.

Gerade frühgeborenen Babys könne oft mit einfachen Mitteln das Leben gerettet werden. Dazu gehörten die

Erst vor wenigen Monaten hatte Unicef gemeldet, dass im Jahr 2017 5,4 Millionen Kinder ihren fünften Geburtstag nicht erleben. Hinzu kamen in dem Jahr fast eine Million Todesfälle von Mädchen und Jungen zwischen fünf und 15 Jahren. "Das ist durchschnittlich ein Todesfall alle fünf Sekunden", erklärte Unicef. Die Versorgung war allerdings vor Jahren noch wesentlich schlechter: Im Jahr 1990 starben 12,6 Millionen Kinder weltweit.

Um die stationäre Behandlung für kranke oder zu früh geborene Babys auszubauen, seien bis 2025 jährlich etwa 960 Millionen Dollar (845 Millionen Euro) nötig, heißt es in dem aktuellen Bericht. "Wenn es um Babys und ihre Mütter geht, kann die richtige Versorgung zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort den entscheidenden Unterschied machen", sagte der stellvertretende Exekutivdirektor von Unicef, Omar Abdi.

Wo geht es Kindern gut - und wo besonders schlecht?

Rund 98 Prozent der betroffenen Babys sterben in Ländern mit geringen und mittleren Einkommen, vor allem in Südasien und Afrika südlich der Sahara. Regierungen und humanitäre Organisationen müssten dafür sorgen, dass auch dort jeder Mensch und jedes Neugeborene in Not stationär behandelt werden könnten, so die Organisationen. Ihr Aktionsplan sieht unter anderem vor, dass 75 Prozent aller Neugeborenen mit Verdacht auf schwere Infektionen bis 2025 die nötigen Antibiotika bekommen.

Die Weltgemeinschaft hat sich das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 das Überleben von Neugeborenen und Kleinkindern weltweit zu sichern. Zwar gibt es bei der Senkung der Kindersterblichkeit laut Uno-Kinderhilfswerk Unicef weiterhin einen positiven Trend, der Fortschritt geht aber deutlich zu langsam voran.

hei/dpa

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