Gesundheit

Innerhalb weniger Tage

22 Tote bei Masern-Ausbruch auf den Philippinen

Rasant steigende Infektionszahlen, 22 Todesfälle: Auf den Philippinen breiten sich die Masern aus. Der Grund ist möglicherweise ein Impfskandal, bei dem es allerdings um eine andere Viruserkrankung ging.

DPA

Impfung

Donnerstag, 07.02.2019   13:48 Uhr

Bei einem Masern-Ausbruch auf den Philippinen sind innerhalb weniger Tage mindestens 22 Menschen gestorben - womöglich als Folge eines Impfskandals. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden vom Donnerstag grassiert die Krankheit sowohl im Großraum Manila als auch in anderen Provinzen. Allein in der Hauptstadt-Region wurden seit Beginn des Jahres mehr als 440 Fälle gemeldet.

Die Regierung des südostasiatischen Inselstaats führt die hohe Zahl an Erkrankungen auch auf einen Impfskandal zurück: Auf den Philippinen hatte es nach einem Impfprogramm gegen Denguefieber, bei dem das Mittel Dengvaxia des französischen Pharmakonzerns Sanofi verabreicht worden war, mehrere Todesfälle gegeben. Deshalb lassen viele Eltern ihre Kinder generell nicht mehr impfen - auch nicht gegen Masern.

Insgesamt hatten in den Jahren 2016/17 mehr als 830.000 philippinische Kinder den Dengue-Impfstoff bekommen, bis die Regierung das Programm schließlich aussetzte. Der Konzern nahm das Mittel inzwischen aus dem Verkauf.

Appell an die Eltern

Gesundheitsminister Francisco Duque appellierte an die Eltern in den betroffenen Regionen, ihre Kinder gegen Masern impfen zu lassen: "Dies ist eine effektive und sichere Methode, um die weitere Ausbreitung zu verhindern."

MASERN

Masern sind extrem ansteckend. Die Viren werden beim Sprechen, Husten oder Niesen über kleine Tröpfchen in der Luft übertragen. Die Erkrankung geht zunächst mit grippeähnlichen Symptomen und später einem charakteristischen Hautausschlag einher. Die Infektion schwächt das Immunsystem immens, weitere Infektionen sind darum häufig. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO starben 2017 weltweit etwa 110.000 Menschen daran, vor allem Kinder. Ursprüngliches Ziel war es, die Masern bis 2020 auszurotten.

Durch flächendeckend eingeführte Impfkampagnen war die Zahl der Ansteckungen in den vergangenen 17 Jahren insgesamt um 85 Prozent zurückgegangen. Schätzungsweise 21 Millionen Menschenleben seien so gerettet worden, geht aus einer neuen Analyse hervor. Doch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zeigte sich im vergangenen Jahr alarmiert, weil 2017 31 Prozent mehr Fälle gemeldet worden als im Jahr davor. Auch 2018 habe es schon bis November zehn Prozent mehr Fälle gegeben als 2017.

Aktuell meldet die WHO 72 Todesfälle in der Europäischen Region im Jahr 2018, mehr als 82.000 Menschen haben sich infiziert.

Im Video: Gefährliche Verschwörungstheorie - Die bizarre Welt deutscher Impfgegner

Foto: SPIEGEL TV

hei/dpa

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