Gesundheit

Impfungen

Nigeria wird poliofrei - und damit ganz Afrika

Als letztes afrikanisches Land erhält Nigeria den Status poliofrei - damit gilt das Virus auf dem Kontinent als ausgerottet. Doch das bedeutet auch: Geld für die weiterhin wichtigen Impfkampagnen fließt nicht mehr.

Andrew Esiebo
Aus Kano, Nigeria berichtet Martina Merten
Mittwoch, 21.08.2019   11:07 Uhr

Es ist halb acht Uhr morgens, als Ramatu Abdullahi ihren ersten Rundgang entlang der eng beieinanderstehenden Steinhäuser macht. Sie trägt ein langes blaues Gewand über ihrem bunten Kleid, das sie von Kopf bis Fuß vollständig bedeckt. In der Luft hängt ein Geruch aus Essen, Abwasser und Fäkalien. Zwischen den kleinen Häusern fließt ein winziges Rinnsal, vollgestopft mit Plastikabfällen.

Diese Gegend hier, Arbamiyya, eine kleine Siedlung im Bezirk Kanyen der Stadt Kano im Norden Nigerias, sei ihr Zuständigkeitsgebiet, erklärt Ramatu Abdullahi stolz und rückt dabei ihr blaues Gewand an der Stirn zurecht. 332 Haushalte befänden sich in den Steinhäusern. Darin wohnten 241 Kinder unter fünf Jahren und weitere 57 Kinder unter einem Jahr.

Abdullahi, Mitte 40, ist das, was die Fachkräfte der "Global Polio Eradication Initiative" (GPEI) einen "Voluntary Community Mobilizer" (VCM) nennen - eine "freiwillige Gemeinschaftsmobilisatorin". Als eine der Unicef-Frauen sie vor sechs Jahren fragte, ob sie VCM werden wolle, zögerte die Nigerianerin nicht lange. Sie sagte zu - und erhält seither 25 Euro im Monat dafür, dass sie alle Haushalte in ihrer Siedlung über Polio aufklärt, Kinder impft und das alles in vielen kleinen Heftchen haarklein dokumentiert.

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Ramatu Abdullahi vor einem kleinen Haus in der nigerianischen Siedlung Arbamiyya

VCMs seien meist Frauen aus der Gemeinde oder der Siedlung, die sie betreuen, erklärt Anisur Rahman Siddique, der für Unicef in Nigeria die Polioausrottungskampagne leitet. Hier oben im Bundesstaat Kano - dem mit etwa 20 Millionen Menschen bevölkerungsreichsten der 36 Staaten Nigerias - sind Siddique zufolge im Auftrag von Unicef 3800 VCMs im Einsatz. Denn noch bis vor wenigen Jahren stellte der muslimische Staat Kano das Epizentrum der Polioausbrüche dar.

Vor allem, weil religiöse Widerstände der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram zu Problemen bei der Durchimpfung der Kinder mit dem wichtigen Impfstoff führten. Überzeugungsarbeit war gefragt - Arbeit, die Ramatu Abdullahi und ihre Kolleginnen übernahmen. Immer wieder reden sie auf Familien ein, ihre Kinder zu impfen.

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Ein Kleinkind wird geimpft

Abdullahi hält einen Stapel Papiere in ihren Händen. Es ist Tag drei von vier Tagen der aktuellen Impfkampagne. Die meisten Kinder im Alter von null bis fünf Jahren, die in der Siedlung leben, haben den oralen Impfstoff bereits erhalten. Abdullahi kontrolliert in ihren Tabellen, welches Kind beim letzten Durchgang gefehlt hat. Sie kreuzt an, welche Haushalte die Impfung abgelehnt haben. Schreibt Zeichen an die Häuserwände, die nur sie und ihre Kolleginnen lesen können.

"Ich spreche aber nicht nur über Polio", sagt Ramatu Abdullahi, "ich helfe auch bei anderen Fragen." Wieder und wieder erzähle sie den Frauen, wie wichtig Impfungen im Allgemeinen sind. Außerdem kläre sie über richtige Hygiene und Vorsorgeuntersuchungen während der Schwangerschaft auf. Das alles sind Themen, die für das Land und dessen Familien essenziell sind.

Denn: Obwohl beispielsweise Vertreter der Exportinitiative Gesundheitswirtschaft der Germany Trade and Invest (GTAI) Nigerias Gesundheitsmarkt als Zukunftsmarkt für deutsche Unternehmen beschreiben, hinkt das siebtbevölkerungsreichste Land der Erde bei etlichen Gesundheitsindikatoren hinterher. Die Mutter-Kind-Sterblichkeitsrate zählt zu einer der höchsten der Welt, Malaria schreitet ungebremst voran, die nach wie vor hohe Zahl an Kindern pro Frau ist zwar gesellschaftspolitisch akzeptiert, führt aber in den Familien selbst zu noch mehr Armut. Nur etwa jedes dritte Kind erhält alle notwendigen Routineimpfungen.

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Seit Oktober 2012 erhält jeder Supervisor eines VCM-Teams ein Smartphone, das über eine GEO-App verfügt

Und ohne den harten, täglichen Einsatz von Frauen wie Ramatu Abdullahi sähe die Lage im Land noch düsterer aus. Ob es VCMs wie sie aber in Zukunft weiterhin geben wird, ist ungewiss. Denn bald werden die Frauen die 25 Euro, die sie derzeit für ihre Arbeit bekommen, nicht mehr erhalten können. Denn dieses Geld wurde aus dem Gebertopf der "Globalen Ausrottungskampagne des Poliovirus" bezahlt. Und dieses Geld läuft aus.

Der Grund dafür ist eigentlich positiv: Am 21. August 2019 erreicht Nigeria als letztes afrikanisches Land offiziell den Status "poliofrei". Dieser wird vergeben, wenn ein Land drei Jahre ohne neuen Fall des Wildpoliovirus' war. Im kommenden Jahr, nach mehr als 20 Jahren aktiver Kampagne, könnte Afrika dann auch für den gesamten Kontinent das Poliofrei-Zertifikat der WHO erhalten. "Wir sind uns sehr sicher, dass unser Land es schaffen wird", sagt Faisal Shuaib vom nigerianischen Gesundheitsministerium.

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Die Hausapotheke eines Flüchtlingscamps in Abuja, der Hauptstadt Nigerias

Poliofrei zu sein bedeutet dann aber auch: Gebergelder, die seit 1996 in das Land geflossen sind, werden knapper oder fließen gar nicht mehr. Denn das Problem ist ja offiziell gelöst, das Projekt der Poliobekämpfung beendet.

Finanzielle Unterstützer der Global Polio Eradication Initiative (GPEI) waren bisher ausländische Regierungen sowie Geldgeber aus dem privaten und öffentlichen Sektor sowie die Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung und Rotary International. Deren Gelder haben 23.000 Mitarbeiter in ganz Nigeria finanziert - davon allein 17.000 Frauen wie Ramatu Abdullahi, die seit Jahren als VCMs arbeiten. Hinzu kam die Bezahlung von 121.000 Mitarbeitern, die bei jeder zusätzlichen GPEI-Impfkampagne tätig waren.

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Um sicherzustellen, dass kein Kind währen der Impfkampagne übersehen wird, markieren die Helfer den kleinen Finger der Kinder mit einem schwarzen Marker

Doch auch ohne die Gelder muss weitergeimpft werden, damit Polio nicht wiederkommt. Wie soll das gehen? "Die Lücke, die durch den Abzug dieser Gelder bald entstehen wird, wollen wir selbst schließen", sagt Shuaib vom nigerianischen Gesundheitsministerium mit ernster Miene. Auf gar keinen Fall wolle sein Land dauerhaft abhängig von den Gebergeldern sein. Gleichzeitig, fügt er rasch hinzu, könne der "Schockeffekt", den der Abzug der GPEI-Finanzierung bedeute, dadurch verringert werden, dass man das Wissen der Fach- und Einsatzkräfte für andere, neue Programme nutzt.

Als Erstes will das Polio Transition Committee - eine von der Regierung eingesetzte und finanzierte Gruppe an Experten - deshalb nun erfassen, wer von den 23.000 Personen wo arbeitet und was das jeweils kostet, erklärt Ngozi Nwosu, die den Ausschuss leitet. Viele sollen demnach weiterhin in Risikogebieten tätig sein. Dabei soll es nicht nur darum gehen, Polio zu bekämpfen, sondern auch andere Erkrankungen, die durch Impfstoffe zu vermeiden sind, wie Masern, Gelbfieber, Lassafieber oder Meningitis. Woher in Zukunft das Geld genau kommen soll, ist aber offenbar noch unklar.

Seit drei Jahren arbeitet die nigerianische Regierung außerdem am sogenannten Chips-Programm, das Community Health Influencers, Promoters and Services Programme. Damit ist gemeint: Die Aufgaben in der Gesundheitsversorgung einer Gemeinde sollen zusammengeführt werden. Neben VCMs wie Ramatu Abdullahi gibt es derzeit noch Gesundheitsmitarbeiter auf Dorfebene sowie traditionelle Geburtshelferinnen und Gemeindemitarbeiterinnen, die sich speziell um Kinderkrankheiten kümmern.

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"One Drop, one Life" - der Slogan gegen Polio: Ein Tropfen des Impfstoffes muss im Alter zwischen 0 und 5 Jahren mehrfach in den Mund geträufelt werden

Künftig, erklärt Maimuna Sandah Abubakar, leitende Ärztin innerhalb der National Primary Health Care Development Agency - einem Arm des Gesundheitsministeriums - sollen landesweit Chips-Agenten alle diese Tätigkeiten in einer Person verkörpern. Allerdings: Auch hierfür konnten bislang offenbar noch keine Gelder aufgetrieben werden.

Es ist elf Uhr, als Ramatu Abdullahi in einen schmalen Gang zu einem der Steinhäuser einbiegt. Sie ist seit sechs Uhr auf den Beinen, weitere vier bis fünf Stunden liegen noch vor ihr. Die Sonne brennt jetzt heiß vom Himmel. Der Geruch aus dem kleinen Rinnsal ist noch stechender als einige Stunden zuvor. Ein paar Meter weiter wird ein Schaf geschlachtet. Die Reste des Tieres liegen in einer Blutlache. Dessen Augen sind durch die vielen Fliegen kaum noch zu erkennen. Viele der Kinder, die an den engen Häusergängen entlanglaufen, tragen keine Kleidung.

"Durchfall und Hautprobleme haben hier fast alle", sagt Ramatu Abdullahi, während sie das Steinhaus betritt. Ihre Augen strahlen, als sie das Neugeborene der Familie sieht. Es ist das siebte Kind Frau, die Mitte 20 ist. "Die meisten Männer hier haben mindestens vier Ehefrauen", sagt Ramatu Abdullahi beim Rausgehen. Und mit jeder Frau zeugten sie bis zu zehn Kinder. "Wenn ein Mann nur eine Ehefrau hat, ist die Frau darauf sehr stolz", flüstert die Nigerianerin.

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Ramatu Abdullahi überprüft, ob das Kind neben ihr bereits geimpft worden ist und trägt das Ergebnis in ihre Liste ein

Davon, dass es bald keine VCMs mehr geben soll, weiß Ramatu Abdullahi noch nichts. Auch die Pläne, was aus der Polio-Infrastruktur werden soll, sind ihr fremd. Wird Ramatu Abdullahi bald eine Chips-Agentin? Oder verliert sie ihren Job und ihr monatliches Gehalt?

"Geplant ist, etwa 50 Prozent der Frauen aus dem VCM-Netzwerk als Chips-Agenten auszuwählen. Allerdings sollen nur diejenigen der heutigen VCMs das einmonatige Einführungstraining durchlaufen, die lesen und schreiben können", sagt Akubakar. Das sind immerhin gut zwei Drittel, Ramatu Abdullahi ist eine von ihnen.

Abdullahi ist es egal, wer ihren Job organisiert und bezahlt. "Wichtig ist mir, dass wir alle weitermachen können. Wir wollen weiterarbeiten", sagt sie. Die Menschen in der Siedlung Arbamiyya - alle 332 Haushalte - hätten sich an die VCMs gewöhnt. "Sie brauchen uns."

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insgesamt 37 Beiträge
Frittenbude 21.08.2019
1. Verständnisfrage
Zitat Artikel: "Doch auch ohne die Gelder muss weitergeimpft werden, damit Polio nicht wiederkommt." Woher soll Polio denn wiederkommen? Und falls diese Gefahr tatsächlich bestehen würde, welchen Sinn hätte dann [...]
Zitat Artikel: "Doch auch ohne die Gelder muss weitergeimpft werden, damit Polio nicht wiederkommt." Woher soll Polio denn wiederkommen? Und falls diese Gefahr tatsächlich bestehen würde, welchen Sinn hätte dann die Verleihung des Polio-frei-Status? Da müsste die Who sich ja den Vorwurf gefallen lassen, falsch zu handeln. Obige Behauptung verdient daher eine schlüssige Begründung, anstatt einfach in den Raum gestellt zu werden...
Cannonier 21.08.2019
2. zu 1.
Durch grün-esoterisch indoktrinierte Impf-Verweigerer besteht überall die Gefahr dass ein Ueberträger ungeimpft seine Mitmenschen "beglückt" [...]
Zitat von FrittenbudeZitat Artikel: "Doch auch ohne die Gelder muss weitergeimpft werden, damit Polio nicht wiederkommt." Woher soll Polio denn wiederkommen? Und falls diese Gefahr tatsächlich bestehen würde, welchen Sinn hätte dann die Verleihung des Polio-frei-Status? Da müsste die Who sich ja den Vorwurf gefallen lassen, falsch zu handeln. Obige Behauptung verdient daher eine schlüssige Begründung, anstatt einfach in den Raum gestellt zu werden...
Durch grün-esoterisch indoktrinierte Impf-Verweigerer besteht überall die Gefahr dass ein Ueberträger ungeimpft seine Mitmenschen "beglückt" https://www.tagesspiegel.de/wissen/tag-der-kinderlaehmung-polio-gefahr-in-deutschland-nicht-gebannt/23220762.html
butzibart13 21.08.2019
3. Impfen und Geburten
Daran sieht man einmal , wie rückschrittlich Länder wie Nigeria unter dem Einfluss von Boko Haram und ähnlich Pakistan unter dem Einfluss der Taliban hinsichtlich der Impfungen, aber auch der Geburtenraten sein können, nur [...]
Daran sieht man einmal , wie rückschrittlich Länder wie Nigeria unter dem Einfluss von Boko Haram und ähnlich Pakistan unter dem Einfluss der Taliban hinsichtlich der Impfungen, aber auch der Geburtenraten sein können, nur weil irgendwelche radikalen Moslems zu dem raten, was genau nicht erwünscht ist. Es wäre schön, wenn Nigeria, aber auch ganz Afrika in Zukunft frei von irgendwelchen Seuchen, darunter auch Ebola, sein könnte. Wenn es natürlich keine VCMs und kein Geld mehr geben sollte, könnte es düster aussehen.
tinnytim 21.08.2019
4.
So einfach ist die Schuldzuweisung nicht. Es gibt genug Länder, in denen es weiterhin Polio gibt, die keinen Bürgerkrieg haben - unter anderem Russland. Ebola mag sehr häufig tödlich sein, aber die Geißel Afrikas ist [...]
Zitat von butzibart13Daran sieht man einmal , wie rückschrittlich Länder wie Nigeria unter dem Einfluss von Boko Haram und ähnlich Pakistan unter dem Einfluss der Taliban hinsichtlich der Impfungen, aber auch der Geburtenraten sein können, nur weil irgendwelche radikalen Moslems zu dem raten, was genau nicht erwünscht ist. Es wäre schön, wenn Nigeria, aber auch ganz Afrika in Zukunft frei von irgendwelchen Seuchen, darunter auch Ebola, sein könnte. Wenn es natürlich keine VCMs und kein Geld mehr geben sollte, könnte es düster aussehen.
So einfach ist die Schuldzuweisung nicht. Es gibt genug Länder, in denen es weiterhin Polio gibt, die keinen Bürgerkrieg haben - unter anderem Russland. Ebola mag sehr häufig tödlich sein, aber die Geißel Afrikas ist und bleibt immer noch Malaria.
General Ripper 21.08.2019
5.
Das dürfte daran liegen, dass das Virus aus Regionen eingeschleppt werden kann, die (noch) nicht frei von Polio sind. Vor diesem Hintergrund kann auf Impfungen erst verzichtet werden, wenn das Virus weltweit ausgerottet ist. [...]
Zitat von FrittenbudeZitat Artikel: "Doch auch ohne die Gelder muss weitergeimpft werden, damit Polio nicht wiederkommt." Woher soll Polio denn wiederkommen? Und falls diese Gefahr tatsächlich bestehen würde, welchen Sinn hätte dann die Verleihung des Polio-frei-Status? Da müsste die Who sich ja den Vorwurf gefallen lassen, falsch zu handeln. Obige Behauptung verdient daher eine schlüssige Begründung, anstatt einfach in den Raum gestellt zu werden...
Das dürfte daran liegen, dass das Virus aus Regionen eingeschleppt werden kann, die (noch) nicht frei von Polio sind. Vor diesem Hintergrund kann auf Impfungen erst verzichtet werden, wenn das Virus weltweit ausgerottet ist. Auch in Deutschland wird ja weiterhin gegen Polio geimpft. Meines Wissens wird lediglich auf die Pockenschutzimpfung seit Ende der 70er Jahre verzichtet, weil die Krankheit weltweit als ausgerottet gilt. Wer älter als 40 ist trägt dagegen noch die Impfnarben im Oberarmbereich...
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