Gesundheit

Gerichtsurteil

Werbung für Vitamin C in Schmerzmitteln verboten

Dass zugesetztes Vitamin C im Schmerzmittel ASS dem Immunsystem helfe, dürfen Pharmafirmen nicht mehr behaupten. Die Begründung des Oberlandesgerichtes Stuttgart: Die Arznei hat dafür gar keine Zulassung.

Getty Images

Brausetablette gegen Schmerzen

Dienstag, 13.06.2017   16:37 Uhr

Hersteller von Schmerzmitteln dürfen nicht damit werben, dass zusätzlich beigefügtes Vitamin C das Immunsystem unterstütze. Mit solch einer Werbung weise der beklagte Hersteller eines ASS-Präparats auf ein Anwendungsgebiet hin, für welches das Medikament nicht zugelassen sei, entschied das Oberlandesgericht (OLG) Stuttgart in einem am Dienstag veröffentlichten Urteil (Az. 2 U 127/16).

Der erstmals in dem Medikament Aspirin eingesetzte Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS) wird mittlerweile von zahlreichen Generikaherstellern angeboten. Im Ausgangsfall vertrieb das beklagte Unternehmen Brausetabletten mit 600 Milligramm ASS und 200 Milligramm Vitamin C.

Das rezeptfreie Medikament ist für die Anwendungsgebiete "leichte bis mäßig starke Schmerzen" etwa "im Rahmen von Erkältungskrankheiten" oder "Fieber" zugelassen. Keine Zulassung hingegen hat es für die Stärkung des Immunsystems.

Die Werbeaussage "Eine Extraportion Vitamin C unterstützt das Immunsystem" verstößt laut OLG-Urteil deshalb gegen das Heilmittelwerbegesetz. Demnach ist eine Werbung für nicht von der Zulassung erfasste Anwendungsgebiete verboten.

Mehr zum Thema

hei/AFP

Mehr im Internet

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung

TOP