Gesundheit

Statistisches Bundesamt

Zahl der Abtreibungen minimal gesunken

2018 haben knapp 101.000 Frauen in Deutschland eine Schwangerschaft beendet, fast alle Abtreibungen erfolgten innerhalb der ersten zwölf Wochen. Die wichtigsten Informationen zur aktuellen Statistik.

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Mittwoch, 27.02.2019   16:25 Uhr

Die Zahl der Abtreibungen in Deutschland ist im vergangenen Jahr leicht gesunken. 2018 gab es 0,2 Prozent weniger Schwangerschaftsabbrüche als 2017, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Demnach wurden im vergangenen Jahr knapp 101.000 Abtreibungen gemeldet.

Wie ist die letzte Entwicklung in der Statistik?

In den vergangenen 20 Jahren ist die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland zunächst angestiegen und hat dann bis zum Jahr 2016 fast kontinuierlich abgenommen: Brachen 1996 Frauen in knapp 131.000 Fällen eine Schwangerschaft ab, waren es 2016 weniger als 99.000. 2017 verzeichnete das Statistische Bundesamt allerdings wieder einen Anstieg auf mehr als 101.000.

Knapp drei Viertel der Frauen, die 2018 eine Schwangerschaft beendeten, waren zwischen 18 und 34 Jahre alt, 17 Prozent zwischen 35 und 39 Jahre. Die unter 18-Jährigen hatten einen Anteil von 3 Prozent.

Auf welcher Basis erfolgten die Schwangerschaftsabbrüche?

Fast alle Frauen entschieden sich aus persönlichen Gründen dazu, ihre Schwangerschaft abzubrechen: 97.151 Abtreibungen erfolgten nach der sogenannten Beratungsregel. Diese sieht vor, dass Frauen innerhalb der ersten zwölf Wochen auch ohne medizinischen oder kriminologischen Grund straffrei abtreiben können - allerdings nur, wenn sie zuvor eine anerkannte Beratungsstelle besucht haben.

Bei 3815 Fällen gab es einen medizinischen Anlass. 20 Schwangerschaften mussten aufgrund kriminologischer Ursachen beendet werden, etwa nach Vergewaltigungen. Für schwangere Mädchen vor dem 14. Geburtstag gilt diese Indikation grundsätzlich.

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Gibt es regionale Unterschiede?

Die meisten Abbrüche gab es im vergangenen Jahr in Berlin und Bremen, zumindest wenn man die Zahl der Einwohnerinnen berücksichtigt:

Manche Frauen aus ländlichen Gebieten etwa in Bayern oder Niedersachsen müssten weite Fahrten auf sich nehmen, um einen Arzt oder eine Klinik für den Eingriff zu finden, nennt Pro Familia einen möglichen Grund für die Unterschiede. Sieben Prozent der Frauen fuhren demnach 2017 in ein anderes Bundesland, um ihre Schwangerschaft zu beenden.

Wie glaubwürdig ist die Statistik?

Abtreibungsgegner behaupten mitunter, die Zahlen des Statistischen Bundesamtes würden die tatsächliche Zahl der Abtreibungen in Deutschland deutlich unterschätzen.

In Wahrheit sind alle Mediziner in Deutschland per Gesetz dazu verpflichtet, Schwangerschaftsabbrüche zu melden. Übermitteln die Einrichtungen nicht automatisch ihre Zahlen, werden sie zwei Mal schriftlich an ihre Pflicht erinnert. Anschließend verhängt das Bundesamt Bußgelder von bis zu 5000 Euro.

In den meisten Fällen antworteten die Ärzte jedoch spätestens in der zweiten Mahnrunde, schreibt das Statistische Bundesamt auf Nachfrage. Aus diesem Grund sei es unwahrscheinlich, dass bei den Zahlen eine nennenswerte Dunkelziffer existiere.

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Welche Folgen haben Abtreibungen für die Frauen?

Mit seinem Vorhaben, in einer Studie die "Häufigkeit und Ausprägung seelischer Folgen von Schwangerschaftsabbrüchen" untersuchen zu lassen, stieß das von Minister Jens Spahn (CDU) geführte Gesundheitsministerium auf empörte Reaktionen. Dies offenbare ein fragwürdiges Frauenbild, kritisierte die FDP-Opposition im Bundestag.

Zudem gibt es solche Untersuchungen bereits. Die große Mehrheit der Frauen bewältige einen Abbruch ohne Langzeitfolgen, sagt Claudia Schumann, Vizepräsidentin der Deutschen Gesellschaft für Psychosomatische Frauenheilkunde und Geburtshilfe (DGPFG). Frauen solle die Fähigkeit zugebilligt werden, für sich selbst die beste Entscheidung treffen zu können, fordert sie.

irb/AFP/dpa

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