KarriereSPIEGEL

Merkel kritisiert Unternehmen für Frauenquote

"Das grenzt an Verweigerungshaltung"

Die Bundeskanzlerin fordert die Wirtschaft mit scharfen Worten auf, mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen. Andernfalls gebe es Sanktionen.

LUKAS BARTH-TUTTAS/EPA-EFE/REX

Donnerstag, 16.05.2019   17:36 Uhr

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat der Wirtschaft mit weiteren Maßnahmen gedroht, falls sich der Frauenanteil in Führungspositionen nicht erhöht.

Zwar gebe es heute immerhin 30 Prozent Frauen in den Aufsichtsräten der 100 größten börsennotierten Unternehmen. Aber in den Vorständen dieser Unternehmen sehe es für Frauen immer noch deprimierend schlecht aus, sagte Merkel am Donnerstag bei der Jahresversammlung des Verbandes deutscher Unternehmerinnen in Berlin.

In den Vorständen seien nur 8,5 Prozent Frauen. "Das grenzt schon auch irgendwo an Verweigerungshaltung", sagte Merkel. Es werde oft über zu viel staatliche Regulierung geschimpft, und sie könne nur hoffen, dass sich das von allein entwickelt. Aber, so die Kanzlerin weiter: "Wenn uns Unternehmen in Zukunft wieder die Zielgröße null mitteilen, dann werden wir das in irgendeiner Weise sanktionieren müssen." Es fänden sich potenziell gute Frauen, wenn man nur wolle.

Tatsächlich hatten 53 Aufsichtsräte von börsennotierten Firmen zuletzt das Ziel "null Frauen" im Vorstand formuliert.

Merkel appellierte daran, dass überall in der Gesellschaft Parität geschaffen werden müsse. Das gelte für Unternehmen, Universitäten, die Kultur, Medien und auch für die Politik.

sun/dpa

insgesamt 71 Beiträge
Sensør 16.05.2019
1. Verweigerungshaltung
Was ist denn so schlimm daran, wenn Frauen ihre Mitarbeit in skrupelosen Vorständen verweigern? Ich kenne keine einzige Frau, die sich dies antun würde.
Was ist denn so schlimm daran, wenn Frauen ihre Mitarbeit in skrupelosen Vorständen verweigern? Ich kenne keine einzige Frau, die sich dies antun würde.
gluonball 16.05.2019
2. Qualifikation
Ja, Qualifikation scheint heute kein Kriterium mehr sein zu dürfen. Natürlich gibt es auch Frauen die qualifiziert sind aber deshalb sollte man sich vllt dafür einsetzen, dass die Einstellungsvoraussetzungen für [...]
Ja, Qualifikation scheint heute kein Kriterium mehr sein zu dürfen. Natürlich gibt es auch Frauen die qualifiziert sind aber deshalb sollte man sich vllt dafür einsetzen, dass die Einstellungsvoraussetzungen für Aufsichtsräte transparent werden und wenn eine Frau qualifizierter ist warum diese nicht gewählt wurde. Stattdessen soll wie in der Politik nur Seilschaft zählen. Das ist dann ok.
mckberlin 16.05.2019
3. Weiter drum bitten hilft
Danke liebe cdu für eure gute Arbeit
Danke liebe cdu für eure gute Arbeit
jonath2010 16.05.2019
4. Die Frauen müssen auch wollen
In den Vorständen seien nur 8,5 Prozent Frauen. "Das grenzt schon auch irgendwo an Verweigerungshaltung", sagt die Bundeskanzlerin. Aber die Schuld allein bei den Unternehmen zu suchen, erscheint mir zu einfach. Die [...]
In den Vorständen seien nur 8,5 Prozent Frauen. "Das grenzt schon auch irgendwo an Verweigerungshaltung", sagt die Bundeskanzlerin. Aber die Schuld allein bei den Unternehmen zu suchen, erscheint mir zu einfach. Die Frauen müssen auch "wollen". Ich bin zwar kein Vorstand eines börsennotierten Unternehmens, aber ich kann mir vorstellen, wie sich die (männlichen) Vorstandsmitglieder tagtäglich rund um die Uhr und das ganze Jahr über in ihre Arbeit reinhängen (müssen). Ich vermute mal, dass viele Frauen einem derart physischen und psychischen Stress einfach nichts abgewinnen können.
Schartin Mulz 16.05.2019
5. Nein
"Merkel appellierte daran, dass überall in der Gesellschaft Parität geschaffen werden müsse. Das gelte für Unternehmen, Universitäten, die Kultur, Medien und auch für die Politik." Pariät kann nur da herrschen, [...]
"Merkel appellierte daran, dass überall in der Gesellschaft Parität geschaffen werden müsse. Das gelte für Unternehmen, Universitäten, die Kultur, Medien und auch für die Politik." Pariät kann nur da herrschen, wo es gleichviele gleichqualifizierte Bewerber und Bewerberinnen gibt. Das ist weder in der Politik noch in den Unternehmensleitungen der Fall.

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