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Australien

Kinnhaken für Känguru - Tierpfleger bangt um seinen Job

Den Chef geht es nichts an, was Mitarbeiter in ihrer Freizeit machen. Ein australischer Tierwärter muss sich nun aber trotzdem für sein Verhalten nach Feierabend rechtfertigen: Er hat ein Riesenkänguru geboxt.

Foto: Viralhog
Dienstag, 06.12.2016   16:28 Uhr

Schon die Anfangsszene des Videos ist spektakulär: Zu sehen ist ein großes Känguru, das mit seinen Vorderpfoten einen Hund im Schwitzkasten hält. Ein Mann rennt auf die beiden zu, das Känguru lässt von dem Hund ab, stutzt, geht in Kampfstellung - und bekommt von dem Mann einen Kinnhaken versetzt. Daraufhin hüpft es weg.

Der Boxer heißt Greig Tonkins, er ist im Taronga-Western-Plains-Zoo in Dubbo rund 400 Kilometer nordwestlich von Sydney als Tierpfleger beschäftigt und kümmert sich dort vor allem um die Elefanten.

Die Szene wurde schon im Juni aufgenommen, aber erst vor wenigen Tagen auf Facebook gepostet. Sie ist Teil eines Films, der zu Ehren eines mittlerweile verstorbenen Freundes von Tonkins entstanden ist.

"Der Haken war lächerlich"

Dieser habe an einer seltenen Krebserkrankung gelitten und sein letzter Wunsch sei gewesen, noch einmal mit Freunden auf Wildschweinjagd zu gehen, erzählte Mathew Armor der australischen Nachrichtenseite News.com.au. Er habe deshalb den Jagdausflug in Condobolin im australischen Bundesstaat New South Wales organisiert. Die Hunde seien darauf trainiert, Kängurus zu ignorieren. Dass ein Känguru einen Hund angreife, habe er noch nie erlebt.

Armor findet, Tonkins habe gut reagiert: "Er hat nicht hart zugeschlagen." Dass er das Tier überhaupt geboxt habe, habe alle überrascht. "Er ist der friedlichste Typ überhaupt. Wir haben ihn ausgelacht, weil der Haken so lächerlich war."

Tierschützer sehen das anders. Das Video hat in Australien eine Welle der Empörung ausgelöst. Tonkins gehöre gefeuert, meinen viele.

Nun meldete sich der Arbeitgeber: Tonkins werde seinen Job behalten, man werde aber mit ihm "an seinem Verhalten arbeiten". "Der Taronga-Zoo ist eindeutig gegen das Schlagen von Tieren oder den Einsatz von Hunden bei der Jagd", heißt es in einem offiziellen Statement. Der Zoo verlange höchste Standards, um das Wohlergehen von Tieren zu gewährleisten, "und wir erwarten, dass unsere Mitarbeiter diese Standards bei jedem Umgang mit Wildtieren einhalten".

Hund Max überstand die Attacke übrigens unbeschadet. Für die Jagd trug er eine Schutzweste.

vet/dpa

insgesamt 30 Beiträge
lakaska 06.12.2016
1.
Für mich sah es eher so aus als ob das Känguru mit dem Hund kuschelt :)
Für mich sah es eher so aus als ob das Känguru mit dem Hund kuschelt :)
112211 06.12.2016
2. Lächerlich
Wenn sich Tierschützer über diesen vergleichsweise zahmen Kinnhaken, der maximal ein Kinnhäkchen war, aufregen, machen sie sich selbst lächerlich. Da ist doch jeder Autofahrer, der in der Dämmerung immer noch mit 100 kmh [...]
Wenn sich Tierschützer über diesen vergleichsweise zahmen Kinnhaken, der maximal ein Kinnhäkchen war, aufregen, machen sie sich selbst lächerlich. Da ist doch jeder Autofahrer, der in der Dämmerung immer noch mit 100 kmh über die Landstraße fährt, obwohl bekannt ist, wie viel Wild dann unterwegs ist, viel schlimmer.
abc. 06.12.2016
3. Was das wieder für
Als erstes beschützt der Mann eindeutig den Hund, bzw. hilft ihm mittels Ablenkung, zu entkommen. Danach berührt er das Känguru leicht am Kinn, und als er merkt, dass sich das Tier nicht mehr aggressiv verhält, lässt er auch [...]
Als erstes beschützt der Mann eindeutig den Hund, bzw. hilft ihm mittels Ablenkung, zu entkommen. Danach berührt er das Känguru leicht am Kinn, und als er merkt, dass sich das Tier nicht mehr aggressiv verhält, lässt er auch schon von ihm ab. Wenn jetzt berichtet wird, Tierschützer würden sich über diese imaginären Grausamkeiten empören, dürfte es sich erfahrungsgemäß bloß wieder um einen der üblichen Stürme im Wasserglas seitens der üblichen Verdächtigen aus der Tierrechtsszene (Peta & Konsorten) handeln.
schwerpunkt 06.12.2016
4.
Naja, ob er dafür gleich seinen Job verlieren muss? Für mich sieht das so aus, als wüsste der Mann wie man in so einer Situation mit einem Känguru umgeht, dass sich sehr selbstbewusst dem Mann präsentiert. Und diesen Schlag [...]
Naja, ob er dafür gleich seinen Job verlieren muss? Für mich sieht das so aus, als wüsste der Mann wie man in so einer Situation mit einem Känguru umgeht, dass sich sehr selbstbewusst dem Mann präsentiert. Und diesen Schlag als Kinnhaken zu bezeichnen scheint eher übertrieben, angesichts dessen, dass sich das Känguru als durchaus "auf Augenhöhe" präsentiert. Ich musste sogar schmunzeln, über das fast ungläubige Geschaue des Kängurus, nachdem es sich von dem Mann eine eingefangt hat. Auf jeden Fall wirkt das Känguru nicht misshandelt ... vielleicht etwas im Stolz verletzt.
Crom 06.12.2016
5.
Das Tier scheint nicht ernsthaft verletzt worden zu sein. Zudem scheint er ja eher sein Hund verteidigt zu haben. Der Gesichtsausdruck der beiden nach dem Kinnhacken war zudem unbezahlbar. ^^
Das Tier scheint nicht ernsthaft verletzt worden zu sein. Zudem scheint er ja eher sein Hund verteidigt zu haben. Der Gesichtsausdruck der beiden nach dem Kinnhacken war zudem unbezahlbar. ^^
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