KarriereSPIEGEL

DAK-Auswertung

Weniger Fehltage wegen psychischer Probleme

Frauen sind von Depressionen, Burn-out und anderen Seelenleiden häufiger betroffen als Männer, meldet die Krankenkasse DAK. Insgesamt haben sich die Fehlzeiten im Job wegen psychischer Probleme jedoch verringert.

imago/Westend61

Gestresster Geschäftsmann (Symbolbild)

Montag, 28.01.2019   10:52 Uhr

Erstmals seit 2006 fielen im vergangenen Jahr weniger Arbeitnehmer wegen psychischer Erkrankungen aus. Das legt eine aktuelle Auswertung der DAK-Gesundheit nahe. Die erwerbstätigen Versicherten der Krankenkasse hatten demnach im vergangenen Jahr deutschlandweit 5,6 Prozent weniger Fehlzeiten wegen Seelenleiden als im Jahr 2017.

Besonders deutlich verringerten sich die Fehltage wegen Depressionen, und zwar um 17 Prozent. Psychische Erkrankungen seien aber immer noch die dritthäufigste Ursache für Fehltage (rund 15 Prozent), teilte die DAK mit.

An erster Stelle stehen Rückenleiden und andere Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems (knapp 21 Prozent), an zweiter Atemwegsleiden (16 Prozent).

Grippewelle Anfang des vergangenen Jahres

Frauen waren von psychischen Erkrankungen wesentlich häufiger betroffen als Männer. Bei den weiblichen Versicherten wurden 63 Prozent mehr Fehltage aufgrund einer solchen Diagnose gezählt als bei Männern.

Der gesamte Krankenstand erhöhte sich 2018 bei der DAK im Vergleich zum Vorjahr leicht von 4,1 auf 4,2 Prozent. Das bedeutet, dass im Jahr 2018 an jedem einzelnen Kalendertag im Schnitt 4,2 Prozent der Beschäftigten arbeitsunfähig gemeldet waren.

Die DAK erklärte den Anstieg mit der Grippewelle zu Anfang des vergangenen Jahres. Gut die Hälfte der versicherten Arbeitnehmer ließ sich im vergangenen Jahr überhaupt nicht krankschreiben.

Für die Krankenstandsanalyse ließ die DAK die Daten von 2,5 Millionen Arbeitnehmern auswerten, die bei der Kasse versichert sind.

lov/dpa

insgesamt 3 Beiträge
unaufgeregter 28.01.2019
1. Arbeitsplatz gewechselt oder in Rente?
Wer einmal das zweifelhafte Vergnügen hatte, an Burnout oder einer Depression zu erkranken, findet anschließend andere Wege. Meine Ehefrau hatte eine Leitungsposition in einer Behörde und ist nach Jahren, in denen ihr immer [...]
Wer einmal das zweifelhafte Vergnügen hatte, an Burnout oder einer Depression zu erkranken, findet anschließend andere Wege. Meine Ehefrau hatte eine Leitungsposition in einer Behörde und ist nach Jahren, in denen ihr immer mehr Aufgaben aufgehalst wurden, zusammengebrochen. Es dauerte Jahre, bis sie wieder "die Alte" war. Heute arbeitet sie an einer anderen Stelle in Teilzeit als Sachbearbeiterin. Dort ist sie massiv unterfordert, will aber keinesfalls mehr in die Burnout-Falle geraten.
vikking 28.01.2019
2.
Das Ergebnis der Auswertung verwundert nicht, wenn man die Vorgehensweise der DAK bei psychischen Erkrankungen kennt. Da diese Erkrankungen längerwierig sind, werden Erkrankte gerne mal am grünen Tisch per Federstrich gesund [...]
Das Ergebnis der Auswertung verwundert nicht, wenn man die Vorgehensweise der DAK bei psychischen Erkrankungen kennt. Da diese Erkrankungen längerwierig sind, werden Erkrankte gerne mal am grünen Tisch per Federstrich gesund geschrieben.
Tessa_schmitt 02.02.2019
3.
Frauen leiden, wie schon lange bekannt ist, nicht häufiger unter seelischen Erkrankungen als Männer. Der Unterschied ist lediglich, dass Frauen etwas dagegen unternehmen und sich behandeln lassen. Aus genau diesem Grund ist die [...]
Frauen leiden, wie schon lange bekannt ist, nicht häufiger unter seelischen Erkrankungen als Männer. Der Unterschied ist lediglich, dass Frauen etwas dagegen unternehmen und sich behandeln lassen. Aus genau diesem Grund ist die Selbstmordrate bei Männern wesentlich höher. Sie holen sich aus Stolz und Scham keine Hilfe. Die Gesellschaft suggeriert ihnen, dass sie alleine klarkommen müssen, so psychischer Schnickschnack, das sei doch nur Hysterie, eben was für schwache Frauen. Artikel wie diese, die nicht darauf aufpassen wie sie dies formulieren, tragen hierzu auch noch bei in dem sie es so ausdrücken, als sei es ein Fakt, dass Frauen eben häufiger an diesen Erkrankungen leiden und die Männer eben nicht. Man kann jedoch klar sagen, das dies einfach nicht stimmt.

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