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Gleichstellung

Fünf Ministerien wurden noch nie von einer Frau geführt

In den meisten oberen Bundesbehörden sind Männer die Chefs - und zwar seit jeher: Über zwei Drittel der Institutionen wurden noch nie von einer Frau geführt, wie eine Statistik des Familienministeriums zeigt.

DPA

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen beim Dienstappell

Dienstag, 11.06.2019   17:02 Uhr

Frauen sind in der Unterzahl - zumindest wenn es um die Chefinnenposten der meisten Bundesbehörden geht. Fünf Bundesministerien und 68 nachgeordnete Bundesbehörden sind einem Medienbericht zufolge noch nie von einer Frau geleitet worden.

Wie "Zeit Online" berichtet, sind das einer Statistik des Bundesfamilienministeriums zufolge mehr als zwei Drittel der oberen Bundesbehörden und Bundesämter. Das Ministerium hatte die Zahlen als Antwort auf eine Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion der Grünen bereitgestellt.

Die Liste zeigt, dass vor allem in den Geschäftsbereichen des Innen- und des Verkehrsministeriums die nachgeordneten Behörden seit Gründung der Bundesrepublik von Männern geleitet werden. Diese beiden Häuser hatten auch noch nie eine Ministerin an der Spitze.

Auch das Auswärtige Amt und das Bundesfinanzministerium unterstanden noch nie einer Frau. Gleiches gilt für das Bundeskanzleramt, das nicht etwa von Angela Merkel geleitet wird. Dem Amt steht ein eigener Minister vor.

Der haushaltspolitische Sprecher der Grünenfraktion, Sven-Christian Kindler, verlangte angesichts dieser Zahlen eine "harte Quote", um bis 2025 noch eine paritätische Besetzung der Spitzenämter in der Verwaltung zu erreichen, wie es der Koalitionsvertrag vorsieht.

"Wer das falsche Chromosom hat, hat in Deutschland offenbar kaum Chancen, je eine Bundesbehörde zu führen", sagt Kindler. Das sei "institutioneller Sexismus".

Im Video: Hashtag Frauenland - Ministerpräsidentin Malu Dreyer

Foto: SPIEGEL TV

nil/AFP

insgesamt 45 Beiträge
jonath2010 11.06.2019
1. Stromlinienförmig
Nach dem Bundesbeamtengesetz und allen Beamtengesetzen der 16 Bundesländer sind Spitzenpositionen bei den Ämtern und Behörden allein "nach Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung" zu besetzen. Von einer [...]
Nach dem Bundesbeamtengesetz und allen Beamtengesetzen der 16 Bundesländer sind Spitzenpositionen bei den Ämtern und Behörden allein "nach Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung" zu besetzen. Von einer geschlechtsspezifischen Bevorzugung steht nichts in diesen Bestimmungen. Die Grünen machen ihrer Forderung "her mit der Frauen-Quote" wieder mal deutlich, dass sie nur für Gesetze sind, die ihrer Ideologie stromlinienförmig angepasst sind.
freigeistiger 11.06.2019
2. Behauptung
Der Anteil der Männer in den Parteien beträgt 68 Prozent. Das entspricht dem Anteil der Mandate bei Männern, und dem Anteil der Männer an Ministerposten. Geschlecht ist keine Qualifikation, auch nicht bei Frauen. Ständig auf [...]
Der Anteil der Männer in den Parteien beträgt 68 Prozent. Das entspricht dem Anteil der Mandate bei Männern, und dem Anteil der Männer an Ministerposten. Geschlecht ist keine Qualifikation, auch nicht bei Frauen. Ständig auf Inklusion und Gleichheit pochen nervt nur noch. Es heißt Gleichberechtigung. Das erfordert auch persönlichen Einsatz und persönliche Kompetenzen. Auf Quote pochen ist dabei einfacher.
Aurora vor dem Schilf 11.06.2019
3. @Jonas2010
Wollen sie sagen oder meinen Sie zu glauben, dass Männer statistisch gesehen besser für Chef- Posten geeignet sind? Das widerspricht ja jedem wissenschaftlichen Ansatz.
Wollen sie sagen oder meinen Sie zu glauben, dass Männer statistisch gesehen besser für Chef- Posten geeignet sind? Das widerspricht ja jedem wissenschaftlichen Ansatz.
Leser_01 11.06.2019
4.
Wer das "falsche" Chromosom hat, kann Kanzlerin werden und einen tollen Job machen. Reicht das nicht?
Wer das "falsche" Chromosom hat, kann Kanzlerin werden und einen tollen Job machen. Reicht das nicht?
otto_lustig 11.06.2019
5. Solange bei manchen Frauen die Qualifikation überhaupt keine Rolle
spielt, wird sich das auch nicht ändern. Frau von der Leyen tut doch alles, um zu beweisen, dass Frauen keine Lösung sind. Leider ist sie nur ein schlechtes Beispiel. Es gibt im Bundestag durchaus Frauen, die deutlich [...]
spielt, wird sich das auch nicht ändern. Frau von der Leyen tut doch alles, um zu beweisen, dass Frauen keine Lösung sind. Leider ist sie nur ein schlechtes Beispiel. Es gibt im Bundestag durchaus Frauen, die deutlich qualifizierter sind als manche Männer. Niemand braucht Altmaier, Seehofer und Konsorten.

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