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Weniger Fehltage

Grünenabgeordneter will Extra-Urlaubstag für Radfahrer

Mit dem Rad zur Arbeit zu fahren, gilt als gesund. Ein Grünenpolitiker im Bundestag fordert dafür eine Belohnung - vom Arbeitgeber des Radlers.

Sam Edwards/ Caiaimage/ Getty Images

Radelnd ins Büro: Bewegung ist gut für die Gesundheit, da sind sich Experten einig

Mittwoch, 28.08.2019   14:25 Uhr

Arbeitnehmer, die mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, sollten laut dem Grünen-Bundestagsabgeordneten Stefan Gelbhaar mit einem zusätzlichen Urlaubstag belohnt werden. Das bestätigte Gelbhaar, Obmann des Ausschusses für Verkehr und digitale Infrastruktur sowie Sprecher für städtische Mobilität und Radverkehr, dem SPIEGEL.

"Ein zusätzlicher Urlaubstag für Radfahrende ist gerecht", hatte Gelbhaar den Zeitungen "Bild" und "B.Z." zuvor gesagt. Denn Radfahrer würden dank der regelmäßigen Bewegung seltener krank. Zudem würden so mehr Menschen dazu motiviert, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu kommen.

Experten sind sich grundsätzlich einig, dass mehr Bewegung gesundheitsfördernd wirkt. Laut Bundesumweltamt zeigen mehrere Beispiele aus Großunternehmen, dass mit steigender Anzahl radelnder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter krankheitsbedingte Fehlzeiten abnehmen. In den Niederlanden gab es bereits den Vorschlag, Radfahrern eine Zulage von 19 Cent zu zahlen, weil diese fitter und seltener krank seien.

Krankenkassen ist diese Rechnung laut "Bild"-Zeitung allerdings zu einseitig. "Was ist mit Menschen, die kein Fahrrad fahren, dafür aber auf eine ausgewogene Ernährung achten? Kein Mensch will eine Gesundheitspolizei", zitiert die "Bild" die Barmer.

Die Krankenkasse DAK-Gesundheit erklärte, dass gesundheitsförderliches Verhalten wie Radfahren grundsätzlich begrüßenswert sei. "Es stärkt die körperliche Fitness und ist außerdem klimafreundlich", erklärte Sprecher Florian Kastl. Ähnliches gelte aber selbstverständlich auch für Fußgänger. Es sei den Arbeitgebern überlassen, sportliche Betätigung zu belohnen - ob mit einem zusätzlichen Urlaubstag oder anderweitig.

Verweis auf dringliche Probleme

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) findet den Vorschlag von Gelbhaar "ganz hübsch". Wer mit dem Rad zur Arbeit fahre, tue der Gesellschaft einen Gefallen und spare dem Arbeitgeber Kosten, sagte Sprecherin Stephanie Krone. "Was wir aber dringender fordern, ist mehr Platz für gute Radwege!" Dann würden auch mehr Menschen den Arbeitsweg auf dem Fahrrad zurücklegen.

Die Gewerkschaft Ver.di verwies ebenfalls auf dringlichere Probleme. Für Gelbhaars Vorstoß gebe es "keine zwingende Logik", erklärte Sprecherin Daniela Milutin. "Eine bessere Logik wäre, den ÖPNV kostenfrei zu stellen, damit mehr Menschen auf das Auto verzichten." Zudem sollten Milutin zufolge Fußgänger und Radfahrer in Städten öfter Vorrang gegenüber Autos haben.

Viele Arbeitnehmer haben zudem nicht die Möglichkeit, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu kommen - weil ihr Job zu weit von ihrem Wohnort entfernt liegt. In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Pendler in Deutschland immer weiter gestiegen - auf zuletzt rund 18 Millionen Menschen.

sun/dpa

insgesamt 88 Beiträge
stammtischschreck 28.08.2019
1. Sommerloch, 1.April oder zuviel Rad gefahren?
Wer kontrolliert denn, ob wirklich Rad gefahren wurde? Und wäre es, wenn es so sehr um Gesundheit geht, nicht sinnvoller, die zu belohnen, die nicht krank sind? ...und nicht die, die nur deshalb mit dem Rad zur Arbeit fahren, [...]
Wer kontrolliert denn, ob wirklich Rad gefahren wurde? Und wäre es, wenn es so sehr um Gesundheit geht, nicht sinnvoller, die zu belohnen, die nicht krank sind? ...und nicht die, die nur deshalb mit dem Rad zur Arbeit fahren, weil sie in ihrem Auto nicht rauchen wollen? Hab' mich beim Lesen jedenfalls köstlich amüsiert. Ich befürchte nur, das der das wirklich ernst meint...
AndreasKraut 28.08.2019
2. echt keine anderen Sorgen
ist noch Sommerloch? Der Staat soll sich aus dem klein-klein heraushalten. Sehe schon wieder die Klageflut derjenigen, die nicht mit dem Fahrrad, sondern zu Fuß zur Arbeit gehen. Und was ist mit veganen S-Bahnfahrern? Die leben [...]
ist noch Sommerloch? Der Staat soll sich aus dem klein-klein heraushalten. Sehe schon wieder die Klageflut derjenigen, die nicht mit dem Fahrrad, sondern zu Fuß zur Arbeit gehen. Und was ist mit veganen S-Bahnfahrern? Die leben auch gesünder als fleischfressende Fahrradfahrer. Mannmann. Mit solchen Spezialgesetzen gibt's noch nur Ärger. Statt neue Ausnahmeregelungen zu erfinden, sollten die Parteien mal mit Vorschlägen glänzen, jeden Monat ein Gesetz und eine Ausnahmeregelung abzuschaffen.
RalfHenrichs 28.08.2019
3.
Ich fahre mit dem Fahrrad zur Arbeit. Könnte mich also freuen. Frage mich aber auch, gilt dies auch für E-Mobile? Vor einem Jahr hatte ich noch einen anderen AG, der so nah an meiner Wohnung lag, dass ich meistens zu Fuß [...]
Ich fahre mit dem Fahrrad zur Arbeit. Könnte mich also freuen. Frage mich aber auch, gilt dies auch für E-Mobile? Vor einem Jahr hatte ich noch einen anderen AG, der so nah an meiner Wohnung lag, dass ich meistens zu Fuß gegangen bin. Hätte ich dann auch den Urlaubstag genommen? Und wie soll der AG dies kontrollieren? Ok, in kleinen Betrieben dürfte das gehen, aber in Großen. Kurz: eine nette Idee, aber selbst ich, der davon profitieren würde (fahre auch immer noch mit Muskelkraft), kann dies nicht ernst nehmen.
zolotivorota 28.08.2019
4. Warum ein Gesetz?
Der Ansatz ist ja richtig, aber es sollte doch dem Arbeitgeber überlassen werden die Gesundheit seiner Mitarbeiter zu fördern. Eine "Belohnung" ist eh der falsche Ansatz, da ja nicht jeder kann, der will. Sinnvoller [...]
Der Ansatz ist ja richtig, aber es sollte doch dem Arbeitgeber überlassen werden die Gesundheit seiner Mitarbeiter zu fördern. Eine "Belohnung" ist eh der falsche Ansatz, da ja nicht jeder kann, der will. Sinnvoller wäre sowieso den Radfahrenden den Alltag zu erleichtern. Eine radfreundliche Infrastruktur am Arbeitsplatz, die mir jeden Tag Zeit und Nerven spart ist mir mehr wert als ein freier Tag. Selbst für Pendler im Bereich von 5-25km wird das Radfahren durch E-Bikes und die Option eines Dienstrades interessant.
fatherted98 28.08.2019
5. habe mal...
....in einer Firma gearbeitet, da gab es 5 Urlaubstage mehr wenn man nicht rauchte....das war Klasse....dagegen ist ein Urlaubstag für ca. 220 Tage strampeln echt popelig.
....in einer Firma gearbeitet, da gab es 5 Urlaubstage mehr wenn man nicht rauchte....das war Klasse....dagegen ist ein Urlaubstag für ca. 220 Tage strampeln echt popelig.

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