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Aufbau und Inhalt

So gelingt der perfekte Lebenslauf

Als einer der wichtigsten Teile einer Bewerbung soll der Lebenslauf die Erfahrungen und Kenntnisse zeigen. Hier gibt es Tipps zu Aufbau, Inhalt und einige Finessen, auf die Personaler besonders achten.

Von , und (Grafik)
Samstag, 02.02.2019   09:06 Uhr

Der Lebenslauf ist neben dem Anschreiben das Herzstück der Bewerbung. Denn die Vita zeigt Biographie, Bildungshergang, Kenntnisse und Interessen.

Hier verraten Karrierecoach Martina Maushake und Personalpsychologin Vera Hagemann, was Bewerber beachten sollten.

Die drei wichtigsten Tipps in Kurzform:

Das bedeutet konkret:

Abhängig von der beruflichen Erfahrung kann der Lebenslauf auch umfangreicher ausfallen. Sollte er länger sein als eine Seite, sind Seitenzahlen wichtig - unten rechts oder mittig. Sollten Sie viel Berufserfahrung haben, empfiehlt sich eine "Shortsummary" auf dem Deckblatt, die drei bis vier Hauptfakten zusammenfasst - etwa Experte in X seit Y Jahren.

Der Lebenslauf sollte übersichtlich und transparent sein. Dabei hilft eine klare Struktur, die alles Wichtige auf den ersten Blick erkennbar macht. So können bestimmte Schlagworte aus der Ausschreibung im Lebenslauf wiederzufinden sein. Verwenden Sie dafür auch Synonyme.

"Wenn in der Stellenausschreibung zum Beispiel 'hohe Kundenorientierung' gefordert wird, ergibt es im Lebenslauf Sinn, hierauf einzugehen", sagt Martina Maushake. Das könne über Synonyme wie "verantwortlich für die Kundenzufriedenheit" sein, sofern dies Bestandteil Ihrer Berufserfahrung ist. "Das muss natürlich immer individuell zugeschnitten sein - es gibt hier keine 'Standardschlagworte'", sagt die Karriereplanerin.

Überlegen Sie vorab, was für die Position wichtig sein könnte. Wenn nicht zu lange zurückliegend: Welchen Leistungskurs haben Sie belegt? Was war der Schwerpunkt im Studium?

Fragen Sie sich außerdem vorab, ob Ihre Werte und Einstellungen überhaupt zum Unternehmen und zur Branche passen. "Wem beispielsweise Umweltschutz sehr wichtig ist, sollte über die Bewerbung bei einem Chemiekonzern noch einmal nachdenken", sagt Maushake.

Aufbau und Inhalt: Wie sollte der Lebenslauf aussehen - und was soll rein?

Die Bewerbungsexpertinnen empfehlen einen tabellarischen Lebenslauf. Denn der sorgt für Übersicht: Links stehen die Jahreszahlen, rechts davon die zugehörigen Inhalte. Personaler haben so eine schnelle Übersicht und können erkennen, ob bei Überschneidungen manche Zeiten parallel verlaufen oder ob es Lücken gibt.

Karrierecoach Maushake empfiehlt folgende Inhalte:

Beruflicher Werdegang, Abschlüsse und Praktika

Aktuelle Zahlen zuerst: Mit der gegenwärtigen Position an.fangen Nennen Sie Ihre universitäre oder berufliche Ausbildung sowie Ihren Schulabschluss und außerdem: berufliche Tätigkeiten, ehrenamtliche Tätigkeiten, Nebenjobs. Geben Sie dazu auch immer den jeweiligen Beschäftigungszeitraum an. Bei Hochschulabsolventen sollte im Bereich der Bildung das Abiturder unterste Punkt sein. Nach zwei bis drei Jahren im Beruf genügt es, wenn Sie Ihren höchsten Bildungsabschluss nennen.

Haben Sie Ihr Studium zielstrebig verfolgt? Das kann für Personaler von Interesse sein. Studienwechsel oder -abbrüche sollten Sie später im Gespräch gut begründen können. Wollten Sie Zeit überbrücken? Hat ein anderes Fach Ihren Vorstellungen mehr entsprochen? Haben Sie vielleicht in Ihrem vorherigen Studium festgestellt, dass ein bestimmter Aspekt viel besser passt und diesen dann weiterverfolgt?

Maushake rät, Abschlüsse hervorzuheben, dass Personaler diese auf den ersten Blick erkennen können. Personalpsychologin Vera Hagemann empfiehlt, alle Jobs aufzuschreiben, die Sie hatten. Das zeige: "Ich bin mir nicht zu schade, gewisse Dinge zu machen." Wer beispielsweise neben der Uni gearbeitet hat, zeigt, dass er auch mehrere Aufgaben gleichzeitig erledigen kann.

Nach einigen Jahren muss nicht mehr jedes Praktikum aufgezählt werden, sondern nur, wenn es für die Stelle relevant ist. Wenn Sie viel Berufserfahrung haben oder das Praktikum sehr lange zurückliegt, können Sie Schülerpraktika bedenkenlos weglassen. Nach der (Hoch-)Schulausbildung müssen Sie auch keine Aushilfsjobs mehr aufzählen, die Sie neben der Schule hatten.

Kompetenzen und Kenntnisse

Zu den Kompetenzen, die im Anschluss an Ihren Bildungshergang folgen, zählen Computerprogramme, Moderationsfähigkeiten, Workshop-Leitung, Trainingskompetenzen und weitere Zusatzqualifikationen. Clustern Sie in IT-Kenntnisse und Fähigkeiten wie Konfliktlöse-Trainings (Mediation).

Unter "Weitere Kenntnisse" fallen auch Hobbys, die zeigen, wofür Sie sich interessieren und womit Sie sich privat beschäftigen. Auch Mitgliedschaften wie etwa bei Greenpeace oder Ehrenämter seien auf jeden Fall aufzuführen. Jüngere können auch angeben, wenn sie Klassensprecher sind oder waren oder sich bei der Schulzeitung engagierten.

Sollten Bewerber ihre Hobbys auflisten? Unbedingt: "Wer Leistungssport macht, kann von Personalern als zielstrebig und durchsetzungsfähig angesehen werden", sagt Hagemann.

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Kostenlose Vorlagen für Lebensläufe finden Sie zum Beispiel bei "karrierebibel.de".

Kinder, Lücken und womit Sie punkten können

In den Lebenslauf muss nicht alles hinein - vor allem, wenn Sie viel vorzuweisen haben. Wählen Sie die Inhalte gezielt aus und fragen Sie sich immer: Was ist für die Stelle wirklich von Bedeutung?

Richtig bewerben: Diese Tipps helfen Ihnen bei Ihrer Bewerbung

insgesamt 21 Beiträge
steveleader 02.02.2019
1. Ein Lebenslauf...
sollte klar und eindeutig wiedergeben was ist. In dem Moment in dem man "schönt" ist man auf der Verlierer Straße. Mir ist jemand lieber bei dem nicht alles perfekt ist, der mir aber charmant und schlagfertig erklärt warum [...]
sollte klar und eindeutig wiedergeben was ist. In dem Moment in dem man "schönt" ist man auf der Verlierer Straße. Mir ist jemand lieber bei dem nicht alles perfekt ist, der mir aber charmant und schlagfertig erklärt warum genau das eine Chance ist.
owjackjnr 02.02.2019
2. Bewerbungsfoto
In angloamerikanischen Ländern ist es üblich sich ohne Foto zu bewerben, damit man wegen Aussehen nicht diskriminiert werden kann. Ist es in deutschsprachigem Raum nicht so weit?
In angloamerikanischen Ländern ist es üblich sich ohne Foto zu bewerben, damit man wegen Aussehen nicht diskriminiert werden kann. Ist es in deutschsprachigem Raum nicht so weit?
katj.steinb 02.02.2019
3. ....Bewerbungsfoto...
...ist auch seit langem in Deutschland nicht mehr zwingend, dann aber landet die Bewerbung garantiert sofort in der "Mülltonne". Die "perfekte" Bewerbung gibt's eh nicht, alles "Glücksache". Als [...]
...ist auch seit langem in Deutschland nicht mehr zwingend, dann aber landet die Bewerbung garantiert sofort in der "Mülltonne". Die "perfekte" Bewerbung gibt's eh nicht, alles "Glücksache". Als Bewerber ("Bittsteller") ist man so oder so der Willkür der Entscheider im Personalwesen ausgesetzt.
_gimli_ 02.02.2019
4.
In diesem Artikel steht einiger Unsinn und wichtige Dinge werden vergessen. Bewerbungsfotos sind heute vielleicht noch im inhabergeführten Mittelstand gefragt, nicht aber in modernen Konzernen. Ich kann mich gar nicht mehr dran [...]
In diesem Artikel steht einiger Unsinn und wichtige Dinge werden vergessen. Bewerbungsfotos sind heute vielleicht noch im inhabergeführten Mittelstand gefragt, nicht aber in modernen Konzernen. Ich kann mich gar nicht mehr dran erinnern, wann ich die letzte Bewerbung mit Foto auf ausgeschriebene Top-Stellen in der IT erhalten habe. Folgendes wurde aber komplett vergessen: Sobald ich eine Bewerbung erhalte, schaue ich in einschlägigen Berufsnetzwerken (Linkedin, Xing) nach, ob der Bewerber dort zu finden ist. Finde ich ihn nicht, ist das ein dickes Minus. Finde ich ihn, erhalte ich dort einen detaillierten Überblick über sein Netzwerk, ggf. von Mitgliedern eingestellte Referenzen und übrigens auch sein Bild. Ich kann deshalb nur jedem Bewerber raten, seine Profile auf diesen Netzwerken zu pflegen und diese ggf. in der Bewerbung zu verlinken.
remedias.cortes 02.02.2019
5. Alles gut....
bis auf Leistungssport. Sport ist zwar gut , wegen Gesunderhaltung , aber Leistungssport hat doch ein Verletzungs- und Ausfallrisiko . Ich kenne eine städtische Behörde , da wurde ein Fußballer lieber aussortiert.....
bis auf Leistungssport. Sport ist zwar gut , wegen Gesunderhaltung , aber Leistungssport hat doch ein Verletzungs- und Ausfallrisiko . Ich kenne eine städtische Behörde , da wurde ein Fußballer lieber aussortiert.....

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