KarriereSPIEGEL

Babysitterin in einer reichen Familie

Super, Nanny

Die Amerikanerin Alicia Kacinski, 26, passte jahrelang auf die Kinder reicher Familien auf. Sie flog First Class, machte teure Urlaube, aß in schicken Restaurants, feierte eine Privatparty mit Taylor Swift. Und die Schattenseiten?

Privat
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Samstag, 02.02.2019   07:17 Uhr

"Ich bin mit sechs Geschwistern in Long Island, New York, aufgewachsen. Als Zweitälteste habe ich meine Eltern unterstützt, wo ich nur konnte und deswegen auch viel auf meine jüngeren Brüder und Schwestern aufgepasst. Als Teenager hütete ich die Kinder einer befreundeten Familie.

Es hat mir schon immer Spaß gemacht, mich um Kinder zu kümmern. Und als ich mit der Highschool fertig war und studieren wollte, suchte ich über verschiedene Arbeits- und Vermittlungsagenturen nach weiteren Familien, die einen Babysitter brauchten.

Wer als Nanny arbeiten will, braucht viel Erfahrung und gute Referenzen. Viele Familien legen Wert darauf, dass man einen College-Abschluss hat oder zumindest an einer Uni studiert.

Außerordentlich hohes Jahresgehalt

Die reichen Familien in New York zahlen bis zu 100.000 Dollar im Jahr für eine gute Nanny. Auch ich hatte Glück und fand einige Familien, bei denen ich neben der Uni jobben konnte. In den Semesterferien zog ich meist bei ihnen ein und arbeitete Vollzeit. Aufs Jahr hochgerechnet verdiente ich zwischen 80.000 und 90.000 Dollar.

Vier Jahre lang war ich hauptsächlich bei einer Familie im Einsatz. Zuerst passte ich während der Semesterferien in New York City auf ihre zwei Kinder auf. Nach meinem Bachelor-Abschluss zog ich mit der Familie nach Los Angeles und wohnte vier Monate lang bei ihr.

Wer für eine reiche Familie arbeitet, kommt in den Genuss vieler Privilegien: Ich durfte immer mit in den Urlaub fahren, im Sommer ging es meist in die Hamptons auf Long Island oder in die Catskill Mountains, wo die Eltern ein zweites Haus besaßen oder eins mieteten.

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Leben im Reichtum: Erste Klasse

Das war wirklich eine komplett andere Welt: Wir aßen immer in teuren Restaurants und wenn die Familie mal ein Dinner organisiert hatte, kam ein Chefkoch und zauberte die wunderbarsten Sachen auf die Teller. Einmal war ich mit der Familie auf einer Geburtstagsparty eines Freundes eingeladen - und dort trat Taylor Swift auf. So was ist schon verrückt.

Wenn ich irgendwelche Fragen hatte oder Kontakte zu Personen brauchte, dann halfen mir die Eltern und machten mich mit den Leuten bekannt. Ich konnte so viele Kontakte zu wichtigen Leuten in New York und L.A. sammeln.

Doch als Nanny muss man sich immer wieder bewusst machen, dass man zwar Teil der Familie ist, aber nur für eine Zeit - und dass es nicht das eigene Leben ist, sondern nur eine Arbeit. Ich arbeitete fünf Tage die Woche von morgens bis abends: Von dem Moment an, als die Kinder aufwachten bis zu dem Moment, als sie ins Bett gingen. Morgens half ich ihnen beim Anziehen, frühstückte mit ihnen, brachte sie zur Schule.

Irgendwann war es genug

Während sie im Unterricht waren, kümmerte ich mich um den Hund der Familie, ich kaufte Lebensmittel ein, plante Feiern und machte mit den anderen Angestellten den Haushalt.

Dann holte ich die Kinder von der Schule ab und brachte sie zu ihren Freizeitangeboten oder spielte zu Hause mit ihnen. Dann bereitete ich das Abendessen zu, aß mit ihnen, half ihnen im Bad und brachte sie ins Bett.

Die Eltern waren beruflich sehr eingespannt und engagierten sich für Stiftungen. Doch wenn sie mal zu Hause waren, beschäftigten sie sich auch mit ihren Kindern. Obwohl ich viel zu tun hatte, fühlte ich mich niemals gestresst. Vielleicht auch, weil die Familie sehr nett war und mich gut unterstützte. Ich hatte zum Glück auch ein bisschen Freizeit, dann konnte ich allein losziehen und Freunde treffen.

Ich musste weder Miete noch Lebensmittel bezahlen. Leider konnte ich in der Zeit nicht so viel Geld sparen, weil das College so teuer war. Eigentlich hätte ich gern noch zehn Jahre lang so weitergearbeitet, doch irgendwann wollte ich wieder ein eigenes Leben führen. Als Nanny bei einer Familie hat man das nicht wirklich. Ich kündigte, zog von L.A. wieder nach New York und machte einen Master in Wirtschaftswissenschaften. Inzwischen arbeite ich für eine Agentur, die Nannys vermittelt."

insgesamt 49 Beiträge
bmvjr 02.02.2019
1. Auch dieser Artikel
ist trivial, profan und eigentlich Platzverschwendung. Er schildert eine Ausnahmesituation unaufregender Art, die Millionen Babysitter nicht werden verstehen, geschweige denn fuer eine realistische Darstellung halten werden.
ist trivial, profan und eigentlich Platzverschwendung. Er schildert eine Ausnahmesituation unaufregender Art, die Millionen Babysitter nicht werden verstehen, geschweige denn fuer eine realistische Darstellung halten werden.
kajoter 02.02.2019
2.
In den USA gibt man also Tausende an Dollar für die Studiengbühren aus und macht dann einen Master, um hinterher in einer Agentur Nannies zu vermitteln. Wahrscheinlich wird dieser Wahnsinn auch bald Deutschland erreichen, wollte [...]
In den USA gibt man also Tausende an Dollar für die Studiengbühren aus und macht dann einen Master, um hinterher in einer Agentur Nannies zu vermitteln. Wahrscheinlich wird dieser Wahnsinn auch bald Deutschland erreichen, wollte ich gerade schreiben. Aber wir stecken tatsächlich schon mitten in den fortgeschrittenen Anfängen.
Drschlaumeierxy 02.02.2019
3. Jornalistisch gan tiefe Schublade, oder warum...
... wird mit click-bait-Methoden gearbeitet? Ich schließe mich meinem Vorreder (in Teilen) an: netter Artikel, aber der Teaser passt mal gar nicht. Es heißt im Artikel:"Sie flog First Class, machte teure Urlaube, aß in [...]
... wird mit click-bait-Methoden gearbeitet? Ich schließe mich meinem Vorreder (in Teilen) an: netter Artikel, aber der Teaser passt mal gar nicht. Es heißt im Artikel:"Sie flog First Class, machte teure Urlaube, aß in schicken Restaurants, feierte eine Privatparty mit Taylor Swift. Und die Schattenseiten?" Schattenseiten kann ich in dem Artikel nicht finden! Oder ist das Treffen mit T. Swift gemeint? Der aufkommende Wunsch nach einem eigenem Leben oder die 12 Std. Schichten? Für mich keine Schattenseiten erkennbar!
jujo 02.02.2019
4. ...
Die Agentur wird Nannies an Superreiche vermitteln, zu super Vermittlungsgebühren, daraus generieren sich dann super Gehälter. Die junge Frau wird genügen positive Referenzen haben um das entsprechend Klientel zu bekommen. [...]
Zitat von kajoterIn den USA gibt man also Tausende an Dollar für die Studiengbühren aus und macht dann einen Master, um hinterher in einer Agentur Nannies zu vermitteln. Wahrscheinlich wird dieser Wahnsinn auch bald Deutschland erreichen, wollte ich gerade schreiben. Aber wir stecken tatsächlich schon mitten in den fortgeschrittenen Anfängen.
Die Agentur wird Nannies an Superreiche vermitteln, zu super Vermittlungsgebühren, daraus generieren sich dann super Gehälter. Die junge Frau wird genügen positive Referenzen haben um das entsprechend Klientel zu bekommen. Ob für den Job allerdings ein Masterabschluß nötig ist kann man infrage stellen. Das muß aber auch kein Job sein für immer.
rahelrubin 02.02.2019
5. Unschlüssig
Warum arbeiten dann nicht mehr Leute bei Reichen als Nanny, wenn man da 100.000 Dollar verdient? Und vor allem: was bringt ihr das? Sie kann doch während dieses Fulltimejobs gar nicht studiert haben! Wann denn bitte? Nachts?? [...]
Warum arbeiten dann nicht mehr Leute bei Reichen als Nanny, wenn man da 100.000 Dollar verdient? Und vor allem: was bringt ihr das? Sie kann doch während dieses Fulltimejobs gar nicht studiert haben! Wann denn bitte? Nachts?? Das ist alles sehr wenig glaubhaft und auch sehr oberflächlich beschrieben.

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