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"Übrigens, wir ziehen die Jobzusage zurück"

Welchen Job soll ich nehmen? Das fragte ein Programmierer in einem Online-Portal: Lieber für mehr Geld bei einer kleinen Firma oder beim großen Taxidienst Uber? Dann schaltete sich einer der Chefs ein.

DPA

Uber: Toller Name, tolle Kollegen, aber weniger Geld

Freitag, 08.05.2015   13:52 Uhr

Klingt wie ein Witz, ist aber keiner. Ein IT-Absolvent sucht auf der Frage-und-Antwort-Seite Quora Rat: Soll er lieber bei Uber oder bei Zenefits anfangen? Er hat zwei Zusagen.

Ausführlich legt er die Vor- und Nachteile beider Firmen dar: Die unglaublichen Kollegen beim Taxidienst Uber, von denen er viel lernen könne, ein tolles Produkt - und ein sehr guter Ruf, der ihm helfen werde, später einen Job bei Google oder Apple zu bekommen.

Das Angebot von Zenefits sei wesentlich besser, das Team toll, der Job ermögliche mehr Freiheit und Verantwortung. Doch wer kenne schon Zenefits? (Anm. d. Red.: Wir erst auch nicht - es ist eine Firma, die Software zur Personalverwaltung anbietet.) Die Firma trage eben keinen aufregenden Namen, sei keine bekannte Marke. In seinem Lebenslauf würde diese Station kaum glänzen, wenn er sich - genau - später bei Google bewerben würde.

Tja, schwierig, schwierig. Die gute Nachricht: Die Antworten, die der junge Mann bekam, haben ihm die Entscheidung sehr erleichtert. Denn unter anderem antwortete Parker Conrad, CEO von Zenefits. Und zog sein Stellenangebot zurück.

Inzwischen ist bestätigt, dass die Antwort tatsächlich von Conrad ist, der Post ist inzwischen allerdings bearbeitet worden. Und ist nun wesentlich länger.

Parker Conrad rät darin: Wenn du so sehr bei Google arbeiten willst - dann bewirb dich doch gleich dort.

end

insgesamt 138 Beiträge
moneysac123 08.05.2015
1.
das zeigt mal wieder schön, dass unternehmen abhängige Arbeitssklaven wollen, mit Haut und Haaren. Sie wollen ihre Mitarbeiter kontrollieren, sie (zurecht)weisen können und am liebsten eine Abhängigkeit herstellen. Unternehmen [...]
das zeigt mal wieder schön, dass unternehmen abhängige Arbeitssklaven wollen, mit Haut und Haaren. Sie wollen ihre Mitarbeiter kontrollieren, sie (zurecht)weisen können und am liebsten eine Abhängigkeit herstellen. Unternehmen haben Angst vor freien Mitarbeitern, die nicht aus einer Abhängigkeit heraus für sie arbeiten, sondern es aus freien Stücken tun. Das merke ich als Selbständiger oft. Unternehmen haben Angst, dass man zu schnell wieder gehen könnte und dabei nehmen sie in Kauf, teure Fehlbesetzungen vorzunehmen, statt freie Mitarbeiter die sie im Zweifel schnell wieder los werden. Es wird Zeit, dass das Leibeigentum abgeschafft wird, Mitarbeiter und Unternehmen sich auf Augenhöhe begegnen und nicht in einem Abhängigkeitsverhältnis. Dann wird auch die allgemeine Arbeitszufriedenheit steigen,somit die Ergebnisse und psychische Leiden wie burn put reduziert (durch mehr Autonomie und Unabhängigkeit).
Vaen 08.05.2015
2. .
Meine Güte. Der Typ klingt nicht wie der CEO einer IT-Firma, sondern wie ein eifersüchtiger Teenager. Absolut nachvollziehbarer Gedankenprozess des Bewerbers, der seine Karriere über dir nächste Stelle hinweg planen möchte. [...]
Meine Güte. Der Typ klingt nicht wie der CEO einer IT-Firma, sondern wie ein eifersüchtiger Teenager. Absolut nachvollziehbarer Gedankenprozess des Bewerbers, der seine Karriere über dir nächste Stelle hinweg planen möchte. Wieviele IT-Fachkräfte träumen denn von einer Karriere bei Zene...wer?
LapOfGods 08.05.2015
3. Völlig zurecht
Wenn ich zu einem Unternehmen gehe, dann gehe ich nicht dahin, weil ich eigentlich woanders hin will. Und dieses Aufwiegen der Namen für den Lebenslauf. Auweia. Da hat jeder Glück, der den Schnösel nicht kriegt.
Wenn ich zu einem Unternehmen gehe, dann gehe ich nicht dahin, weil ich eigentlich woanders hin will. Und dieses Aufwiegen der Namen für den Lebenslauf. Auweia. Da hat jeder Glück, der den Schnösel nicht kriegt.
KarlRad 08.05.2015
4. Wie idiotisch kann man sein?!
Absolut richtige Entscheidung der Firma: Der Arbeitnehmer würde offensichtlich nicht hinter dem Unternehmen stehen und verhält sich wie der letzte Trottel, in dem er die Frage ins Netz stellt. Selten sowas dämliches gehört. [...]
Absolut richtige Entscheidung der Firma: Der Arbeitnehmer würde offensichtlich nicht hinter dem Unternehmen stehen und verhält sich wie der letzte Trottel, in dem er die Frage ins Netz stellt. Selten sowas dämliches gehört. Oder will er vielleicht gar nicht arbeiten?!
Hikmet 08.05.2015
5. Würde ich genau so machen
Ich würde Ihnen dringend empfehlen den Artikel noch einmal gründlich durchzulesen. Jede Firma weiß, das ein MA frisch von der UNI nur auf Zeit da ist. Wenn allerdings jemand geistig so minder bemittelt ist, das er es auf [...]
Zitat von moneysac123das zeigt mal wieder schön, dass unternehmen abhängige Arbeitssklaven wollen, mit Haut und Haaren. Sie wollen ihre Mitarbeiter kontrollieren, sie (zurecht)weisen können und am liebsten eine Abhängigkeit herstellen. Unternehmen haben Angst vor freien Mitarbeitern, die nicht aus einer Abhängigkeit heraus für sie arbeiten, sondern es aus freien Stücken tun. Das merke ich als Selbständiger oft. Unternehmen haben Angst, dass man zu schnell wieder gehen könnte und dabei nehmen sie in Kauf, teure Fehlbesetzungen vorzunehmen, statt freie Mitarbeiter die sie im Zweifel schnell wieder los werden. Es wird Zeit, dass das Leibeigentum abgeschafft wird, Mitarbeiter und Unternehmen sich auf Augenhöhe begegnen und nicht in einem Abhängigkeitsverhältnis. Dann wird auch die allgemeine Arbeitszufriedenheit steigen,somit die Ergebnisse und psychische Leiden wie burn put reduziert (durch mehr Autonomie und Unabhängigkeit).
Ich würde Ihnen dringend empfehlen den Artikel noch einmal gründlich durchzulesen. Jede Firma weiß, das ein MA frisch von der UNI nur auf Zeit da ist. Wenn allerdings jemand geistig so minder bemittelt ist, das er es auf einer öffentlichen Plattform so heraus posaunt, der verdient es auch nicht anders. Das was in dem Artikel beschrieben wird hat definitiv nichts mit Leibeigentum zu tun, sondern einfach nur mit Arroganz.

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