KarriereSPIEGEL

Korruption, Bestechung, Diebstahl

Viele deutsche Firmen sind schlecht auf Whistleblowing vorbereitet

Unternehmen in Deutschland sind oft nicht gut genug darauf eingestellt, wenn Mitarbeiter Missstände aufdecken wollen. Eine Studie zeigt: Das kann zum finanziellen Risiko werden.

Getty Images/Cultura RF

Mittwoch, 15.05.2019   11:04 Uhr

Deutschland hat Nachholbedarf beim Thema Whistleblowing, und zwar reichlich: Nur knapp über die Hälfte der Unternehmen hierzulande hat eine Meldestelle für interne Informanten eingerichtet. An diese können sich Mitarbeiter wenden, die beispielsweise Korruption oder Diebstahl von Informationen bemerken.

Gleichzeitig treten - im Vergleich zu anderen untersuchten Ländern - in Deutschland am häufigsten Missstände auf. Das zeigt der "Whistleblowing Report 2019" der Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Chur und des Münchner Technologieanbieters EQS Group.

"Das ist ein klares Defizit", sagte Studienautor Christian Hauser von der HTW Chur dem SPIEGEL. In 43 Prozent der befragten deutschen Firmen sei im Jahr 2018 illegales oder unethisches Verhalten aufgetreten. In der Schweiz seien dagegen nur knapp über ein Drittel der Unternehmen betroffen gewesen.

Die Wissenschaftler hatten insgesamt 1392 Unternehmen mit mindestens 20 Mitarbeitern aus Deutschland, der Schweiz, Großbritannien und Frankreich befragt.

Anonymität als Schutz für Hinweisgeber

Geben potenzielle Whistleblower ihre Informationen nicht weiter, könne dies für ein Unternehmen zu großem finanziellen Schaden führen, erklärte Hauser. Etwa jeder fünfte betroffene Betrieb bezifferte diesen Schaden auf mehr als 100.000 Euro.

Mitarbeiter sollten ihre Beobachtungen möglichst anonym weitergeben können, so die Empfehlung des Wissenschaftlers - etwa über eine App, eine eigens eingerichtete Hotline oder online. "Gerade am Anfang befürchten Angestellte, dass ihnen sonst ein Nachteil entstehen könnte."

Für die Unternehmen lohne sich ein anonymes Meldesystem: Bedeutende Missstände würden oft erst durch diese Stellen aufgedeckt. Während in Deutschland nur 56 Prozent der Unternehmen über eine Meldestelle verfügten, seien es in Großbritannien und der Schweiz immerhin 65 Prozent.

lmd

insgesamt 4 Beiträge
presstituierte 15.05.2019
1. Was bringen Firmen interne Meldestellen
wenn "Korruption, Bestechung, Diebstahl" sowie "illegales und/oder unethisches Verhalten" der Gesinnung der Fimen- Eliten/Führung entsprechen? Und/Oder Staatseliten involviert sind? Wie wäre es wenn Stellen [...]
wenn "Korruption, Bestechung, Diebstahl" sowie "illegales und/oder unethisches Verhalten" der Gesinnung der Fimen- Eliten/Führung entsprechen? Und/Oder Staatseliten involviert sind? Wie wäre es wenn Stellen die als unabhängig gelten, vllt. die Presse, eine solche anonyme, offizielle Meldestelle einrichtet?
bernteone 15.05.2019
2. Das einfachste wäre doch
die Missstände abzustellen , dann habe ich kein schlechtes Gewissen und brauchb.ich nicht vor Whistleblower uu schützen . Aber die Idee ist anscheinend so abwegig und wird nicht einmal in betracht gezogen . Besser man schult die [...]
die Missstände abzustellen , dann habe ich kein schlechtes Gewissen und brauchb.ich nicht vor Whistleblower uu schützen . Aber die Idee ist anscheinend so abwegig und wird nicht einmal in betracht gezogen . Besser man schult die Unternehmen wie sie ihre Leichen im Keller verbergen können als das man dafür sorgt das rs keine gibt .
bommerlunder 15.05.2019
3. Missverständlich
Der Titel ist missverständlich. Ich habe das auch erst so verstanden. Aber es geht im Gegenteil darum, die Fehler melden zu können und dadurch zu vermeiden, nicht um die Verschleierung.
Zitat von bernteonedie Missstände abzustellen , dann habe ich kein schlechtes Gewissen und brauchb.ich nicht vor Whistleblower uu schützen . Aber die Idee ist anscheinend so abwegig und wird nicht einmal in betracht gezogen . Besser man schult die Unternehmen wie sie ihre Leichen im Keller verbergen können als das man dafür sorgt das rs keine gibt .
Der Titel ist missverständlich. Ich habe das auch erst so verstanden. Aber es geht im Gegenteil darum, die Fehler melden zu können und dadurch zu vermeiden, nicht um die Verschleierung.
latrodectus67 15.05.2019
4. Ergebnis einer guten EU Entscheidung
Ein positives Ergebnis der Abstimmung im April im EU Parlament, das die http://www.europarl.europa.eu/RegData/docs_autres_institutions/commission_europeenne/com/2018/0218/COM_COM(2018)0218_EN.pdf "on the protection of [...]
Ein positives Ergebnis der Abstimmung im April im EU Parlament, das die http://www.europarl.europa.eu/RegData/docs_autres_institutions/commission_europeenne/com/2018/0218/COM_COM(2018)0218_EN.pdf "on the protection of persons reporting on breaches of Union law" zum EU Gesetz machte. Was mir nicht eingeht ist, warum hier nicht darauf hingewiesen wird, was für eine wirklich tolle Entscheidung das war. Und das es nun endlich allen Mitarbeitern möglich sein wird, Probleme zur Sprache zu bringen. Besonders schön der Teil der Direktive der beschreibt, dass wenn der Arbeitgeber Vergeltung am Whistleblower übt, es eine Beweislastumkehr zugunsten des Whistleblowers gibt, Artikel 15.

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