Kultur

Architekt über das Museum der Moderne

"Die Kosten haben sich keineswegs verdreifacht"

Pierre de Meuron entwarf mit seinem Partner Jacques Herzog die Elbphilharmonie, die Tate Modern und das Museum der Moderne. Er verteidigt sein neues Projekt gegen Vorwürfe, erneut würden die Kosten explodieren.

Herzog & de Meuron

Das Museum der Moderne in einem Entwurf. Es soll rund 450 Millionen Euro kosten

Freitag, 15.11.2019   20:01 Uhr

Ursprünglich waren 180 Millionen Euro vorgesehen, dann 200 Millionen Euro - jetzt bewilligte der Haushaltsausschuss des Bundestages Baukosten in Höhe von 364,2 Millionen Euro für das geplante Museum der Moderne in Berlin. Die Gesamtsumme des Projektes liegt noch höher, bei rund 450 Millionen Euro.

In einem Statement, das dem SPIEGEL vorliegt, verteidigt der Architekt des Projektes, Pierre de Meuron, die Höhe der Kosten. Diese hätten sich keineswegs verdreifacht, weil die ursprünglichen Beträge sich lediglich auf eine Projektstudie ohne konkrete Gebäudeplanung bezogen hätten. Erst nachdem der Entwurf von de Meuron und seinem Partner Jacques Herzog den Wettbewerb gewonnen hatte, habe man sich überhaupt seriös an die Planung des Baus und an eine belastbare Kostenberechnung machen können.

Die Preissteigerung habe mehrere Gründe. So seien die Indexsteigerungen in den letzten Jahren in Berlin besonders hoch gewesen. Wegen einer Verkleinerung des Grundrisses und Gebäudevolumens wurden mehr Untergeschossflächen nötig. Auch die Bruttogrundrissfläche musste vergrößert werden, um die gleich gebliebene Nutzfläche umzusetzen. Zusätzlich fordere das Projekt durch besonders anspruchsvolle bautechnische Aspekte heraus.

De Meuron verteidigt in dem Statement auch die Kosten für die Elbphilharmonie in Hamburg. Es sei unwahr, dass der Preis für das Gebäude sich um das elf-fache gesteigert habe. Die ursprünglich anvisierten 77 Millionen Euro seien eine grobe Schätzung gewesen, die sich allein auf eine ursprünglich geplante Konzerthalle bezogen habe. In den 40 Jahren ihrer Tätigkeit hätten de Meuron und Herzog die überwiegende Mehrheit der Projekte im Kostenrahmen fertiggestellt: "Sonst gäbe es unser Büro nicht mehr."

cpa/kae

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