Leben und Lernen

Ferienjobs

Wann und wie viel Schüler arbeiten dürfen

Erdbeeren pflücken, im elterlichen Betrieb aushelfen oder Eis verkaufen: Für Ferienjobs von Schülern gibt es strenge Auflagen. Unter bestimmten Bedingungen dürfen aber selbst 13- und 14-Jährige schon arbeiten.

Sarah Casillas/ Moxie Productions/ Blend Images LLC/ Getty Images

In der Gastronomie dürfen Jugendliche bis 22 Uhr arbeiten - wenn sie mindestens 16 Jahre alt sind

Dienstag, 09.07.2019   11:49 Uhr

In der Ferienzeit können Schülerinnen und Schüler ihr erstes eigenes Geld verdienen, ihr Taschengeld aufbessern oder für eine Reise oder den Führerschein sparen.

Doch für Kinder und Jugendliche gibt es strenge Vorgaben, wann und wie viel sie arbeiten dürfen. SPIEGEL ONLINE hat die wichtigsten Regeln hier zusammengefasst.

Ab welchem Alter dürfen Schüler arbeiten?

Einen richtigen Ferienjob mit bis zu acht Stunden Arbeit am Tag dürfen Schüler erst ab 15 Jahren machen. Dann gelten sie als Jugendliche. Die Arbeitsbedingungen für sie sind im Jugendarbeitsschutzgesetz geregelt. Kinderarbeit ist in Deutschland verboten, für 13- und 14-Jährige gibt es aber Ausnahmen bei kurzen, leichten Tätigkeiten. Die sind in der Kinderarbeitsschutzverordnung festgelegt.

Wann und wie viel dürfen Schüler ab 15 bei Ferienjobs arbeiten?

Schülerinnen und Schüler dürfen in den Ferien höchstens vier Wochen im Jahr arbeiten. Denn eigentlich sollen sie sich in den Schulferien erholen. Auch die Arbeitszeit ist streng geregelt: acht Stunden täglich an maximal fünf Werktagen die Woche, Beginn frühestens um 6 Uhr, Ende spätestens um 20 Uhr. Ab 4,5 Stunden Arbeit sind 30 Minuten Pause Pflicht, bei mehr als sechs Stunden muss die Pause insgesamt eine Stunde lang sein.

Für einige Branchen gibt es Ausnahmen: In der Gastronomie, der Altenpflege oder der Landwirtschaft darf auch am Wochenende gearbeitet werden. Jugendliche ab 16 Jahren dürfen in Bäckereien schon um 4 Uhr morgens beginnen und in der Gastronomie oder im Veranstaltungsbereich bis 22 Uhr arbeiten.

Was ist für Jugendliche verboten?

Mehr als 40 Stunden die Woche sind für Jugendliche tabu. Auch Akkordarbeit ist laut Gesetz verboten. Gefährliche und gesundheitsschädliche Arbeiten etwa durch Lärm oder Strahlung dürfen Jugendliche genauso wenig ausführen wie Jobs, von denen "sittliche Gefahren" ausgehen. Eine Broschüre des Arbeitsministeriums fasst die wichtigsten Punkte zusammen.

Was gilt für Kinder zwischen 13 und 14?

Kinder ab 13 dürfen nur kurzzeitige leichte Arbeiten machen. Darunter fallen Babysitten, Zeitungen austragen, Nachhilfe geben, einkaufen oder Botengänge verrichten. In der Landwirtschaft dürfen sie bei der Ernte helfen oder Tiere versorgen.

Allerdings müssen die Eltern dem Job zustimmen und die Arbeitszeit darf nicht länger als zwei Stunden, in der Landwirtschaft drei Stunden täglich sein. Das Gesetz schreibt zudem fest, dass die Arbeit nicht vor 8 Uhr losgehen darf und bis 18 Uhr enden muss.

Wie viel Geld steht Kindern und Jugendlichen zu?

Der Mindestlohn von zurzeit 9,19 Euro gilt erst für Beschäftigte ab 18 Jahren. DGB-Jugend rät Jugendlichen deshalb, auf jeden Fall einen Arbeitsvertrag abzuschließen und den Lohn dabei "ganz genau im Blick zu haben". Minderjährige sollten auch fair bezahlt werden.

Was ist mit Steuern und Versicherung?

Bei sogenannten Minijobs bis 450 Euro fallen keine Steuern an. Wer mehr verdient und über den monatlichen Lohnsteuerfreibetrag von 764 Euro brutto kommt, muss zunächst Steuern zahlen, bekommt die aber auf Antrag zurück. Wichtig ist dafür, dass der Schüler beim Arbeitgeber die elektronische Lohnsteuerkarte angibt. Die bekommt er beim Finanzamt.

Sozialabgaben wie Krankenversicherung müssen Schüler nicht zahlen. Sollte beim Job etwas passieren, springt die Unfallversicherung des Arbeitgebers ein, heißt es im Ratgeber der DGB-Jugend. Dieser Schutz beginne ab dem ersten Arbeitstag und gelte auch für den Weg zur Arbeit und zurück nach Hause.

sun

insgesamt 2 Beiträge
gunpot 09.07.2019
1. Ich habe immer in den Ferien gejobt
auch später als Unistudent. Hätte man mir vorschreiben wollen, wie viele Stunden pro Tag oder Woche ich das machen darf, hätte ich nur darüber gelacht. Schönen Gruß and die Weicheigesellschaft. Ich lebe übrigens heute [...]
auch später als Unistudent. Hätte man mir vorschreiben wollen, wie viele Stunden pro Tag oder Woche ich das machen darf, hätte ich nur darüber gelacht. Schönen Gruß and die Weicheigesellschaft. Ich lebe übrigens heute hauptsächlich in Zentralafrika. Da werde ich doch mal gleich bei 1000 Gewerbetreibenden in meinem Wohnumfeld prüfen, ob die auch die Normen einhalten. Ich sage Ihnen heute, dass Sie mit Ihren überzogenen Vorstellungen über den Schutz von Minderjährigen in der Arbeitswelt eine schöne Bauchlandung machen werden. Die Jugendlichen selbst werden doch gar nicht gefragt. Nur weiter so, Sie werden aber dem Streben nach Entgelt für Arbeit der Jugendlichen nicht ausbremsen können, insbesondere wenn sie aus EU-Osteuropa kommen. Kümmern Sie sich lieber um die Schwarzarbeit bei uns in D.
widower+2 09.07.2019
2. Seltsame Ansichten
Was an den Bestimmungen zum Schutz von Minderjährigen in der Arbeitswelt finden Sie denn überzogen? Die Bestimmungen sind doch durchaus großzügig. Wollen Sie ernsthaft zentralafrikanische Zuständen auf die deutsche [...]
Zitat von gunpotauch später als Unistudent. Hätte man mir vorschreiben wollen, wie viele Stunden pro Tag oder Woche ich das machen darf, hätte ich nur darüber gelacht. Schönen Gruß and die Weicheigesellschaft. Ich lebe übrigens heute hauptsächlich in Zentralafrika. Da werde ich doch mal gleich bei 1000 Gewerbetreibenden in meinem Wohnumfeld prüfen, ob die auch die Normen einhalten. Ich sage Ihnen heute, dass Sie mit Ihren überzogenen Vorstellungen über den Schutz von Minderjährigen in der Arbeitswelt eine schöne Bauchlandung machen werden. Die Jugendlichen selbst werden doch gar nicht gefragt. Nur weiter so, Sie werden aber dem Streben nach Entgelt für Arbeit der Jugendlichen nicht ausbremsen können, insbesondere wenn sie aus EU-Osteuropa kommen. Kümmern Sie sich lieber um die Schwarzarbeit bei uns in D.
Was an den Bestimmungen zum Schutz von Minderjährigen in der Arbeitswelt finden Sie denn überzogen? Die Bestimmungen sind doch durchaus großzügig. Wollen Sie ernsthaft zentralafrikanische Zuständen auf die deutsche Arbeitswelt übertragen, statt vielleicht dabei mitzuwirken, die Zustände in Ihrer Wahlheimat zu verbessern? Das fände ich ziemlich traurig.

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