Leben und Lernen

Fotoserie über Mütter

Neues Leben

Schlafmangel, Freude, keine Zeit mehr für sich selbst: Fotografin Aleksandra Weber hat Mütter in Bremen fotografiert - und mit ihnen über ihre Erfahrungen gesprochen.

Aleksandra Weber
Von
Donnerstag, 21.02.2019   09:21 Uhr

Asja war 37 Jahre alt, als sie ihr zweites Kind, Tochter Yuna Feline, bekam. Nach der Geburt stellten Asja und ihr Partner fest, dass sie mehr Hilfe brauchten, Unterstützung von den Großeltern. Auch Berlin war zu stressig für die junge Familie, also zog sie um - zurück nach Bremen.

Das Leben mit Kindern sei überwiegend anstrengend, kräftezehrend und nervig, sagt Asja. Dennoch geben sie einem eine besondere Form der Freude, Sinnhaftigkeit und Leichtigkeit. Dieser kleine Teil überwiege aber alles andere.

Fotografin Aleksandra Weber hat von 2016 bis 2018 Frauen wie Asja für ihre Fotoserie "Madonna" porträtiert. Weber sprach die Mütter auf der Straße an, fand sie in ihrem Bekanntenkreis und in einem Mütter-Kind-Zentrum.

Sie fotografierte die Mütter mit ihren Kindern auf dem Arm, meist in der Nähe ihrer Wohnorte. Weber hat sich bewusst dafür entschieden, nur Frauen zu zeigen, Männer haben auf den Aufnahmen nichts zu suchen. Sie interessiert sich für die Erfahrungen der Mütter, möchte ihre Unabhängigkeit, Stärke und Selbstbestimmtheit dokumentieren.

Fotostrecke

Mamma mia: Zwischen Glückseligkeit und Überforderung

Jede von ihnen hat mit Herausforderungen zu kämpfen und muss mit Veränderungen umgehen - wie zum Beispiel auch Lotta. Ein drittes Kind hatte sie nicht geplant, vor allem weil die 36-Jährige noch ihre Großmutter pflegen muss. Bei den ersten beiden Kindern hatte sie große Probleme, einen Betreuungsplatz zu finden. Doch nun sind alle untergekommen und der Jüngste, Titus, wird sieben Stunden am Tag in einer Elterninitiative betreut, sodass Lotta derzeit 18 Stunden die Woche im Einzelhandel arbeiten kann.

Auch Fotografin Weber weiß wie es ist, wenn das Leben durch ein Kind verändert wird. Sie ist selbst Mutter und merkte schnell, dass kaum noch Zeit für eigene Interessen da war. Dass man körperlich und emotional belastet wird. Dass es schwierig sein kann, Familie und Beruf zu vereinbaren.

Im Video: Vollzeitjob und Vierfachmama - Supermütter am Limit

Foto: SPIEGEL TV

Weber will die fotografierten Frauen in ein paar Jahren wieder treffen - und dann im Bild festhalten, was sich seitdem für sie verändert hat.

Mehr im Internet

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung

TOP