Leben und Lernen

Dschungelcamp

Nathalies Mutter darf nicht mehr unterrichten

Nathalie Volk war bei der vorherigen Dschungelcamp-Staffel dabei - ihre Mutter flog mit nach Australien. Allerdings hatte die Lehrerin keinen Urlaub, sondern hatte sich krankgemeldet. Nun wurde sie vom Dienst suspendiert.

RTL/ Stefan Menne

Nathalie Volk im Dschungelcamp

Freitag, 13.01.2017   16:07 Uhr

Gerade startet eine neue Staffel des Dschungelcamps - da hat die vorige ein Nachspiel: Viktoria Volk, die Mutter der Vorjahreskandidatin Nathalie Volk, ist ihren Job vorerst los. Sie hatte Nathalie zum Dschungelcamp nach Australien begleitet, obwohl sie als Lehrerin dafür keinen Urlaub bekommen hatte.

Zunächst hatte Viktoria Volk, die Mathe- und Physiklehrerin am Gymnasium Soltau ist, dafür Sonderurlaub beantragt, doch der wurde nicht bewilligt. Wenig später meldete sie sich für drei Wochen krank, eine Ärztin hatte ihr einen Erschöpfungszustand attestiert. In dieser Zeit flog sie zum Dschungelcamp.

Seither ist sie im Streit mit den Behörden: Das Amtsgericht Soltau hatte im Dezember einen Strafbefehl von 7000 Euro gegen die Pädagogin verhängt, den die Staatsanwaltschaft Lüneburg "wegen Gebrauchs eines unrichtigen Gesundheitszeugnisses" beantragt hatte. Das Gericht war davon ausgegangen, dass die Lehrerin eine Ärztin durch wahrheitswidrige Angaben dazu veranlasst hatte, ihr die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung auszustellen.

Die Lehrerin zahlte jedoch nicht. Der Anwalt der Frau, Andreas Hebestreit, sagte am Freitag, er habe gegen den Strafbefehl Einspruch eingelegt. "Meine Mandantin war tatsächlich erkrankt." Sogar zwei Ärzte hätten die Lehrerin krankgeschrieben. Und weil keine Residenzpflicht bestehe, hätte die Lehrerin nicht unentschuldigt gefehlt.

Mit sofortiger Wirkung suspendiert

Laut der Schulbehörde sei nun, da Volk nicht zahlte, das Disziplinarverfahren gegen die Beamtin wieder aufgenommen worden. Die Lehrerin sei am Donnerstag mit sofortiger Wirkung vom Schuldienst suspendiert worden. Darüber hatte zuerst der NDR berichtet.

Nach ihrer Rückkehr aus Australien war die Mutter zunächst wieder an der Schule im Einsatz gewesen. Damals ließ sie über ihren Anwalt mitteilen, sie habe sich nichts zuschulden kommen lassen. Sie sei erkrankt, nachdem ihre Beurlaubung abgelehnt worden war. Es bestehe kein Zusammenhang zwischen dem abgelehnten Urlaub und der Krankschreibung.

mamk/lgr/dpa

Mehr im Internet

Verwandte Themen

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung

TOP