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Schulsport

Forscher bezeichnen Völkerball als "legalisiertes Mobbing"

Teams wählen, aufstellen, Gegner abwerfen: Kaum etwas wird im Sportunterricht so häufig gespielt wie Völkerball. Aus Kanada kommt nun scharfe Kritik: Das Spiel fördere Unterdrückung und Mobbing.

Steven Errico/ Getty Images

"Die Botschaft beim Völkerball lautet: Es ist okay, andere zu verletzen" (Symbolbild)

Mittwoch, 26.06.2019   21:23 Uhr

Wer Schulsport schon immer schlimm fand und sich vorm Völkerballspielen am liebsten gedrückt hätte, dürfte sich jetzt bestätigt fühlen: Das Spiel ist offenbar alles andere als harmlos, wollen kanadische Forscher um Bildungswissenschaftlerin Joy Butler in einer Studie herausgefunden haben. "Völkerball ist gleichzusetzen mit legalisiertem Mobbing", sagte Butler dem kanadischen Sender CBC.

Die Wissenschaftler haben Schüler im Alter von zwölf bis 15 Jahren zum Sportunterricht an ihrer Schule befragt, berichtete die "Washington Post". Die Ergebnisse wurden im Juni auf einem Kongress in Vancouver vorgestellt und sollen demnächst in der Fachzeitschrift "European Physical Education Review" erscheinen.

In den Befragungen sei "Dodgeball", eine in Nordamerika beliebte Völkerball-Variante, besonders häufig negativ erwähnt worden. Bei dem Spiel stehen sich zwei Mannschaften gegenüber und versuchen, die jeweils anderen Spieler mit einem Ball abzuwerfen. Ein Team gewinnt, wenn alle Gegner getroffen sind.

Viele Lehrer sehen Völkerball laut Butler als Hilfsmittel, um Kinder spielerisch auf die "echte Welt" vorzubereiten. Von einigen Schülern werde das Spiel aber als "unterdrückend" und "entmenschlichend" wahrgenommen, so die Forscher. Besonders schwächere Schüler hätten berichtet, beim Völkerball von stärkeren Klassenkameraden gedemütigt zu werden.

Lehrer sollten mehr über die Spiele im Sportunterricht nachdenken

"Die Botschaft des Spiels lautet: Es ist okay, andere zu verletzen", sagte Butler, die an der University of British Columbia lehrt, der "Washington Post". Im Sportunterricht sollten die Schüler lernen, ihre Aggressionen zu kontrollieren, anstatt sie auszuleben, so Butler. Co-Autor und Pädagogikprofessor Stephen Berg ergänzt: "In der Schule reden wir viel über Freundlichkeit, Empathie und Mitgefühl. Im Sportunterricht verschwinden alle diese Begriffe."

In den sozialen Medien sorgt der Vorstoß für Diskussionen: Man dürfe die Schüler nicht in Watte packen, schreiben einige Nutzer auf Twitter. Andere berichten von ihren eigenen schlechten Erfahrungen mit Völkerball oder setzen sich sogar für ein Verbot des Spiels ein.

Die Wissenschaftler fordern: Lehrer sollten mehr über die Spiele im Sportunterricht nachdenken, um vor allem schwächere Schüler zu schützen. Außerdem empfehlen sie, die Kinder eigene Spiele entwickeln zu lassen, bei denen sie sich gemeinsam auf Regeln einigen müssen.

jkl

insgesamt 128 Beiträge
phantasierender... 26.06.2019
1. war mein Lieblingsspiel als ich noch
in der Grundschule war, weil ich immer einer der besten war (also noch der letzte im Feld) ;-) und sowas als Mobbing bezeichnen ? ihr habt sie doch nicht mehr alle !
in der Grundschule war, weil ich immer einer der besten war (also noch der letzte im Feld) ;-) und sowas als Mobbing bezeichnen ? ihr habt sie doch nicht mehr alle !
ellibelli65 26.06.2019
2. Stimmt!
Völkerball hinterließ bei uns Mädchen jedes Mal eine aggressive Atmosphäre in der Umkleide. Wir waren über Tage zerstritten. Die Sportlehrerin sah darin kein Problem.
Völkerball hinterließ bei uns Mädchen jedes Mal eine aggressive Atmosphäre in der Umkleide. Wir waren über Tage zerstritten. Die Sportlehrerin sah darin kein Problem.
walter.klein 26.06.2019
3. Wie man unschwer erkennen kann,
Das Sommerloch hat hochkonjunktur und jene die sich Forscher nennen, den geht langsam das zu forschende Öbjekt aus. Wie wäre es denn mit dem liebesleben der Regenwürmer und dessen Auswirkungen auf die abschmelzenden Gletscher [...]
Das Sommerloch hat hochkonjunktur und jene die sich Forscher nennen, den geht langsam das zu forschende Öbjekt aus. Wie wäre es denn mit dem liebesleben der Regenwürmer und dessen Auswirkungen auf die abschmelzenden Gletscher im Himalaya ? Wäre doch etwas was noch mit Staatsgeldern zu unterstützen wäre.
oelfinger 26.06.2019
4.
Von einigen Schülern werde das Spiel aber als "unterdrückend" und "entmenschlichend" wahrgenommen... Ja, war auch zu meiner Schulzeit schon so, daß die Kleinen und/oder Dicken als letzte in die Mannschaft [...]
Von einigen Schülern werde das Spiel aber als "unterdrückend" und "entmenschlichend" wahrgenommen... Ja, war auch zu meiner Schulzeit schon so, daß die Kleinen und/oder Dicken als letzte in die Mannschaft gewählt und als Kanonenfutter vorgeschickt wurden. Haben aber alle geistig und körperlich gut verkraftet. Keiner fühlte sich traumatisiert, keiner ist zum Massenmörder geworden. Die Schwächeren schützen? Einerseits ja, aber wann und wie sollen die es lernen, sich durchzusetzen? Gerade dafür sind Mannschaftsspiele doch geeignet.
anonym187 26.06.2019
5. schwachsinn
nur weil einige unsportliche nicht mit völkerball zurecht kommen, muss man sie nicht bemuttern! eher ermutigen besser zu werden!
nur weil einige unsportliche nicht mit völkerball zurecht kommen, muss man sie nicht bemuttern! eher ermutigen besser zu werden!
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