Leben und Lernen

Hilfe von der Therapeutin

"Ich will eine Zweck-WG, meine Mitbewohner nicht"

Samuels Mitbewohner wollen ihn schon nach einer Woche wieder loswerden. Das Problem: Er will eine Zweck-WG, die anderen einen geselligen Mitbewohner. Was kann Samuel tun?

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Soll es in der WG um viel Gemeinsamkeit gehen - oder nur um eine günstige Wohnung?

Aufgezeichnet von
Montag, 29.04.2019   17:40 Uhr

Samuel* schreibt:

"Ich wohne erst seit einer Woche in einer WG, doch meine Mitbewohner wollen schon jetzt, dass ich ausziehe. Die Probleme fingen an, als mir meine Mitbewohnerin sagte, sie hätte wechselnde Geschlechtspartner und ich daraufhin antwortete, dass dies die Definition einer Schlampe sei.

Als meine Mitbewohner meinten, ich solle ausziehen, drohte ich mit einem Anwalt. Nun darf ich erst einmal bleiben.

Ich glaube, ich passe hier einfach nicht rein. Ich will eine Zweck-WG, meine Mitbewohner offenbar nicht. Dabei ist doch jede WG eine Zweck-WG, allein schon weil man Kosten spart, wenn man sich eine Wohnung teilt. Ich gehe meinen Mitbewohnern auch nicht auf die Nerven, versuche nett und freundlich zu sein.

Aber wenn ich mal etwas sage, dann kommen motzige Antworten zurück. Sie warfen mir auch vor, dass ich sie angelogen hätte, als ich mich vorgestellt habe. Dabei hatte ich klar gesagt, dass ich nicht gern in Kneipen gehe.

Du hast WG-Kummer?

Nun haben wir vereinbart, dass ich bleiben darf, bis ein Apartment des Studentenwerks frei ist. Ein Wohnheimplatz wäre für mich eine Zumutung, da ich schon 32 Jahre alt bin.

Trotzdem meinten sie neulich, es sei eine Wohnung für 500 Euro frei. Aber, hallo?! Ich bin ein armer Student. Die anderen beiden gehen arbeiten. Dann sollen sie doch dort hinziehen. Studentischer Wohnraum ist ohnehin schon knapp. Und die beiden nehmen Studenten die Zimmer weg und wollen mich dann auch noch rausschmeißen. Wie können die nur denken, sie seien im Recht?

Außerdem haben sie mich ja auch ausgewählt. Wie können sie nur sagen, ihnen sei es egal, dass mir das Studium wichtig ist?

Vielleicht hätte ich ihnen auch nicht erzählen sollen, dass ich Mathe erotisch finde?"

*Name geändert

Zur Person

Sabine Stiehler antwortet:

"Lieber Samuel,

Sie haben völlig recht, jede WG ist auch eine Zweck-WG, weil man Kosten spart. Darüber hinaus wollen viele Mitbewohner noch gemeinsam etwas unternehmen. Da Sie nicht gern in Kneipen gehen, werden Sie wahrscheinlich nicht so sympathisch gefunden.

Auf mich wirken Sie so, als seien Sie sehr auf sich bezogen. Vielleicht hilft es, wenn Sie sich vorher konkret überlegen, was Sie sagen wollen und wie es ankommt. Auch wenn Sie Situationen kommentieren wollen, halten Sie erst einmal inne und überlegen sich, was das auslösen kann.

Jemanden als Schlampe zu bezeichnen, ist nun einmal ziemlich verletzend. Auch, dass Sie Mathe erotisch finden, ist so eine Anmerkung, die man vielleicht nur schwer nachvollziehen kann.

Teilen Sie Ihren Mitbewohnern mit, welche Schwierigkeiten Sie in der WG haben. Die Mitarbeiter werden dann sicher schauen, ob sie einige Vorgänge beschleunigen können. Sie können sich auch gern an die psychologische Beratung wenden, vielleicht können sich die Berater auch für Sie bei der Wohnheimverwaltung im Studentenwerk einsetzen."

insgesamt 38 Beiträge
zeichenkette 29.04.2019
1. Äh...
War das jetzt extra dafür konstruiert, dass man sich über diesen Studenten lustig macht? Natürlich kann er sich ja einfach eine andere WG suchen, natürlich können diese Leute so zusammenwohnen wie sie wollen, natürlich ist [...]
War das jetzt extra dafür konstruiert, dass man sich über diesen Studenten lustig macht? Natürlich kann er sich ja einfach eine andere WG suchen, natürlich können diese Leute so zusammenwohnen wie sie wollen, natürlich ist es ein Witz, einerseits von einer Zweck-WG zu reden und zu sagen, dass man "nett und freundlich" ist, andererseits aber den Lebensstil der anderen beleidigend und wertend zu kommentieren. Was soll man dazu noch sagen? Das ist entweder kindisch oder erfunden, sorry.
Koda 29.04.2019
2. Schlampe bzw. selbstbestimmtes Sexualleben
Den Spruch mit der Definition einer Schlampe knallt man jemandem aber auch nicht einfach so um die Ohren - da hätte die Chemie bereits vorher stimmen müssen, dass man solche Sprüche vertragen oder lustig finden kann. Und [...]
Den Spruch mit der Definition einer Schlampe knallt man jemandem aber auch nicht einfach so um die Ohren - da hätte die Chemie bereits vorher stimmen müssen, dass man solche Sprüche vertragen oder lustig finden kann. Und wenn man dann schon mit dem Anwalt droht, sollte man eine WG - wo man enger aufeinander hockt als in einem Mehrfamilienhaus - vielleicht doch verlassen. Oder zumindest anfangen den Wechsel zu planen. Ansonsten: wurde vorher durchgegeben dass man a) Student ist und b) bereits 32 Jahre alt - (irgendwann möchte Jeder mal fertig werden) da hätten die Bewohner bei der Auswahl das schon vorher mit berücksichtigen sollen.
Postwachstumsökonom 29.04.2019
3. Alles halb so wild
Der Mitbewohnerin mit den wechselnden Geschlechtspartnern hätte ich gesagt, das ich das gut finde und bei Bedarf zur Verfügung stehe. Ansonsten empfehle ich, alternativ in ein Tinyhouse oder in einen Van zu ziehen. Ist noch [...]
Der Mitbewohnerin mit den wechselnden Geschlechtspartnern hätte ich gesagt, das ich das gut finde und bei Bedarf zur Verfügung stehe. Ansonsten empfehle ich, alternativ in ein Tinyhouse oder in einen Van zu ziehen. Ist noch billiger als die Mitbewohnerin und man kann machen was man will z.b. Fernsehen gucken oder sich alleine günstig volllaufen lassen, ohne den teuren Kneipenschnickschnack drum herum und immer die gleichen wiederkehrenden Gespräche mit Leuten, die ja eigentlich nur ihren Zweck zur Senkung der eigenen Miete erfüllen sollen. Aber das sollte man ja vorher wissen wenn man sozial inkompatibel ist:-)
touri 29.04.2019
4.
Sehe ich ähnlich. Wenn die Story stimmt und nicht nur frei erfunden ist, dann ist der junge Mann emotional etwas gestört. Erwartet er wirklich ein gutes zusammenleben in einer WG, wenn er eine der Mitbewohnerinnen als [...]
Zitat von zeichenketteWar das jetzt extra dafür konstruiert, dass man sich über diesen Studenten lustig macht? Natürlich kann er sich ja einfach eine andere WG suchen, natürlich können diese Leute so zusammenwohnen wie sie wollen, natürlich ist es ein Witz, einerseits von einer Zweck-WG zu reden und zu sagen, dass man "nett und freundlich" ist, andererseits aber den Lebensstil der anderen beleidigend und wertend zu kommentieren. Was soll man dazu noch sagen? Das ist entweder kindisch oder erfunden, sorry.
Sehe ich ähnlich. Wenn die Story stimmt und nicht nur frei erfunden ist, dann ist der junge Mann emotional etwas gestört. Erwartet er wirklich ein gutes zusammenleben in einer WG, wenn er eine der Mitbewohnerinnen als Schlampe bezeichnet? Meine Güte, wie viele Männer sie abschleppt ist doch ihre Sache oder ist er nur frustriert, das er nicht zu dem Kreis dazuzählt? Mein Mitleid mit dem Mann hält sich stark in Grenzen.
Lebkuchenkiller 29.04.2019
5.
Ich glaub, da wollte jemand die WG-Therapeutin veräppeln
Ich glaub, da wollte jemand die WG-Therapeutin veräppeln

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