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So wird Schaufensterbeleuchtung zum Fotostudio

Nachts beleuchtete Auslagen bieten Fotografen interessante Möglichkeiten. "DOCMA"-Autor Christian Thieme beschreibt, wie damit in einer Einkaufsstraße kreative Fotos entstehen können.

Christian Thieme

Schnappschuss vor einem geschlossenen Geschäft

Samstag, 19.01.2019   06:42 Uhr

Während der Winterzeit versinkt die Sonne bereits früh hinter dem Horizont. Es ist die Zeit, in der stilvolle bunte Lichter in den Einkaufsmeilen der Städte flanierenden Kunden den Weg zum nächsten Schnäppchen weisen. Nach Geschäftsschluss leeren sich die Straßen und dem Fotografen bietet sich eine Lichtbühne, die er vielfältig in Szene setzen kann.

Das Foto-Shooting für diesen Artikel fand in der Düsseldorfer Königsallee statt. Hier reihen sich Geschäfte und Passagen aneinander, die nicht nur hochpreisige Ware anbieten, sondern ihre glamourösen Präsentationen auch gerne in aufwendige Lichtinstallationen kleiden. Teilweise hat der Betrachter das Gefühl, einer künstlerischen Inzsenierung gegenüberzustehen.

Für Fotografen bietet sich hier eine Fülle an Möglichkeiten. Während im Studio meist viele Lichter mit Farbfolien und Lichtformern zum Einsatz kommen müssen, um eine abwechslungsreiche Lichtkulisse zu schaffen, ist in der Stadt schon alles vorbereitet.

In den hier gezeigten Beispielen wurde gänzlich auf Zubehör wie Blitze und Reflektoren verzichtet. Das kann den Fotografen vor Hürden stellen, belohnt ihn aber auch mit interessanten Effekten.

Ein Stativ hilft nach Sonnenuntergang, verwackelte Bilder zu vermeiden, ein lichtstarkes Objektiv gehört zwingend dazu, und der nötige ISO-Wert erreicht schnell 3200 oder 6400, was wiederum das Bildrauschen verstärkt. Die Aufnahmen sollten im Raw-Format festgehalten werden, um später das Maximum aus dem Foto herausholen zu können, denn auf Basis von 8-Bit-JPEGs werden sich kaum ausgewogene Ergebnisse erzielen lassen.

Gefunden in

Wie immer, wenn die Lichtquellen Teil des Bildes sind, ist ein großer Dynamikumfang der Kamera nötig. Die Lichtflächen überstrahlen meist schon das Motiv, während das Model noch immer nicht ausreichend belichtet ist. An die für die jeweilige Szene optimale Belichtung müssen Sie sich herantasten. Die beste Kontrolle bietet der manuelle Belichtungsmodus. Schatten hellen Sie später in Lightroom oder Photoshop auf, Lichter dunkeln Sie etwas ab, und zum Schluss sorgt der richtige Look für ein spannendes Resultat.

Bei Bedarf kann der Fotograf die Lichtszenerie durch weitere Lichtquellen und -former gestalten. Eine Aufhellung von vorne unterstützt die Fokussierung und bringt den Szenenkontrast auf ein Niveau, das der Sensor der Kamera leichter bewältigen kann.

insgesamt 4 Beiträge
durchsichtig 19.01.2019
1. Aha...
Angesichts der eher nichtssagenden Bilder stellt sich mir die Frage: wozu das Ganze? Das ist wie eine Anleitung zur Mondfotografie. Nichts ist so oft und vielfach kaum übertrefflich abgelichtet wie die bleiche Scheibe am [...]
Angesichts der eher nichtssagenden Bilder stellt sich mir die Frage: wozu das Ganze? Das ist wie eine Anleitung zur Mondfotografie. Nichts ist so oft und vielfach kaum übertrefflich abgelichtet wie die bleiche Scheibe am nächtlichen Himmel. Warum ihn noch 2 Milliarden mal knipsen?
Sensør 19.01.2019
2. @1
Richtig, der Mond ist oft genug geknippst worden, aber noch lange nicht von jedem. Bilder bei modernem Kunstlicht können auch interessant werden, bei diesen Beispielen kam es wohl eher auf die Freundin des Fotografen an.
Richtig, der Mond ist oft genug geknippst worden, aber noch lange nicht von jedem. Bilder bei modernem Kunstlicht können auch interessant werden, bei diesen Beispielen kam es wohl eher auf die Freundin des Fotografen an.
Gerdd 19.01.2019
3. Zwei Dinge ...
... kann man hier mit nach Hause nehmen: 1. Da gibt es wirklich interessante Lichtsituationen. Egal ist, ob der Autor sein Modell optimal in Szene gesetzt hat. 2. Der Hinweis auf die höhere Bitdichte im Raw-Format. Die [...]
... kann man hier mit nach Hause nehmen: 1. Da gibt es wirklich interessante Lichtsituationen. Egal ist, ob der Autor sein Modell optimal in Szene gesetzt hat. 2. Der Hinweis auf die höhere Bitdichte im Raw-Format. Die ersetzt nämlich im Zweifelsfall sogar die Umstände mit den drei Aufnahmen bei der HDR-Fotografie. Letztlich tun wir da ja auch nichts anderes, als die Zeichnung in den Lichtern und in den Schatten zu verbessern. Im zweiten Schritt basteln wir uns dann wiedet ein 8-Bit-Bild, das unsere Bildschirme und Drucker darstellen können.
spon-facebook-1797242984 20.01.2019
4. kann ich nicht...
Bei uns ist der Einzelhandel kaputt. Daher die Straßen abends dunkel. Kann man das auch alternativ in den Amazon oder Zalando Lagerhallen?
Bei uns ist der Einzelhandel kaputt. Daher die Straßen abends dunkel. Kann man das auch alternativ in den Amazon oder Zalando Lagerhallen?

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