Netzwelt

Fujifilm X-M1 im Test

Preiswerte Kamera trumpft mit Fujis Supersensor auf

Den viel gepriesenen X-Trans-Bildsensor hat Fujifilm bisher nur in Kameras eingebaut, die mehr als tausend Euro kosten. Die X-M1 ist deutlich günstiger, trotz Supersensor. Woran der Hersteller dafür spart, verrät der Test.

Konrad Lischka
Von
Freitag, 13.09.2013   14:54 Uhr

Richtig billig ist die bisher günstigste Fujifilm-Systemkamera nicht: Knapp 800 Euro kostet die X-M1 im Paket mit dem preiswertesten Objektiv. Verglichen mit Kompaktkameras ist das viel Geld, aber die Bildqualität ist ungleich besser. In der Kamera steckt der gleiche X-Trans-Bildsensor wie in den viel teureren Modellen X-E1 (300 Euro Aufpreis) und X-Pro1 (700 Euro Aufpreis).

Dieser Fuji-Sensor liefert erstaunlich detailreiche, scharfe und bei niedriger ISO-Empfindlichkeit rauschfreie Dateien. Selbst bei höheren Empfindlichkeiten sind die Fotos immer noch rauscharm. So günstig wie in der X-M1 war diese Technik bislang nicht zu haben.

Bildqualität, Bedienung, Ausstattung - die Stärken und Schwächen der X-M1 im Überblick.

Das gefällt: Format, Bildqualität, Handhabung

Größe: Die X-M1 hat das kleinste Gehäuse aller Fujifilm-Kameras mit dem Supersensor. Sie ist deutlich kompakter als die X-E1, allerdings nur ein wenig leichter. Das ist keine Kamera für die Hosen- oder Jackentasche, aber man kann sie gut über der Schulter tragen und immer mitnehmen. Das ist deutlich angenehmer als mit Spiegelreflexkameras.

Guter Bildschirm: Wer mit der X-M1 fotografiert, ist beim Komponieren des Bildes allein auf den Monitor angewiesen. Einen Sucher gibt es nicht, Digitalsucher lassen sich auch nicht nachrüsten. Vielleicht hat Fujifilm der günstigen Kamera deshalb einen besseren Monitor spendiert als der teureren X-E1. Die Auflösung ist hoch, die Helligkeit lässt sich sehr stark hochregeln. Zudem kann man den Monitor nach unten und oben klappen, bis er im 90-Grad-Winkel vom Gehäuse absteht. Richtig eingestellt, kann man auf diesem Bildschirm auch bei strahlendem Sonnenschein trotz Spiegelungen und Reflexionen noch etwas erkennen. Optimal ist das nicht, aber besser als viele Konkurrenzmodelle.

Bildqualität: Die Aufnahmen sind überdurchschnittlich detailreich, klar und rauscharm für Kameras mit Bildsensoren dieser Größe. Das mit der Kamera im Paket verkaufte Zoom-Objektiv (XC 16-50 mm, f/3,5-f/5,6) liefert für eine solche Dreingabe überdurchschnittliche Abbildungsleistung - die Auflösung ist im Bildzentrum hoch, fällt zum Rand ab, aber nicht extrem. Mit besseren (allerdings teuren) Fujifilm-Objektiven ist mit der X-M1 noch mehr drin, das ist ein Vorteil des Sensors. Man kann auch in der Dämmerung und selbst nachts aus der Hand scharfe, nicht übermäßig verrauschte Fotos machen. Der Signal-Rauschabstand sinkt erst ab der hohen ISO-Empfindlichkeit von 3200 unter die kritische Grenze, ab der Störungen die Bildsignale überlagern.

Bedienung: Oft sparen Kamerahersteller bei günstigeren Modellen Bedienelemente ein. Wer weniger fürs Gehäuse zahlt, muss mehr mit Bildschirmmenüs arbeiten. Fujifilm geht da bei der X-M1 einen eigenen Weg. Bei einigen neuen günstigeren Objektiven, die zusammen mit der Kamera auf den Markt kommen, fehlt der Blendenring. Dafür kann man am Gehäuse der X-M1 manuell die Blende und die Belichtungszeit per Drehrad einstellen. Es gibt ein Rädchen für den rechten Daumen und eines für den Zeigefinger, zusätzlich zu zehn weiteren Schaltern und dem Moduswahlrad. Über diese Schnittstellen ist die X-M1 sehr gut zu bedienen. Kleines Manko: Die Funktionen der Drehräder lassen sich nicht neu programmieren.

Nicht so gut: Autofokus-Geschwindigkeit, WiFi-Funktion,

Autofokus: Die Geschwindigkeit beim automatischen Scharfstellen enttäuscht. Die X-M1 ist da noch etwas langsamer als die X-E1. Für Straßenfotografie reicht das meistens, für statische Motive ohnehin. Aber für Aufnahmen von Szenen mit schnellen Bewegungen ist die X-M1 nicht die erste Wahl. Es gibt viele Kameras mit vergleichbarer Sensorfläche, die schneller arbeiten. Bei anderen Fujifilm-Kameras mit ähnlichen Startproblemen haben nachträgliche Software-Aktualisierungen den Autofokus beschleunigt, vielleicht passiert das auch bei der X-M1.

Details bei der Ausstattung: Einige technische Details kann man kritisieren. Ob sie wirklich nachteilig sind, hängt aber vom persönlichen Arbeitsstil ab. Die digitale Wasserwaage fehlt, ein Digital-Sucher ist nicht nachrüstbar, ebenso die HDR-Automatik. Die Funktionen der Einstellrädchen sind fest vorgegeben, und die Kamera hat zwar ein W-Lan-Modul eingebaut, doch die entsprechende Fuji-Smartphone-App ermöglicht nicht die Fernsteuerung.

Vorteile, Nachteile, Fazit

hohe Bildqualität

sehr gute Handhabung

bislang kompaktestes Gehäuse der Fujifilm-Systemkameras

für die gebotene Qualität preiswert

gutes Kit-Objekitv

Autofokus vergleichweise langsam

Objektivauswahl klein, wenig Gebrauchtangebot, hohe Preise

Die X-M1 bietet eine überdurchschnittlich hohe Bildqualität für eine Kamera in dieser Preis- und Größenklasse. Sie ist eine gute Kamera für alle, die Wert auf hohe Bildqualität legen und mit Halbautomatiken oder manuellen Einstellmöglichkeiten arbeiten wollen.

Größtes Manko der Kamera ist momentan der Autofokus. Wer beispielsweise rennende Hunde fotografieren will, sollte abwarten, wie sehr sich die Geschwindigkeit des Geräts mit neuer Software und anderen Objektiven verbessert.

Kompakte Kameras: X-M1, EOS M und DP2 Merrill

Kamera Fujifilm X-M1 Canon EOS M Fujifilm X-E1 Sigma DP2 Merrill
günstigster Preis * (mit / ohne Objektiv) 1207,9 / 679 563 / - 1327,90 / 799 719
Maße (Gehäuse) 11,7 x 6,7 x 3,9 10,9 x 6,7 x 3,2 12,9 x 7,5 x 3,8 12,1 x 6,67 x 5,92
Volumen (Gehäusemaße), cm³ 305,721 233,69 367,65 477,78544
Gewicht (mit / ohne Objektiv, Gramm) 396 / 280 403 / 298 416 / 300 330
Objektiv Fujifilm Objektiv XF 18mm 2.0 Canon Objektiv EF-M 22mm 2.0 Fujifilm Objektiv XF 18mm 2.0 f/2,8
Objektiv (Brennweite kb.-äquivalent) 27 35 27 45
günstigster Preis Objekitv 575 231,46 575 -
Naheinstellgrenze (cm) 18 15 18 28
Auflösung (Megapixel) 16,3 18 16,3 15,3 / 46 (15,3 in drei Schichten)
Sensorgröße (cm²) 3,68 3,31 3,68 3,69
Megapixel pro cm² 4,43 5,43 4,43 4,15 / 12,46
Display (Diagonale Zoll / cm) 3 / 7,6 3 / 7,6 2,8 3 / 7,6
Display Auflösung (Pixel / Subpixel) 306.666 / 920.000 346.666 / 1.040.000 153.333 / 460.000 306.666 / 920.000
Dateiformat RAW / JPG RAW / JPG RAW / JPG RAW (derzeit nur mit Sigma-Software zu entwickeln) / JPG
Besonderheiten Display neigbar, kein Tiefpassfilter Touchscreen kein Tiefpassfilter, elektronischer Sucher, Mikrofonanschluss, Blitz kein Tiefpassfilter, Foveon X3 Bildsensor

insgesamt 19 Beiträge
fs01 13.09.2013
1. Woran der Spiegel spart...
...ist offensichtlich: "An was der Hersteller dafür spart." An der Journalistenausbildung.
...ist offensichtlich: "An was der Hersteller dafür spart." An der Journalistenausbildung.
berns 13.09.2013
2. Schlecht.
Mit so einem "Monitor" ohne Spiegelreflexsucher kann man keine guten Fotos machen. Dieser Fotoapparat ist und bleibt etwas für "Amateur-Knipser".
Mit so einem "Monitor" ohne Spiegelreflexsucher kann man keine guten Fotos machen. Dieser Fotoapparat ist und bleibt etwas für "Amateur-Knipser".
kugelsicher 13.09.2013
3. Merrill
Und selbst der so hoch gelobte X-Trans sieht gegen eine Merrill in der BQ kein Land. Es gibt einfach im bezahlbare Bereich keine bessere BQ als es der 46MP Foveon bei einer Merrill bietet. Nur leider hat sie dafür einige [...]
Und selbst der so hoch gelobte X-Trans sieht gegen eine Merrill in der BQ kein Land. Es gibt einfach im bezahlbare Bereich keine bessere BQ als es der 46MP Foveon bei einer Merrill bietet. Nur leider hat sie dafür einige Nachteile, die wohl so manchen Käufer nicht glücklich werden lassen. Das ändert sich wohl erst, wenn mittelfristig auch andere Marken auf den 3 Schicht RGB Sensor setzen und das überzeugend umgesetzt bekommen. Dann wird wohl das Ende der Beyer Sensoren so langsam eingeläutet, zumindest wenn es um High End BQ geht.
vhn 13.09.2013
4. Fuji
Zumindest wird im Artikel deutlich, was lt. einhelliger Fachmeinung das größte Manko der Fujis ist: die AF-Geschwindigkeit. Das zweite Manko für den ambitionierten Fotografen ist die eingeschränkte Objektivauswahl. Der [...]
Zumindest wird im Artikel deutlich, was lt. einhelliger Fachmeinung das größte Manko der Fujis ist: die AF-Geschwindigkeit. Das zweite Manko für den ambitionierten Fotografen ist die eingeschränkte Objektivauswahl. Der Vergleich zu M43 (Panasonic/Olympus) hinkt weil die Sensorfläche kleiner ist. Aber dort hat man mit Hochdruck an bezahlbaren Spitzenobjektiven gearbeitet. Man kauft nicht nur die Kamera, sondern das ganze System. Und da muss man z.Zt. bei Fuji und auch Sony bei teilweise sehr guten Systemkameras mit lichtschwachen oder durchschnittlichen oder eben gar nicht vorhandenen Objektiven leben. Wer 800 € aufwärts für eine Kamera investiert, der weiß meist auch gutes Glas zu schätzen.
swnf 13.09.2013
5. Wieso nicht?
Etwas mehr über Ihre Gründe, wieso man ohne Spiegelreflexsucher Ihrer Meinung nach keine guten Fotos machen kann, hätte mich schon interessiert! Viele der weltbesten und bekanntesten Fotos wurden ohne Spiegelreflexsucher [...]
Zitat von bernsMit so einem "Monitor" ohne Spiegelreflexsucher kann man keine guten Fotos machen. Dieser Fotoapparat ist und bleibt etwas für "Amateur-Knipser".
Etwas mehr über Ihre Gründe, wieso man ohne Spiegelreflexsucher Ihrer Meinung nach keine guten Fotos machen kann, hätte mich schon interessiert! Viele der weltbesten und bekanntesten Fotos wurden ohne Spiegelreflexsucher gemacht!! Zugegebenermaßen aber auch nicht mit Monitor, aber der zeigt immer noch mehr als jeder Sucher einer Sucherkamera ...und mehr hat eine Leica M6 auch nicht! Aber die war dann logischerweise ja auch Mist, oder?

Mehr im Internet

Verwandte Themen

Fotostrecke

Fototechnik-Fachbegriffe

Konrad Lischka

Klicken Sie auf die einzelnen Begriffe, um die Definitionen zu lesen
Brennweite
Die Brennweite gibt eine Entfernung innerhalb des Objektivs einer Kamera an. Genauer: Die Brennweite ist der in Millimetern angegebene Abstand zwischen der Mittelachse der Linse und der Stelle, wo das einfallende Licht auf Sensor oder Film trifft. Relevant ist das für die Bildgestaltung so: Je höher die Brennweite, desto näher wird das abgebildete Objekt herangezoomt.

Die Brennweite verändert auch die Bildwinkel der Aufnahme. Hier spielen aber auch die verschiedenen Aufnahmeformate (sprich: Wie groß ist das auf den Sensor der Kamera einfallende Bild?) eine Rolle. Deshalb geben Hersteller meistens die sogenannte kleinbildäquivalente Brennweite (Equiv.135) an.

Kleinbildbrennweiten werden mit Werten wie zum Beispiel 24-60 mm bei digitalen Kompaktkameras angeben. Wenn ein solches Objekt den Bereich zwischen 17 und 35 mm umfasst (siehe Foto: links 35 mm, rechts 28 mm), sind Weitwinkelaufnahmen möglich (hilfreich, um zum Beispiel Menschengruppen oder Bauwerke aus nicht allzu großer Entfernung aufzunehmen), ab 50 mm ist man schon im leichten Telebereich.
Blendenöffnung
Für eine Kamera ist die Blende, was die Iris für das Auge ist: Diese Öffnung hat eine veränderbare Größe, und je größer sie ist, desto mehr Licht fällt ein. Bei kompakten Digitalkameras kann die Blende manchmal, bei Spiegelreflexkameras meistens auf Wunsch manuell eingestellt werden. Angegeben wird sie dabei mit der sogenannten Blendenzahl (wie um Beispiel 8, 5,6 oder 2,8).

Je größer die Blendenzahl (oft angegeben mit f/Blendenzahl), umso kleiner ist die Blendenöffnung. Konkret: Bei der Blendenzahl 4 ist die Blendenöffnung doppelt so groß wie bei der nächst höheren Blendenzahl 5,6. Die Blendenzahlen beruhen auf einer mathematischen Formel, nach der sich die sogenannte Blendenreihe berechnet. Hier verkleinert sich von Stufe zu Stufe die Blendenöffnung (0,5 / 0,7 / 1 / 1,4 / 2,8 / 4 usw.

Mehr Licht durch eine große Blendenöffnung ermöglicht eine kürzere Verschlusszeit. Eine möglichst kurze Verschlusszeit ist nötig, um sich schnell bewegende Objekte möglichst scharf aufzunehmen. Wer zum Beispiel einzelne Szenen eines Basketballspiels einer nicht allzu hell beleuchteten Sporthalle aufnehmen will, kann eine kleinere Blendenzahl (also eine größere Blendenöffnung) wählen und dafür die Verschlusszeit verkürzen. Als Richtwert gilt dabei: Ein Stufe abwärts in der Blendenreihe erlaubt eine gleichzeitige Halbierung der Belichtungszeit.

Gleichzeitig beeinflusst die Größe der Blendenöffnung die sogenannte Schärfentiefe. Grundregel: Je kleiner die Blendenzahl (und je größer somit die Blendenöffnung), desto geringer die Schärfentiefe. Geringe Schärfentiefe bedeutet: Das Motiv im Vordergrund ist scharf, der Hintergrund ist unscharf. Große Schärfentiefe bedeutet, dass die Partien im Vorder- und Hintergrund scharf auf dem Bild erscheinen.
Verschluss-/ Belichtungszeit
Wie lange die Blende geöffnet ist, wie lange also Licht auf den Sensor der Kamera fällt, gibt die Belichtungszeit an. Je länger diese Verschlusszeit ist, desto mehr Licht fällt auf den Sensor.

Diese Verschlusszeit wird meistens in Sekundenbruchteilen angegeben. 1/1000 ist zum Beispiel eine tausendstel Sekunde. Bei Kompaktkameras kann die Verschlusszeit manchmal, bei Spiegelreflexkameras immer auch manuell eingestellt werden. Angeben wird sie in Zeitstufen (wie 0,5"; 1/4; 1/8; 1/15; 1/30; 1/60; 1/125 usw.). Je größer die Zeitstufe, umso länger ist der Verschluss geöffnet.

Bei einer kurzen Verschlusszeit erscheinen auf dem Bild sich schnell bewegende Objekte scharf, bei längeren Verschlusszeiten wirken sie verwischt, das ist die sogenannte Bewegungsunschärfe. Verwendet man bei solchen Aufnahmen mit längeren Belichtungszeiten kein Stativ oder zumindest eine feste Unterlage für die Kamera, verwackeln die Aufnahmen oft durch die Bewegung der Hand. Ruht die Kamera auf einer festen Unterlage, kann man mit längeren Belichtungszeiten zum Beispiel Autos auf Fotos verwischt erscheinen lassen, während alle statischen Objekte in der Umgebung scharf erscheinen.

Bei sehr kurzen Belichtungszeiten ist eine starke Beleuchtung oder eine entsprechend große Blendenöffnung nötig, um ausreichende Belichtung zu gewährleisten. Grundregel: Stellt man eine Zeitstufe größer ein, kann man eine Blendenzahl weniger einstellen.
Schärfentiefe
Schärfentiefe meint den Bereich in einer bestimmten Entfernung der Kamera, der auf dem Foto als scharf erscheint - je größten dieser Entfernungsbereich ist, umso größer ist die Schärfentiefe.

Konkret: Geringe Schärfentiefe bedeutet, dass das Motiv im Vordergrund scharf, der Hintergrund aber unscharf ist. Große Schärfentiefe bedeutet: Die Partien im Vorder- und Hintergrund erscheinen auf dem Bild scharf. Die Schärfentiefe eines Bildes hängt unter anderem von der Größe der Blendenöffnung ab, aber auch von der Brennweite des Objektivs und dem Bildformat beziehungsweise der Sensorgröße.
Sensorgröße
Die Größe des Fotosensors einer Digitalkamera beeinflusst neben anderen Faktoren die Qualität der Fotos. Angegeben wird die Größe oft in Standardgrößen wie 1/2,3 Zoll oder 1/1,7 Zoll. Diese Größen sind von einem Format für TV-Kameras aus den fünfziger Jahren übernommen, haben keinen direkten Zusammenhang mit der Oberfläche des Sensors.

Einige Beispiele für Sensorgrößen:

- 1/2,3", z.B. Pentax Q: 0,28 cm²
- 1/1,7", z.B. Canon G12, Canon S100: 0,43 cm²
- 2/3", z.B. Fujifilm X10:0,58 cm²
- 1", z.B. Nikon J1, Sony RX100: 1,16 cm²
- 4/3", z.B. Panasonic GF3: 2,25 cm²
- Canon G1X: 2,62 cm²
- Canon APS-C, z.B. 7D: 3,32 cm²
- Nikon DX, z.B. Nikon D90: 3,72 cm²
- Sony APS-C, z.B. Nex-5n: 3,81 cm²
- Kleinbild-Vollformat, z.B. Canon 5D Mark II, Nikon D700, Sony A900: 8,64 cm²
- Mittelformat, z.B. Pentax 645D: 17,28 cm²

Ein Problem bei der Sensorgröße entsteht, wenn auf der gleichen Fläche immer mehr Fotodioden untergebracht werden. Sprich: Eine digitale Kompaktkamera mit derselben Auflösung (gemessen in Megapixel) wie eine Spiegelreflexkamera bringt dieselbe Menge an Fotodioden auf einer kleineren Oberfläche unter. Eine Folge: Auf der kleinen Fläche erreicht weniger Licht jede einzelne der Fotodioden, das Signal muss daher verstärkt werden, was wiederum mehr Störungen, das sogenannte Bildrauschen, mit sich bringt.
Lichtempfindlichkeit / ISO-Wert
Wie lichtempfindlich Filmmaterial ist, wird unter anderem mit den sogenannten ISO-Werten angegeben. Ein Film mit ISO 200 ist doppelt so lichtempfindlich wie ein ISO-100-Film, bei ISO 400 verdoppelt sich die Lichtempfindlichkeit gegenüber ISO 200 und so weiter.

Bei Digitalkameras haben die Hersteller diese Skala übernommen, um die Empfindlichkeit anzugeben. Wenn in einem dämmrigen Umfeld die Verschlusszeit wegen Verwacklungsgefahr nicht stark genug erhöht werden kann und eine allzu große Blendenöffnung wegen des Verlusts an Schärfentiefe nicht erwünscht ist, kann die Empfindlichkeit erhöht werden, um eine ausreichende Belichtung zu gewährleisten. Hebt man die ISO-Stufe um einen Schritt an, kann die Verschlusszeit zum Beispiel um einen Schritt vermindert werden.

Bei Digitalkameras verstärkt die Software das auf dem Sensor eingehende Signal. Dabei verstärkt die auch die Störungen, das sogenannte Bildrauschen nimmt zu.
Megapixel
Der Megapixel-Wert gibt die Auflösung einer Digitalkamera an, also wie viele Bildpunkte der Sensor erfasst. Ein Megapixel entspricht einer Million Bildpunkte. Aus der Pixelmenge resultiert die Rasterung beim Druck der Fotos - je höher die Auflösung, desto größer können die Fotos gedruckt werden, ohne dass die Pixel sichtbar werden.

Laut Kodak genügt für einen Ausdruck in A4-Format (20x30 cm) in guter Qualität eine Auflösung von 1920 x 1280 Pixeln (2,4 Megapixel), für optimale Qualität ist eine Auflösung von 2160 x 1440 Pixeln (3,1 Megapixel) nötig.

Eine digitale Kompaktkamera mit derselben Auflösung wie eine Spiegelreflexkamera bringt dieselbe Menge an Bildpunkten auf einer kleineren Sensoroberfläche unter. Eine Folge: Auf der kleinen Fläche erreicht weniger Licht jeden einzelnen der Bildpunkte, das Signal muss daher verstärkt werden, was wiederum mehr Störungen durch das sogenannte Bildrauschen mit sich bringt.
Bildrauschen
Die Ursache für das Bildrauschen sind physikalische Effekte auf dem Bildsensor und den dort untergebrachten Fotodioden, vor allem den sogenannten Dunkelstrom. Wie stark diese Effekte im Foto sichtbar (siehe Foto mit 1600 ISO) sind, hängt von mehren Faktoren ab:

- Bei gleicher Auflösung rauschen Sensoren mit kleinerer Oberfläche stärker als größere.

- Je stärker die Lichtempfindlichkeit der Kamera eingestellt ist, umso stärker ist das Rauschen, da das vom Sensor eingehende Signal verstärkt wird - einschließlich der Störungen.

- Je wärmer der Sensor ist, umso stärker ist das Bildrauschen.

Digitalkameras nutzen diverse Software-Routinen, um das Bildrauschen schon beim Abspeichern einer Aufnahme herauszurechnen. Die Hersteller nutzen verschiedene Verfahren mit unterschiedlichen Ergebnissen. Manchmal beeinträchtigt die Rauschunterdrückung wiederum die Schärfe eines Bildes sichtbar.

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung

TOP