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Betatest

Jetzt können Sie iOS 10 und macOS Sierra ausprobieren

Ab Donnerstagabend können Nutzer Apples neue Betriebssysteme iOS 10 und macOS Sierra testen. Wir erklären, wie das geht und was es Neues zu sehen gibt.

SPIEGEL ONLINE
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Donnerstag, 07.07.2016   17:44 Uhr

Wer nicht warten will, bis im Herbst die finalen Versionen veröffentlicht werden, kann schon jetzt einen Blick auf iOS 10 und macOS Sierra werfen. Ab Donnerstagabend sind sogenannte Public Betas beider Betriebssysteme verfügbar. Apple hatte die Freigabe der Vorabversionen für jedermann auf der Entwicklerkonferenz WWDC Anfang Juni angekündigt.

Bei Apple haben solchen öffentlichen Vorabversionen Tradition. So konnte man auch OS X Yosemite, OS X El Capitan und iOS 9 vorab testen. Mit den Tests befriedigt Apple nicht nur die Neugier seiner Nutzer. Sie dienen vor allem dazu, vor der Veröffentlichung Fehler in der Software aufzuspüren.

Von denen könnten sich potenziell noch einige in den Updates verstecken, denn beide Betriebssysteme wurden für die Updates mit einer Vielzahl neuer Funktionen bestückt. Einige davon zeigen, wie die Systeme aneinander angepasst werden, die Integration von Siri auf dem Mac beispielsweise.

Andere zeigen, wie Mac-Computer, iPhones und iPads besser zusammenarbeiten sollen. So teilen sich die Apple-Geräte eines Nutzers jetzt eine gemeinsame Zwischenablage in der Cloud: Kopiere ich einen Text, ein Bild oder ein anderes Objekt auf dem iPhone, kann ich es Sekunden später auf meinem Mac in ein Dokument einfügen, ohne die Geräte miteinander verbunden zu haben. Beim ersten Test der Entwicklerversion von macOS Sierra klappte das nicht immer, mittlerweile funktioniert es bei uns problemlos.

Das neue iOS 10

Wer die Betaversion von iOS 10 installiert, kann sich allein mit der neuen Version von Nachrichten stundenlang beschäftigen. Apples Chat-App kann jetzt beispielsweise YouTube-Videos direkt im Chatfenster abspielen und zeigt eine kleine Vorschau von im Chat verlinkten Webseiten.

Vor allem aber kann man Chats verschönern. Etwa mit Mitteilungen, die man hinter einer virtuellen Geheimtinte versteckt, sodass sie erst dann ihren Inhalt preisgeben, wenn der Empfänger darauf klickt. Außerdem kann man Chats mit Animationen, größeren Emojis und Stickern bunter gestalten.

Emojis in der Chat App "Nachrichten"

Auch die Karten-App wurde überarbeitet, weist jetzt beispielsweise darauf hin, wie lange man für den Nachhauseweg brauchen wird und merkt sich, wo man sein Auto geparkt hat. Die Foto-App wurde um ähnliche Funktionen erweitert wie ihr Gegenstück auf dem Mac, stellt Fotos beispielsweise zu thematisch passenden Sammlungen zusammen.

Die Musik-App wurde nicht nur optisch aufgefrischt, sondern auch funktionell überarbeitet. So liefert Apple darin auf den jeweiligen Wochentag abgestimmte Playlisten. Sehr praktisch ist der neue Menüpunkt Downloads. Klickt man ihn an, wird nur noch Musik angezeigt, die auf dem iPhone gespeichert ist. So wird verhindert, dass man beim unterwegs Songs angezeigt bekommt, die nur per Streaming verfügbar wären.

Das neue macOS Sierra

Viele der Neuerungen in macOS Sierra gleichen denen in iOS 10. Einige Spezialitäten bleiben dann ab doch dem Desktop-System vorbehalten. Zum Beispiel die Möglichkeit, den Speicherplatz besser auszunutzen, indem selten genutzte Dateien automatisch in die Cloud ausgelagert werden. Den Papierkorb kann man so einstellen, dass die Dateien darin nach 30 Tagen automatisch gelöscht werden.

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macOS Sierra: Daten automatisch auslagern

Was iPhone-Besitzern ganz besonders gefallen wird: Sie müssen künftig kein Passwort mehr eingeben, um sich an ihrem Computer mit macOS Sierra anzumelden. Stattdessen reicht es, die Apple-Uhr in die Nähe des Macs zu halten. Bei unseren ersten Tests hat das bestens funktioniert.

So kommen Sie an die Beta-Software

Um an Apples öffentlichem Betaprogramm teilnehmen zu können, muss man sich zunächst online für das Apple Beta-Software-Programm anmelden. Dann sollte man von den Geräten, auf denen man die Beta-Software installieren will, Backups anfertigen. Wie das geht, wird auf Apples-Webseite erklärt.

Ist das erledigt, muss man auf Macs ein sogenanntes Public Beta-Zugriffsdienstprogramm installieren und starten. Auf iOS-Geräten installiert man ein Konfigurationsprofil. Beide sorgen dafür, dass man im Anschluss die Public Beta auf Macs über den App Store und auf iPhones und iPads über Einstellungen/Allgemein/Softwareupdate herunterladen kann.

Den Mutigen gehört das Neue

Wer das tut, sollte sich allerdings der Gefahren bewusst sein, die Beta-Software mit sich bringt: Es können jederzeit unerwartete Fehler auftreten, die Daten oder Programme unbrauchbar machen. Deshalb sollte man zum einen dringend ein Back-up anfertigen, bevor man Beta-Software installiert. Zum anderen sollte man solche Software nur auf Geräten verwenden, die nicht für das tägliche Leben oder die Arbeit dringend gebraucht werden.

insgesamt 35 Beiträge
echoanswer 07.07.2016
1. Aha ... und was ist neu daran?
Die im Artikel erwähnten Features laufen unter Spielerei. Was rechtfertigt den Versionssprung auf 10?
Die im Artikel erwähnten Features laufen unter Spielerei. Was rechtfertigt den Versionssprung auf 10?
Zetsche 07.07.2016
2. Betatester...
... bin ich auch ohne mich da an zu melden und mein Sys potentiell schrotten zu wollen. Update für ein Update haben wir doch schon längst erlebt... auch bei Apple. Nicht mehr das, was es mal war....
... bin ich auch ohne mich da an zu melden und mein Sys potentiell schrotten zu wollen. Update für ein Update haben wir doch schon längst erlebt... auch bei Apple. Nicht mehr das, was es mal war....
carolacarola 07.07.2016
3. Gähn
Nette Spielereien, wenn überhaubt. Dafür wieder monatelange Mail und WLan Ausfälle, wie bei den letzten Updates hinzunehmen, nöö Apple, ich habe noch andere Hobbys und brauche meine Geräte zum Arbeiten.
Nette Spielereien, wenn überhaubt. Dafür wieder monatelange Mail und WLan Ausfälle, wie bei den letzten Updates hinzunehmen, nöö Apple, ich habe noch andere Hobbys und brauche meine Geräte zum Arbeiten.
wind_stopper 07.07.2016
4. Und nun
" Mit den Tests befriedigt Apple nicht nur die Neugier seiner Nutzer. Sie dienen vor allem dazu, vor der Veröffentlichung Fehler in der Software aufzuspüren." Na, das hat bei El-Capitan anscheinend nicht viel [...]
" Mit den Tests befriedigt Apple nicht nur die Neugier seiner Nutzer. Sie dienen vor allem dazu, vor der Veröffentlichung Fehler in der Software aufzuspüren." Na, das hat bei El-Capitan anscheinend nicht viel gebracht. Apple hat sein Mojo verloren, OS ist inzwischen so la la, keine ernste Produktivitaets Software mehr, alles andere hat inzwischen Spielzeugstatus.
GoaSkin 07.07.2016
5. Unterschichten-Betriebssystem
Mac OS X ist mittlerweile absolutes Erdbeerkäse-Niveau. Man richtet sich an Smartphone-Süchtige Nutzer, die zu dumm sind, einen normalen Computer zu bedienen und Siri brauchen, weil sie mit Maus und Tastatur nichts anzufangen [...]
Mac OS X ist mittlerweile absolutes Erdbeerkäse-Niveau. Man richtet sich an Smartphone-Süchtige Nutzer, die zu dumm sind, einen normalen Computer zu bedienen und Siri brauchen, weil sie mit Maus und Tastatur nichts anzufangen wissen.

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