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Panasonic GM1

Das kann die kleinste Systemkamera der Welt

Sie ist kleiner als manche Kompaktkamera, dafür hat sie einen fünfmal so großen Sensor: Die Panasonic GM1 ist die kleinste Systemkamera der Welt. Wie gut lässt sich der Fotoapparat bedienen? Der Test.

SPIEGEL ONLINE
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Sonntag, 22.12.2013   15:44 Uhr

Die Panasonic GM1 ist für einen Fotoapparat mit großem Sensor besonders klein. Was sie von kleinen Kameras für die Hemdtasche unterscheidet ist aber das 2,5 Zentimeter hervorstehende Objektiv. Davon abgesehen fühlt sich die GM1 so an wie eine Kompaktkamera: 240 Gramm leicht, knapp zehn Zentimeter breit und fünfeinhalb hoch - das ist weniger Fläche als bei einem iPhone 5. Dabei steckt in der GM1 ein vergleichsweise großer Bildsensor: Er ist fünfmal so groß wie die sonst in besseren Kompaktkameras verbauten.

Von mehr Sensorfläche profitiert die Bildqualität. Es treten weniger Störsignale auf, die Rauschunterdrückung muss nicht mehr so hart eingreifen, die Aufnahmen zeigen mehr Bilddetails. Und die GM1 ist die erste Kamera mit auswechselbaren Objektiven für den MicroFourThirds-Standard, die das Micro zu Recht im Namen trägt: Das Gehäuse ist wirklich klein und lässt sich locker mit einer Hand umschließen.

Bildqualität, Handhabung, Ausstattung - die GM1 im Test:

Das gefällt: Gewicht, Bildqualität, Autofokus

Gewicht und Größe: Selbst mit dem Kit-Objektiv (ausgestattet mit einem 2,6fach Zoom) ist die GM1 klein genug für die Jacken-, wenn auch nicht für die Hosentasche. Dass die Objektive hervorstehen, ist dem großen Sensor und der Wechselmöglichkeit geschuldet. Entsprechende Objektive müssen größer sein und werden immer über das Gehäuse hinausragen.

Aber bei kleinen Brennweiten passen solche Objektive gut zu dem kleinen Gehäuse. Panasonic und Olympus haben eine Reihe von passenden Objektiven im Angebot, Festbrennweiten mit Weitwinkel oder Normalbrennweite sind die passenden Begleiter für die GM1. Mit ihnen bleibt die Kamera leicht und kompakt, wenn auch nicht ganz so flach wie viele Kompaktkameras.

Bildqualität: Die GM1 hält, was die größere Sensorfläche verspricht. Nachtaufnahmen sind rauscharm, aber detailreicher als es Fotos von Kompaktkameras unter solchen Bedingungen sonst sind. Der Sensor der GM1 ist nicht überragend groß, man sieht bei höheren ISO-Empfindlichkeiten durchaus Farbrauschen, wenn man die Aufnahme in 100-Prozent-Ansicht betrachtet. Aber für A4-Drucke und Bildschirmpräsentationen ist diese Qualität ausreichend.

Die Testergebnisse von digitalkamera.de bestätigen diesen Seheindruck. In der GM1 ist derselbe Typ eines 16-Megapixel-Bildsensors eingebaut wie im Panasonic-Modell GX7. Am Ausgangstonwertumfang lässt sich ablesen, wie stark der Sensor rauscht. Dabei wird im Labor von digitalkamera.de (hier das Laborprotokoll der GX7) gemessen, wie viele Grauwertstufen von 256 möglichen er unterscheidet.

digitalkamera.de

Tonwert: Je mehr Graustufen die Kamera unterschieden kann, desto besser

Bei einer ISO-Empfindlichkeit von 100 kann eine Kompaktkamera wie die LF1 weniger als 192 Grauwertstufen unterscheiden, der größere Sensor der GX7 und GM1 schafft hingegen gut 224. Je höher dieser Wert ist, desto weniger rauscht der Sensor.

Autofokusgeschwindigkeit: Die GM1 stellt bei Tageslicht, aber auch bei Dunkelheit schnell und zuverlässig scharf. Der Autofokus ist absolut schnappschusstauglich.

Nicht so gut: Ausstattung, Objektiv und Akku

Handhabung: Bei einem derart kleinen Gehäuse mussten die Entwickler auf etwas verzichten. Wenn man viele Aufnahmeparameter selbst einstellt statt sich auf die Vollautomatik zu verlassen, ist die GM1 daher nicht so schnell zu bedienen wie eine größere Systemkamera. Es fehlt ein zweites Einstellrad und eines für die Belichtungskorrektur. In einem Halbautomatik-Modus hingegen - man stellt nur die Blendenöffnung oder Verschlusszeit selbst ein - ist die GM1 gut zu händeln: Es gibt ein Moduswahlrad auf der Oberseite und ein kleines Drehrädchen hinten, über das man mit dem rechten Daumen Blende, Verschlusszeit oder Motiv einstellt. Vieles muss man allerdings über die Menüs auf dem Touchscreen an der Gehäuserückseite einstellen. Das ist gut gelöst, aber nicht überragend - ein Blendenring oder Fokussierring am Objektiv wäre hilfreich gewesen.

Ausstattung: Es ist verständlich, dass bei den Gehäusemaßen einige Ausstattungsdetails fehlen, die man von Systemkameras gewöhnt ist: Blitzschuh, hochklappbares Display, Sucher. Ein W-Lan-Modul zum Übertragen von Aufnahmen an ein Smartphone hat Panasonic integriert, ein NFC-Modul hingegen nicht.

Akku: Der kleine Akku war bei unserem Test schnell leer. Nach einem Tag draußen war der zuvor voll aufgeladene Akku nur noch halb voll.

Zoomobjektiv: Das im Paketangebot mitgelieferte 2,6fach Zoomobjektiv ist nicht sonderlich lichtstark. Im Weitwinkelbereich ist die größtmögliche Blendenöffnung f/3,5. Da fällt wenig Licht auf den Sensor, die ISO-Empfindlichkeit muss angehoben werden, die Folge ist Bildrauschen. Zoomt man heran, fällt die Lichtstärke noch weiter ab. Wer mit der GM1 mehr Bildqualität bei kompaktem Objektiv haben will, sollte stattdessen die deutlich lichtstärkere Panasonic Normalbrennweite H-H020E (40 mm, f/1,7, circa 300 Euro) als Standardobjektiv nutzen. Sie ist ähnlich dick wie das Kit-Zoomobjektiv. Ein weiterer Vorteil der Festbrennweite: Sie ist sofort einsatzbereit - das mitgelieferte Zoom muss man erst mit einem Dreh am Objektiv aus der Parkposition holen.

Vorteile, Nachteile, Fazit

kleines und leichtes Gehäuse

große Auswahl an Objektiven, großes Angebot an günstigen Gebrauchtmodellen

für derart kompaktes Gehäuse großer Bildsensor

schneller Autofokus

Kit-Objektiv lichtschwach und nicht sofort einsatzbereit

Fotografieren mit manuellen Einstellungen wegen des kleinen Gehäuses schwierig

Mit einem kompakten, lichtstarken Objektiv ist die GM1 anderen Kompaktkameras bei der Bildqualität überlegen, ohne dass man viel mehr Technik mitschleppen muss. Die Nachteile bei Handhabung, Ausstattung und Akkulaufzeit sind es wert, wenn man vor allem eine leichte, kompakte Kamera mit großer Sensorfläche und wechselbaren Objektiven will.

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Kompakte Kameras: Panasonic GM1, LF1, Fujifilm X-A1, Ricoh GR

Kamera Panasonic GM1 Fujifilm X-A1 Panasonic LF1 Ricoh GR
günstigster Preis * (mit / ohne Objektiv) 675 / 649 599 / - 376 624
Maße (Gehäuse) 9,85 x 5,49 x 3,04 11,7 x 6,7 x 3,9 10,3 x 6,2 x 2,8 11,7 x 6,1 x 3,5
Volumen (Gehäuse-
maße), cm³
164,39256 305,721 178,808 249,795
Gewicht (Gramm, mit / ohne Objektiv) 243 / 173 475 / 280 170 215
Objektiv Lumix G Vario 12-32mm 3,5-5,6 Objektiv XC 16-50mm 3.5-5.6 OIS fest verbaut / 28 - 200 mm, f/2-f/5,9 28mm, f/2,8
Naheinstell-
grenze (cm)
20 30 1 10
Auflösung (Megapixel) 16 16,3 12,1 16,2
Sensorgröße (cm²) 2,25 3,68 0,45 3,72
Megapixel pro cm² 7,11 4,43 26,89 4,35
Display (Diagonale Zoll / cm) 3 / 7,6 3 / 7,6 3 / 7,6 3 / 7,6
Display Auflösung (Pixel / Subpixel) 410.000 / 1.230.000 306.666 / 920.000 306.666 / 920.000 410.000 / 1.230.000
Besonderheiten Touchscreen Display neigbar, kein Tiefpassfilter integrierter Blitz, Digitalsucher kein Tiefpassfilter

* günstigster Preis im deutschen Online-Handel (laut geizhals.at, Stand 18.12.2013

insgesamt 26 Beiträge
bill ferros 22.12.2013
1. Nur nebenbei...
...produziert die Kamera für ihre Größe absolut erstklassiges, extrem rauscharmes HD-Video 1920 x 1080, 25p, im h264 oder Avchd Standard. Zudem funktioniert die Fernbedienung über das neue Panasonic App erstaunlich gut.
...produziert die Kamera für ihre Größe absolut erstklassiges, extrem rauscharmes HD-Video 1920 x 1080, 25p, im h264 oder Avchd Standard. Zudem funktioniert die Fernbedienung über das neue Panasonic App erstaunlich gut.
neu_ab 22.12.2013
2.
Hmm, hat sie also die Pentax Q in Punkto Kompaktheit abgelöst? Wie auch immer, als kompakte Taschenkameras lobe ich mir weiter meine X10 & XF1 von Fuji, wobei die X10 Blende 2-2.8 liefert, also auch bei 4-fach Zoom noch recht [...]
Hmm, hat sie also die Pentax Q in Punkto Kompaktheit abgelöst? Wie auch immer, als kompakte Taschenkameras lobe ich mir weiter meine X10 & XF1 von Fuji, wobei die X10 Blende 2-2.8 liefert, also auch bei 4-fach Zoom noch recht lichtstark bleibt. Aber nett sieht sie schon aus, die Pana.
watschendoni 22.12.2013
3.
hmmm, das könnte meine neue Bergsteigerkamera werden. Licht gibt es da meisstens genug und meine DSLR ist einfach irgenwie zu gross.
hmmm, das könnte meine neue Bergsteigerkamera werden. Licht gibt es da meisstens genug und meine DSLR ist einfach irgenwie zu gross.
Veterano48 22.12.2013
4. gut sieht sie ja aus,
ist aber trotzdem ein teures Spielzeug. Zur Wertung des Autors betreffs Akku: "der vollgeladene Akku war bereits nach einem Tag draußen nur noch halb voll." Die Frage: was wurde an diesem Tag mit der Kamera gemacht [...]
ist aber trotzdem ein teures Spielzeug. Zur Wertung des Autors betreffs Akku: "der vollgeladene Akku war bereits nach einem Tag draußen nur noch halb voll." Die Frage: was wurde an diesem Tag mit der Kamera gemacht wäre interessanter; und weiter: warum ist es ein Plus für ein Kameramodell, wenn es sehr viele günstige Gebrauchte davon gibt. Da würde ich mal nachdenken!
sfb 22.12.2013
5.
Eher nicht, außer Sie nehmen einen lichtdichten Umhang mit. Außer fürs Partyknipsen sind diese Geräte ohne Sucher nicht brauchbar.
Zitat von watschendonihmmm, das könnte meine neue Bergsteigerkamera werden. Licht gibt es da meisstens genug und meine DSLR ist einfach irgenwie zu gross.
Eher nicht, außer Sie nehmen einen lichtdichten Umhang mit. Außer fürs Partyknipsen sind diese Geräte ohne Sucher nicht brauchbar.

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Fototechnik-Fachbegriffe

Konrad Lischka

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Brennweite
Die Brennweite gibt eine Entfernung innerhalb des Objektivs einer Kamera an. Genauer: Die Brennweite ist der in Millimetern angegebene Abstand zwischen der Mittelachse der Linse und der Stelle, wo das einfallende Licht auf Sensor oder Film trifft. Relevant ist das für die Bildgestaltung so: Je höher die Brennweite, desto näher wird das abgebildete Objekt herangezoomt.

Die Brennweite verändert auch die Bildwinkel der Aufnahme. Hier spielen aber auch die verschiedenen Aufnahmeformate (sprich: Wie groß ist das auf den Sensor der Kamera einfallende Bild?) eine Rolle. Deshalb geben Hersteller meistens die sogenannte kleinbildäquivalente Brennweite (Equiv.135) an.

Kleinbildbrennweiten werden mit Werten wie zum Beispiel 24-60 mm bei digitalen Kompaktkameras angeben. Wenn ein solches Objekt den Bereich zwischen 17 und 35 mm umfasst (siehe Foto: links 35 mm, rechts 28 mm), sind Weitwinkelaufnahmen möglich (hilfreich, um zum Beispiel Menschengruppen oder Bauwerke aus nicht allzu großer Entfernung aufzunehmen), ab 50 mm ist man schon im leichten Telebereich.
Blendenöffnung
Für eine Kamera ist die Blende, was die Iris für das Auge ist: Diese Öffnung hat eine veränderbare Größe, und je größer sie ist, desto mehr Licht fällt ein. Bei kompakten Digitalkameras kann die Blende manchmal, bei Spiegelreflexkameras meistens auf Wunsch manuell eingestellt werden. Angegeben wird sie dabei mit der sogenannten Blendenzahl (wie um Beispiel 8, 5,6 oder 2,8).

Je größer die Blendenzahl (oft angegeben mit f/Blendenzahl), umso kleiner ist die Blendenöffnung. Konkret: Bei der Blendenzahl 4 ist die Blendenöffnung doppelt so groß wie bei der nächst höheren Blendenzahl 5,6. Die Blendenzahlen beruhen auf einer mathematischen Formel, nach der sich die sogenannte Blendenreihe berechnet. Hier verkleinert sich von Stufe zu Stufe die Blendenöffnung (0,5 / 0,7 / 1 / 1,4 / 2,8 / 4 usw.

Mehr Licht durch eine große Blendenöffnung ermöglicht eine kürzere Verschlusszeit. Eine möglichst kurze Verschlusszeit ist nötig, um sich schnell bewegende Objekte möglichst scharf aufzunehmen. Wer zum Beispiel einzelne Szenen eines Basketballspiels einer nicht allzu hell beleuchteten Sporthalle aufnehmen will, kann eine kleinere Blendenzahl (also eine größere Blendenöffnung) wählen und dafür die Verschlusszeit verkürzen. Als Richtwert gilt dabei: Ein Stufe abwärts in der Blendenreihe erlaubt eine gleichzeitige Halbierung der Belichtungszeit.

Gleichzeitig beeinflusst die Größe der Blendenöffnung die sogenannte Schärfentiefe. Grundregel: Je kleiner die Blendenzahl (und je größer somit die Blendenöffnung), desto geringer die Schärfentiefe. Geringe Schärfentiefe bedeutet: Das Motiv im Vordergrund ist scharf, der Hintergrund ist unscharf. Große Schärfentiefe bedeutet, dass die Partien im Vorder- und Hintergrund scharf auf dem Bild erscheinen.
Verschluss-/ Belichtungszeit
Wie lange die Blende geöffnet ist, wie lange also Licht auf den Sensor der Kamera fällt, gibt die Belichtungszeit an. Je länger diese Verschlusszeit ist, desto mehr Licht fällt auf den Sensor.

Diese Verschlusszeit wird meistens in Sekundenbruchteilen angegeben. 1/1000 ist zum Beispiel eine tausendstel Sekunde. Bei Kompaktkameras kann die Verschlusszeit manchmal, bei Spiegelreflexkameras immer auch manuell eingestellt werden. Angeben wird sie in Zeitstufen (wie 0,5"; 1/4; 1/8; 1/15; 1/30; 1/60; 1/125 usw.). Je größer die Zeitstufe, umso länger ist der Verschluss geöffnet.

Bei einer kurzen Verschlusszeit erscheinen auf dem Bild sich schnell bewegende Objekte scharf, bei längeren Verschlusszeiten wirken sie verwischt, das ist die sogenannte Bewegungsunschärfe. Verwendet man bei solchen Aufnahmen mit längeren Belichtungszeiten kein Stativ oder zumindest eine feste Unterlage für die Kamera, verwackeln die Aufnahmen oft durch die Bewegung der Hand. Ruht die Kamera auf einer festen Unterlage, kann man mit längeren Belichtungszeiten zum Beispiel Autos auf Fotos verwischt erscheinen lassen, während alle statischen Objekte in der Umgebung scharf erscheinen.

Bei sehr kurzen Belichtungszeiten ist eine starke Beleuchtung oder eine entsprechend große Blendenöffnung nötig, um ausreichende Belichtung zu gewährleisten. Grundregel: Stellt man eine Zeitstufe größer ein, kann man eine Blendenzahl weniger einstellen.
Schärfentiefe
Schärfentiefe meint den Bereich in einer bestimmten Entfernung der Kamera, der auf dem Foto als scharf erscheint - je größten dieser Entfernungsbereich ist, umso größer ist die Schärfentiefe.

Konkret: Geringe Schärfentiefe bedeutet, dass das Motiv im Vordergrund scharf, der Hintergrund aber unscharf ist. Große Schärfentiefe bedeutet: Die Partien im Vorder- und Hintergrund erscheinen auf dem Bild scharf. Die Schärfentiefe eines Bildes hängt unter anderem von der Größe der Blendenöffnung ab, aber auch von der Brennweite des Objektivs und dem Bildformat beziehungsweise der Sensorgröße.
Sensorgröße
Die Größe des Fotosensors einer Digitalkamera beeinflusst neben anderen Faktoren die Qualität der Fotos. Angegeben wird die Größe oft in Standardgrößen wie 1/2,3 Zoll oder 1/1,7 Zoll. Diese Größen sind von einem Format für TV-Kameras aus den fünfziger Jahren übernommen, haben keinen direkten Zusammenhang mit der Oberfläche des Sensors.

Einige Beispiele für Sensorgrößen:

- 1/2,3", z.B. Pentax Q: 0,28 cm²
- 1/1,7", z.B. Canon G12, Canon S100: 0,43 cm²
- 2/3", z.B. Fujifilm X10:0,58 cm²
- 1", z.B. Nikon J1, Sony RX100: 1,16 cm²
- 4/3", z.B. Panasonic GF3: 2,25 cm²
- Canon G1X: 2,62 cm²
- Canon APS-C, z.B. 7D: 3,32 cm²
- Nikon DX, z.B. Nikon D90: 3,72 cm²
- Sony APS-C, z.B. Nex-5n: 3,81 cm²
- Kleinbild-Vollformat, z.B. Canon 5D Mark II, Nikon D700, Sony A900: 8,64 cm²
- Mittelformat, z.B. Pentax 645D: 17,28 cm²

Ein Problem bei der Sensorgröße entsteht, wenn auf der gleichen Fläche immer mehr Fotodioden untergebracht werden. Sprich: Eine digitale Kompaktkamera mit derselben Auflösung (gemessen in Megapixel) wie eine Spiegelreflexkamera bringt dieselbe Menge an Fotodioden auf einer kleineren Oberfläche unter. Eine Folge: Auf der kleinen Fläche erreicht weniger Licht jede einzelne der Fotodioden, das Signal muss daher verstärkt werden, was wiederum mehr Störungen, das sogenannte Bildrauschen, mit sich bringt.
Lichtempfindlichkeit / ISO-Wert
Wie lichtempfindlich Filmmaterial ist, wird unter anderem mit den sogenannten ISO-Werten angegeben. Ein Film mit ISO 200 ist doppelt so lichtempfindlich wie ein ISO-100-Film, bei ISO 400 verdoppelt sich die Lichtempfindlichkeit gegenüber ISO 200 und so weiter.

Bei Digitalkameras haben die Hersteller diese Skala übernommen, um die Empfindlichkeit anzugeben. Wenn in einem dämmrigen Umfeld die Verschlusszeit wegen Verwacklungsgefahr nicht stark genug erhöht werden kann und eine allzu große Blendenöffnung wegen des Verlusts an Schärfentiefe nicht erwünscht ist, kann die Empfindlichkeit erhöht werden, um eine ausreichende Belichtung zu gewährleisten. Hebt man die ISO-Stufe um einen Schritt an, kann die Verschlusszeit zum Beispiel um einen Schritt vermindert werden.

Bei Digitalkameras verstärkt die Software das auf dem Sensor eingehende Signal. Dabei verstärkt die auch die Störungen, das sogenannte Bildrauschen nimmt zu.
Megapixel
Der Megapixel-Wert gibt die Auflösung einer Digitalkamera an, also wie viele Bildpunkte der Sensor erfasst. Ein Megapixel entspricht einer Million Bildpunkte. Aus der Pixelmenge resultiert die Rasterung beim Druck der Fotos - je höher die Auflösung, desto größer können die Fotos gedruckt werden, ohne dass die Pixel sichtbar werden.

Laut Kodak genügt für einen Ausdruck in A4-Format (20x30 cm) in guter Qualität eine Auflösung von 1920 x 1280 Pixeln (2,4 Megapixel), für optimale Qualität ist eine Auflösung von 2160 x 1440 Pixeln (3,1 Megapixel) nötig.

Eine digitale Kompaktkamera mit derselben Auflösung wie eine Spiegelreflexkamera bringt dieselbe Menge an Bildpunkten auf einer kleineren Sensoroberfläche unter. Eine Folge: Auf der kleinen Fläche erreicht weniger Licht jeden einzelnen der Bildpunkte, das Signal muss daher verstärkt werden, was wiederum mehr Störungen durch das sogenannte Bildrauschen mit sich bringt.
Bildrauschen
Die Ursache für das Bildrauschen sind physikalische Effekte auf dem Bildsensor und den dort untergebrachten Fotodioden, vor allem den sogenannten Dunkelstrom. Wie stark diese Effekte im Foto sichtbar (siehe Foto mit 1600 ISO) sind, hängt von mehren Faktoren ab:

- Bei gleicher Auflösung rauschen Sensoren mit kleinerer Oberfläche stärker als größere.

- Je stärker die Lichtempfindlichkeit der Kamera eingestellt ist, umso stärker ist das Rauschen, da das vom Sensor eingehende Signal verstärkt wird - einschließlich der Störungen.

- Je wärmer der Sensor ist, umso stärker ist das Bildrauschen.

Digitalkameras nutzen diverse Software-Routinen, um das Bildrauschen schon beim Abspeichern einer Aufnahme herauszurechnen. Die Hersteller nutzen verschiedene Verfahren mit unterschiedlichen Ergebnissen. Manchmal beeinträchtigt die Rauschunterdrückung wiederum die Schärfe eines Bildes sichtbar.

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