Netzwelt

Smartphones fürs Militär

Samsung entwickelt Android-Variante speziell für die Bundeswehr

Manche Bundeswehr-Smartphones sind in der Praxis nur sehr eingeschränkt nutzbar. Samsung hat nun angekündigt, an einem angeblich hochsicheren Mobil-Betriebssystem für die Streitkräfte zu arbeiten.

imago images/photothek

Soldat mit Mobiltelefon (Symbolbild): Auf Diensthandys soll bald eine modifizierte Android-Version laufen

Mittwoch, 09.10.2019   13:18 Uhr

Soldaten der Bundeswehr sollen künftig umfassend Smartphones dienstlich nutzen können. Dafür wird der südkoreanische Technologiekonzern Samsung zusammen mit dem IT- und Beratungsunternehmen blackned aus Süddeutschland eine spezielle Version des Smartphone-Betriebssystems Android entwickeln.

"Die militärisch genutzten Endgeräte erhalten eine komplexe wie gleichsam intuitiv zu bedienende Daten- und Sprachsteuerung, um auch unter widrigen Umständen am jeweiligen Einsatzort einen Betrieb sicherzustellen", teilte Samsung am Mittwoch auf der Sicherheitsfachmesse it-sa in Nürnberg mit.

Im Mai hatte der SPIEGEL darüber berichtet, dass es in der Bundeswehr große Frustration über die Nutzung neuer Diensthandys gibt. In den Monaten zuvor waren zwar 16.000 Samsung-Smartphones des Modells Galaxy S8 in der Truppe verteilt worden. Die Geräte waren aber so eingerichtet, dass sie sich nicht mit dem Internet verbinden konnten. So ließen sie sich nur zum Telefonieren und SMS-Verschicken nutzen.

"Deutlich gestiegene IT-Sicherheitsanforderungen"

Eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums hatte dies im Mai mit "jüngst deutlich gestiegenen IT-Sicherheitsanforderungen" begründet. Ohne wirksamen Schutz bestehe bei den neuen Smartphones die Gefahr, dass über ungeprüfte heruntergeladene Apps und sonstige Datentransfers auf die interne Kommunikation zugegriffen werden könne.

Bei der Entwicklung des neuen "hochsicheren Betriebssystems auf Android-Basis" für die Bundeswehr soll nun die Sicherheitssoftware Knox von Samsung verwendet werden. Mit dem System könne beispielsweise unabhängig von Google die Software auf den Smartphones über das Netzwerk aktualisiert werden. Knox biete außerdem einen umfassenden Schutz vor Schadsoftware "und anderen bösartigen Bedrohungen".

Neben der Bundeswehr konnte Samsung auch die Bundespolizei als Kunden gewinnen. Als erste Sicherheitsbehörde in Deutschland setze die Bundespolizei künftig großflächig Smartphones der neuesten Generation für verschlusssachenkonforme Kommunikation ein, heißt es dazu. Genutzt wird Samsungs Galaxy S10 in der Enterprise Edition (EE), also in einer Variante speziell für Geschäftskunden. Auf der Samsung-Website ist von 1000 Smartphones für "eine sichere mobile Bürokommunikation" die Rede.

Dort heißt es außerdem, für den Einsatz in Bahnhöfen und grenznahen Gebieten nutze die Bundespolizei Geräte des Typs Galaxy A8, ebenfalls in der Enterprise Edition. Vom Galaxy A8 sollen 3500 Geräte im Umlauf sein.

mbö/dpa

insgesamt 30 Beiträge
magam-13 09.10.2019
1. Gähn . . .
. . . das gibt es in USA für das US Militär, HLS und Geh.-Dienste schon seit ca. 15 Jahren. Made in USA allerdings. Die Bundeswehr schreibt offensichtlich jetzt Technologie-Geschichte - ha ha ha!
. . . das gibt es in USA für das US Militär, HLS und Geh.-Dienste schon seit ca. 15 Jahren. Made in USA allerdings. Die Bundeswehr schreibt offensichtlich jetzt Technologie-Geschichte - ha ha ha!
frenchie3 09.10.2019
2. @1 Aufwachen
Vielleicht sind die BW Handys tatsächlich abhörsicher. DAS wäre dann schon was ganz Neues zu US Ware
Vielleicht sind die BW Handys tatsächlich abhörsicher. DAS wäre dann schon was ganz Neues zu US Ware
Nonvaio01 09.10.2019
3. nur fuer auslandseinsaetze denke ich mal
denn in D ist das Netz eh zu schlecht, da haben die meist eh keinen empfang wenn die draussen sind.
denn in D ist das Netz eh zu schlecht, da haben die meist eh keinen empfang wenn die draussen sind.
sikasuu 09.10.2019
4. Warum muss das Samsung machen, gibt es kein Behörden Android?
Smartphones, Tablets usw nicht nur im Behörden- & Firmeneinsatz mit Standard-Android usw. dürften schon im zivilen Bereich sehr viel Probleme mit der DSGVO haben. Kundendaten & Google-Acount :-( . Andriod ist [...]
Smartphones, Tablets usw nicht nur im Behörden- & Firmeneinsatz mit Standard-Android usw. dürften schon im zivilen Bereich sehr viel Probleme mit der DSGVO haben. Kundendaten & Google-Acount :-( . Andriod ist grundsätzlich open-source... Warum gibt es das nicht schon lange. Treiber für spezielle Geräte darin einbinden ist keine Kunst & dei Anbieter dazu zu zwingen, diese Treiber zur verfügung zu stellen & auch zu warten, auch nicht! . Welche "Ratgeber" waren da mal wieder mit dem Rat o.ä bei der/in der Hand das gerade dem Hersteller zu überlassen. . BW, Polizei, auch Firmen usw. könnten vielleicht sicherheitskritisch sein?
cat69 09.10.2019
5. Gehen sie in den nächsten Media Markt
Die dort angebotenen Geräte würden den Anforderungen voll entsprechen. Wir würden Millionen an Verwaltung sparen.
Die dort angebotenen Geräte würden den Anforderungen voll entsprechen. Wir würden Millionen an Verwaltung sparen.

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