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Smartphone mit Stift

Das Samsung Galaxy Note 10+ im Test

Das Smartphone mit dem Stift ist bei Samsung seit Jahren stets das beste. Wenn es etwas zu jammern gibt, dann auf hohem Niveau. Das gilt auch für das neue Galaxy Note 10+.

Matthias Kremp
Von
Dienstag, 27.08.2019   12:08 Uhr

Als Apple 2007 das iPhone auf den Markt brachte, war damit das Ende der Stift-Smartphones besiegelt, hätte man denken können. Doch vier Jahre später, als alle namhaften Hersteller längst auf Touchscreens umgestellt hatten, stellte Samsung das erste Galaxy Note vor. Zusätzlich zum Touchscreen hatte das wieder einen Stift, wie die Geräte aus der Zeit vor dem iPhone. Was damals wie ein Rückschritt anmutete, wurde für den koreanischen Konzern zum Erfolgsmodell - mal abgesehen vom Galaxy Note 7, das sich hin und wieder selbst entzündete.

Dem Note 10+ wird ein solches Schicksal hoffentlich erspart bleiben. Zugegeben, wenn ich es während der vergangenen Woche mit rechenintensiven Aufgaben gequält habe, ist es durchaus mal etwas wärmer geworden, aber nie über das bei High-End-Handys übliche Maß hinaus.

Fotostrecke

Galaxy Note 10+ im Test: Samsungs Bestes

High-End ist auf jeden Fall der Bildschirm, der fast randlos ins Gehäuse übergeht. Das sieht zum einen klasse aus und hat es Samsung zum anderen möglich gemacht, das Display auf 6,8 Zoll in der Diagonalen zu vergrößern, ohne an den Gehäusemaßen viel zu ändern. Mit 3040 x 1440 Pixeln löst es zudem sehr hoch auf, Farben zeigt es sehr realistisch an, sofern man die entsprechende Einstellung (Bildschirmmodus/Natürlich) verwendet.

Manche Kollegen bemängeln, dass der Bildschirm "nur" mit 60 Hertz Bildwiederholrate läuft, während doch beispielsweise das OnePlus 7 Pro schon 90 Hertz schafft. Das ist richtig, aber auch Jammern auf hohem Niveau. Auch ohne die vor allem für Gamer wichtige hohe Bildwiederholrate flimmert auf dem Bildschirm des Note 10+ nichts.

Kameras mit 3D und ohne

Ebenso hochwertig wie der Bildschirm sind die Kameras. Auf der Vorderseite sitzt eine einsame Kamera mit 10 Megapixeln. Beigaben wie einen Tiefensensor hat Samsung weggelassen. So stört das Loch der sogenannten Punch-Hole-Kamera den Bildschirm wenigstens nicht zu sehr. Deshalb ist die Gesichtserkennung zum Entsperren des Geräts nicht so sicher wie bei Geräten mit 3D-Abtastung, wie dem iPhone XS. Selfies klappen damit aber prima, auch mit Unschärfeeffekten, die von der Kamerasoftware allerdings manchmal etwas unsauber berechnet werden.

Das Kamera-Triplet auf der Rückseite kann so etwas besser, weil den drei Hauptkameras - Ultra-Weitwinkel, Weitwinkel und Teleobjektiv - ein 3D-Tiefensensor zur Seite steht. Der kann die Entfernung verschiedener Bildbereiche vom Objektiv erfassen und so beispielsweise genaue Daten liefern, was im Vorder- und was im Hintergrund steht. Das funktioniert auch bei Videos wunderbar, was die filmischen Möglichkeiten noch einmal erweitert.

Preisabfragezeitpunkt:
13.12.2019, 19:32 Uhr
Ohne Gewähr

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Die Fotoqualität an sich ist sehr gut, daran gibt es nichts zu meckern. Einfach den Automatikmodus wählen und losknipsen, das klappt fast immer. Und der Nachtmodus liefert beispielsweise auch bei Sonnenuntergang noch Aufnahmen, als wäre es heller Tag. Im Grunde gilt das auch für Videos, nur muss man sich da öfter entscheiden: Videostabilisierung oder Verfolgungs-Autofokus? UHD mit 60 Hertz oder Videostabilisierung? Beides geht nicht.

Mit dem Stift wedeln

Aber das Hauptmerkmal des Note 10+ ist natürlich der S Pen genannte Stift, der in der modernen Smartphone-Landschaft schon recht einzigartig ist. Im Grunde kann der all das, was er bisher schon konnte: malen und zeichnen, schreiben, in Farbe und auch auf dem Sperrbildschirm. Auch das Umwandeln von Handschrift in Computertext funktioniert meist sehr zuverlässig.

Passend zum Thema

Wohl um dem Note 10+ noch ein paar Extras mitgeben zu können, kann man den Stift jetzt aber auch für ein bisschen Gestensteuerung benutzen, indem man mit ihm über dem Bildschirm herumwedelt. Ausprobiert habe ich es, sinnvoll erscheint es mir nicht. Einzig die Option, den Stift als Fernauslöser für Selfies zu verwenden, finde ich praktisch.

Technik vom Feinsten, außer beim Zubehör

Neben diesen Eckpunkten bringt das Galaxy Note 10+ auch sonst alles mit, was man von einem Smartphone dieser Preisklasse erwarten kann: Edles Design, makellose Verarbeitung, reichlich Speicher (256 oder 512 GB, erweiterbar per microSD-Karte) und der übliche Schutz vor Wasser und Staub sowie eine sehr gute Akkulaufzeit. In meinem Endlosvideotest spielte es den Film "Interstellar" 15 Stunden lang ab, bevor es sich mit leerem Akku abschaltete.

Den dann nötigen Aufladevorgang kann man durch den Kauf eines stärkeren Ladegeräts deutlich verkürzen. Mitgeliefert wird leider nur eines mit 25 Watt, Samsungs Akku lässt sich aber auch problemlos mit stärkeren Netzgeräten, wie man sie etwa für Notebooks verwendet, befüllen. Dass sich das Note 10+ auch kabellos aufladen lässt, gehört in seiner Preisklasse zum Standard.

Fazit

Vorteile und Nachteile

Sehr gutes Display

Sehr gute Kameras

Gelungenes Design

Viele Extrafunktionen mit dem Stift möglich

Hoher Preis

Kein 45-Watt-Ladegerät im Lieferumfang

Das neue Galaxy Note 10+ hat von allem ein bisschen mehr als sein Vorgänger: Ein bisschen mehr Bildschirm, ein bisschen mehr Leistung, ein bisschen mehr Kameras und neue Stiftfunktionen. Nur einen analogen Kopfhöreranschluss hat es nicht mehr. Das mag manch einen ärgern, zeitgemäß ist dieser Verzicht trotzdem. Die Kombination all dieser Details macht es zu einem der besten Android-Smartphones, die man derzeit bekommen kann.

Dafür muss man freilich auch mindestens 1100 Euro berappen. Für 150 Euro weniger gibt es das kleinere Note, das ohne 3D-Sensor und mit maximal 256 GB eingebautem Speicher aber die schlechtere Wahl ist. Da sollte man lieber schauen, ob man den Stift wirklich braucht und einen Blick auf das Galaxy S10+ werfen. Das ist immer noch High-End und schon für knapp 700 Euro zu bekommen.

Hintergrund: Produkttests im Netzwelt-Ressort

Über welche Produkte wird im Ressort Netzwelt berichtet?
Über welche Produkte wir in der Netzwelt berichten und welche wir testen oder nicht, entscheiden wir selbst. Für keinen der Testberichte bekommen wir Geld oder andere Gegenleistungen vom Hersteller. Es kann aus verschiedenen Gründen vorkommen, dass wir über Produkte nicht berichten, obwohl uns entsprechende Testprodukte vorliegen.
Woher kommen die Testprodukte?
Testgeräte und Rezensionsexemplare von Spielen bekommen wir in der Regel kostenlos für einen bestimmten Zeitraum vom Hersteller zur Verfügung gestellt, zum Teil auch vor der offiziellen Veröffentlichung. So können unsere Testberichte rechtzeitig oder zeitnah zur Veröffentlichung des Produkts erscheinen.

Vorabversionen oder Geräte aus Vorserienproduktionen testen wir nur in Sonderfällen. In der Regel warten wir ab, bis wir Testgeräte oder Spielversionen bekommen können, die mit den Verkaufsversionen identisch sind. In einigen Fällen kaufen wir Produkte auch auf eigene Kosten selbst, wenn sie bereits im Handel oder online verfügbar sind.
Dürfen die Netzwelt-Redakteure die Produkte behalten?
In der Regel werden Testgeräte nach dem Ende des Tests an die Hersteller zurückgeschickt. Die Ausnahme sind Rezensionsexemplare von Spielen und sogenannte Dauerleihgaben: So haben wir zum Beispiel Spielekonsolen und Smartphones in der Redaktion, die wir über längere Zeit nutzen dürfen. So können wir beispielsweise über Softwareupdates, neues Zubehör und neue Spiele berichten oder Langzeiturteile fällen.
Lassen sich die Netzwelt-Redakteure von Firmen auf Reisen einladen?
Die Kosten für Reisen zu Veranstaltungen, egal ob sie in Deutschland oder im Ausland stattfinden, trägt SPIEGEL ONLINE stets selbst. Das gilt auch dann, wenn beispielsweise aufgrund kurzfristiger Termine ein Unternehmen die Reiseplanung übernimmt.

Veranstaltungen, zu denen wir auf eigene Kosten reisen, sind unter anderem die Messen Ifa, CES, E3 und Gamescom sowie Events von Firmen wie Apple, Google, Microsoft oder Nintendo. Auf Konferenzen wie dem Chaos Communication Congress oder der re:publica bekommen wir in der Regel, wie auch andere Pressevertreter, kostenlose Pressetickets, da wir über die Konferenz berichten und keine klassischen Teilnehmer sind.
Was hat es mit den Amazon-Anzeigen in manchen Artikeln auf sich?
Seit Dezember 2016 finden sich in einigen Netzwelt-Artikeln Amazon-Anzeigen, die sogenannte Partner-Links enthalten. Besucht ein Nutzer über einen solchen Link Amazon und kauft dort online ein, wird SPIEGEL ONLINE in Form einer Provision an den Umsätzen beteiligt. Die Anzeigen tauchen in Artikeln unabhängig davon auf, ob ein Produkttest positiv oder negativ ausfällt.
insgesamt 14 Beiträge
schaf42 27.08.2019
1. schlechte Erfahrung mit Haltbarkeit von Samsung Geräten
Nach eigenen Erfahrungen mit einem Note 4, dass nach zwei Jahren immer häufiger re-bootet hat, nur noch bei niedrigen Temperaturen funktioniert hat und schließlich ganz den Dienst eingestellt hat (Diagnose in diversen [...]
Nach eigenen Erfahrungen mit einem Note 4, dass nach zwei Jahren immer häufiger re-bootet hat, nur noch bei niedrigen Temperaturen funktioniert hat und schließlich ganz den Dienst eingestellt hat (Diagnose in diversen Internetforen: miserables thermisches Design) plus die diversen offensichtlichen Mängel der Folgegeneration (z.b.Akku) konnte ich mich bisher nicht mehr zu einem Samsung-Gerät entschließen. Auch dieser "Bericht", der kaum über eine durchschnittliche Amazon-Rezension hinausgeht und den man genausogut als Anzeige kennzeichnen könnte, leistet keine Hilfestellung zum aktuellen Zustand der Nachhaltigkeit der neuen Generation.
Heinrich Peter Maria Radojewski Schäfer von Leverkusen 27.08.2019
2. Was verpasst der Autor des Testberichtes hier?
Der Testericht über das Galaxy Note 10+ sagt viel über Bilder, spricht viel über Fotografie, freut sich über die Möglichkeit des Ausmalens. Jedoch: Ist das Gerät nicht ein Kommunikater? Ist es nicht zum Telefonieren? Für [...]
Der Testericht über das Galaxy Note 10+ sagt viel über Bilder, spricht viel über Fotografie, freut sich über die Möglichkeit des Ausmalens. Jedoch: Ist das Gerät nicht ein Kommunikater? Ist es nicht zum Telefonieren? Für die Verbindung des Besitzers mit der Welt und den sozialen Netzwerken? Für die Verbindung mit den Wissensdatenbanken und den Ereignisberichterstattern der Welt? Da scheint der Autor was zu verpassen.
uweken 27.08.2019
3. Display, Kamera, Design als Kriterien für ein Handy
ist so als ob man bei einem modernen Kühlschrank mit eingebauten Display auch nur auf Design, TV-Funktion und Sprachsteuerung guckt. Leider wird kaum darauf geguckt, was wirklich Fortschritt wäre: längere Akkulaufzeit, kürzere [...]
ist so als ob man bei einem modernen Kühlschrank mit eingebauten Display auch nur auf Design, TV-Funktion und Sprachsteuerung guckt. Leider wird kaum darauf geguckt, was wirklich Fortschritt wäre: längere Akkulaufzeit, kürzere Ladezeiten (immerhin hier erwähnt), Sprachqualität, Netzwerkgeschwindigkeit, Knöpfe und Steuerlemente usw. Schade! So bleiben auch die Hersteller im Glauben, dass der Zusatzkram das Wichtigste am Handy wäre-
LeonardLeakeyHofstadter 27.08.2019
4.
Nach eigenen Erfahrungen mit dem Samsung S8000, Galaxy S2, Galaxy S5, Galaxy S7 und Galaxy S9+; Galaxy Tab Pro, Tab S2 und Tab S3 kann ich sagen: Es gibt definitv kein Problem mit den Mobilgeräten der Marke "Samsung" an [...]
Nach eigenen Erfahrungen mit dem Samsung S8000, Galaxy S2, Galaxy S5, Galaxy S7 und Galaxy S9+; Galaxy Tab Pro, Tab S2 und Tab S3 kann ich sagen: Es gibt definitv kein Problem mit den Mobilgeräten der Marke "Samsung" an sich. Die Kollegen bauen vernünftige Geräte, die mit ein wenig technischem Grundverständnis und Pflege auch bei überdurchschnittlicher Beanspruchung lange Zeit problemlos ihr Werk verrichten. Grundsätzlich gibt es aber auch viele fähige Mitbewerber und auch nicht jedes Gerät von Samsung ist vorbehaltlos zu empfehlen oder bietet die beste Preis/Leistung. Man kann den Jungs aber durchaus mal eine zweite Chance geben, auch wenn man mal schlechte Erfahrungen gemacht hat. Das gilt ja eigentlich auch in vielen anderen Lebenssituationen. ;)
kronk 27.08.2019
5. Oberflächlich
Ein in vielerlei Hinsicht sehr oberflächlicher Test. Diesen Text hätte ich nach dem Studium der technischen Daten auch so schreiben können. Lächerlich z.B. das Herausstellen von Features wie der Anzeige der Restladezeit, was [...]
Ein in vielerlei Hinsicht sehr oberflächlicher Test. Diesen Text hätte ich nach dem Studium der technischen Daten auch so schreiben können. Lächerlich z.B. das Herausstellen von Features wie der Anzeige der Restladezeit, was bei vielen Modellen seit längerem Standard ist.

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