Netzwelt

Versteigerung der 5G-Frequenzen

Damit es schneller geht - Bundesnetzagentur erhöht Mindestgebote

Seit rund elf Wochen läuft die Versteigerung der Funkfrequenzen für 5G - und mehr Bieterrunden gab es noch nie. Jetzt will die Bundesnetzagentur die Auktion mit einer neuen Vorgabe beschleunigen.

Boris Roessler / DPA

Ein Mann steht im Gebäude der Bundesnetzagentur vor einer Leinwand mit der Aufschrift "5G"

Mittwoch, 05.06.2019   16:28 Uhr

In der festgefahrenen Auktion von 5G-Mobilfunkfrequenzen ist allmählich ein Ende absehbar. Die Bundesnetzagentur entschied am Mittwoch, das Mindestzusatzgebot deutlich zu erhöhen. Künftig müssen die Teilnehmer also mehr Geld bieten, um ein Höchstgebot abzugeben und einen zusätzlichen Block zu bekommen. Der Schritt ist ein bislang einmaliger Vorgang.

Bis jetzt lag die Zusatzzahlung, Mindestinkrement genannt, bei zwei Prozent des bisherigen Höchstgebots, grob gesagt und je nach Block also bei knapp drei Millionen Euro. Künftig ist hingegen eine Zusatzzahlung von mindestens 13 Millionen Euro nötig.

Durch die Änderung dürfte der Bund nicht mehr Geld einnehmen als nach den alten Regeln, heißt es. Ein Sprecher der Netzagentur sagte, man wolle die Auktion beschleunigen. Die Logik dahinter: Durch die höheren Mindestinkremente erreichen die Teilnehmer - die Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica und 1&1 Drillisch - schneller ihre Schmerzgrenze. Dann würde kein neues Höchstgebot mehr abgegeben und die Auktion endet.

Bislang wurden 6,2 Milliarden Euro geboten

Die Versteigerung läuft seit mehr als elf Wochen und damit länger als jede andere Mobilfunk-Auktion in Deutschland. Die Höchstgebote summieren sich nach 467 Runden auf knapp 6,2 Milliarden Euro - der bisherige Rundenhöchstwert lag bei 224 Runden. Als erstes hatte das "Handelsblatt" über die Regeländerung berichtet.

Die Änderung betrifft nur die umkämpften Blöcke im 3,6-Gigahertz-Frequenzbereich - hier zeigen sich die Firmen seit Wochen unnachgiebig. Bei den 2-Gigahertz-Blöcken ist hingegen seit Langem mehr oder minder Ruhe, hier scheint die Verteilung geklärt.

Vertreter der Unternehmen geben bei Auktion in getrennten Räumen in einem abgeschirmten Netzwerk gleichzeitig ihre Gebote für 41 Frequenzpakete ab. Die Auktion läuft so lange, bis es für keinen Block mehr ein höheres Gebot gibt.

Lesetipp aus dem Archiv

mbö/dpa/Reuters/AFP

insgesamt 25 Beiträge
kumi-ori 05.06.2019
1. Warum?
Überall heißt es, dass Deutschland kein Geld mehr hat. Hier wäre jetzt mal die Gelegenheit, richtig welches einzunehmen. Bei den UMTS-Frequenzversteigerungen wurden 50 Milliarden erzielt und das war vor 20 Jahren. Also, da ist [...]
Überall heißt es, dass Deutschland kein Geld mehr hat. Hier wäre jetzt mal die Gelegenheit, richtig welches einzunehmen. Bei den UMTS-Frequenzversteigerungen wurden 50 Milliarden erzielt und das war vor 20 Jahren. Also, da ist noch Luft drin.
james_bond 05.06.2019
2. Kann es sein das deswegen mein Handyvertrag
verglichen mit dem Ausland so viel teurer ist?
verglichen mit dem Ausland so viel teurer ist?
krypton8310 05.06.2019
3. Am Ende zahlen Sie das selbst auf irgendeine Art und Weise
Böse Zungen behaupten wir hätten aufgrund der überhöhten UMTS-Frequenzpreise von damals heute das schlechte Netz und die überteuerten Preise für mobiles Internet. Letzten Endes müssen die Endverbraucher natürlich die [...]
Zitat von kumi-oriÜberall heißt es, dass Deutschland kein Geld mehr hat. Hier wäre jetzt mal die Gelegenheit, richtig welches einzunehmen. Bei den UMTS-Frequenzversteigerungen wurden 50 Milliarden erzielt und das war vor 20 Jahren. Also, da ist noch Luft drin.
Böse Zungen behaupten wir hätten aufgrund der überhöhten UMTS-Frequenzpreise von damals heute das schlechte Netz und die überteuerten Preise für mobiles Internet. Letzten Endes müssen die Endverbraucher natürlich die hohen Frequenz-Kosten zahlen, wer auch sonst. Also wünschen Sie sich nicht zu viel 'Luft'.
mistabusta 05.06.2019
4. Schlimm sowas!
Da gab es mal ein richtig schlimmes Buch vor ein paar Jahren, aber der Titel passt "Deutschland schafft sich ab". Wegen Geldgier, schlechten Wirtschaftens und Machtgeilheit wird Deutschland beim 5G genauso abrutschen, [...]
Da gab es mal ein richtig schlimmes Buch vor ein paar Jahren, aber der Titel passt "Deutschland schafft sich ab". Wegen Geldgier, schlechten Wirtschaftens und Machtgeilheit wird Deutschland beim 5G genauso abrutschen, wie schon zu Zeiten von UMTS. Da ging das auch schief. Kann jeder sehen, fühlen, nachlesen. Die Wirtschaftsnation Deutschland wird es so bald nicht mehr geben. Aber aus Fehlern lernen kann der moderne Mensch anscheinend nicht.
brutus972 05.06.2019
5. In der Schweiz hat schon 5G!
Dort gibt es 5G schon an der letzten Milchkanne, bis wir mit der Auktion fertig sind. Der größte Fehler ist, das kein generelles Roaming vorgeschrieben ist. Man kann sehen, wie Roaming im EU-Ausland so gut funktioniert. Da hat [...]
Dort gibt es 5G schon an der letzten Milchkanne, bis wir mit der Auktion fertig sind. Der größte Fehler ist, das kein generelles Roaming vorgeschrieben ist. Man kann sehen, wie Roaming im EU-Ausland so gut funktioniert. Da hat man als Roaming-Kunde immer das beste Netz. Ohne Roaming sieht es schlecht aus. Die Netzagentur hätte aus dem 3G-Elend lernen können, leider werden Fehler wiederholt. Kein Wunder bei diesen Luschen von Ministern. Der Fisch fängt vom Kopf an zu stinken!

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