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Supermarkt für Cybercrime

"Avalanche"-Drahtzieher nach weltweitem Onlinebetrug vor Gericht

Mit Schadsoftware und anderen Attacken hat eine Gruppe Cyberkrimineller Zehntausende Bankkonten geplündert. Nun stehen die Betrüger vor Gericht.

Getty Images

Donnerstag, 16.05.2019   17:27 Uhr

Mehr als einem Dutzend Drahtziehern des weltweiten Onlinebetrugsnetzwerks "Avalanche" wird der Prozess gemacht. Die Kriminellen sollen unter anderem für Phishing-Attacken mit der Schadsoftware "GozNym" verantwortlich sein. Die Cyberkriminellen nutzten sie neben anderen Methoden, um die Bankkonten ihrer Opfer leerzuräumen. Der Gesamtschaden wird auf mehrere Hundertmillionen Euro geschätzt.

Allein mit der "GozNym"-Schadsoftware versuchten die Betrüger etwa 100 Millionen Dollar von mehr als 41.000 Geschädigten abzugreifen. Europol zufolge waren vor allem Unternehmen und deren Geldinstitute betroffen.

Gemeinsame Ermittlungen in 40 Ländern inner- und außerhalb Europas hatten Ende 2016 zur Zerschlagung des "Avalanche"-Netzwerks geführt.

Bei einer Europol-Pressekonferenz in Den Haag bezeichnete Steven Wilson, Leiter des European Cybercrime Centre EC3 von Europol, das kriminelle Netzwerk am Donnerstag als "Cybercrime-Supermarkt". Die Betrüger hatten ihre Dienstleistungen auch anderen Kriminellen zur Verfügung gestellt.

"Das GozNym-Netzwerk ist ein Beispiel für ein Angebot von 'Cybercrime als Service,' mit kriminellen Leistungen wie sicherem Hosting, Scharen digitaler Geldkuriere, Verschlüsselungsexperten, Spammern, Codern, Organisatoren und technischem Support", heißt es in einer Pressemitteilung von Europol. Das "Avalanche"-Netzwerk habe seine Expertise etwa 200 Cyberkriminellen angeboten, die rund 20 verschiedene Schadsoftware-Attacken ausgeführt haben.

In Deutschland waren Cybercrime-Spezialisten der Staatsanwaltschaft Verden und der Zentralen Kriminalinspektion Lüneburg an den Ermittlungen beteiligt. Während im außereuropäischen Ausland besonders "GozNym" immense Schäden angerichtet hat, waren deutsche Opfer vor allem durch die Schadsoftware "URLzone" betroffen, wie die Polizei in Lüneburg am Donnerstag mitteilte.

sop/dpa

insgesamt 4 Beiträge
prodemo 16.05.2019
1. Wo?
Wo findet der Prozess denn statt?
Wo findet der Prozess denn statt?
thilog 16.05.2019
2. Nochmals: wo "stehen" diese Verbrecher vor Gericht?
Ist es wirklich zu viel verlangt, von einem "Journalisten" aus dem "Netzweltressort" von SPON darüber informiert zu werden, wo der Prozess seit wann stattfindet, vor welchem Gericht in welchem Land usw.?
Ist es wirklich zu viel verlangt, von einem "Journalisten" aus dem "Netzweltressort" von SPON darüber informiert zu werden, wo der Prozess seit wann stattfindet, vor welchem Gericht in welchem Land usw.?
Rosenname 16.05.2019
3. Dünne Meldung
Wer wird angeklagt? Welcher konkrete Schaden? Was ist konkret passiert? Es ist nur von einem Versuch berichtet, was ist tatsächlich erfolgt? Alles sehr nebulös. Das ist kein informativer Journalismus. Sorry, erst recherchieren, [...]
Wer wird angeklagt? Welcher konkrete Schaden? Was ist konkret passiert? Es ist nur von einem Versuch berichtet, was ist tatsächlich erfolgt? Alles sehr nebulös. Das ist kein informativer Journalismus. Sorry, erst recherchieren, dann alarmieren.
der_rookie 17.05.2019
4. @3 Rosenname
Welcher konkrete Schaden verursacht wurde können Sie Problemlos googeln. Ich plädiere darüber hinaus auch endlich indirekte Schäden mit in die Strafen einzubeziehen: Wegen solcher kriminellen Hacker muss ich ständig meine [...]
Welcher konkrete Schaden verursacht wurde können Sie Problemlos googeln. Ich plädiere darüber hinaus auch endlich indirekte Schäden mit in die Strafen einzubeziehen: Wegen solcher kriminellen Hacker muss ich ständig meine Software aktualisieren. Das kostet mich Zeit und Geld. Um es einfach rechnen zu können: Alle in einem Jahr erwischten Hacker müssen gemeinsam die IT Sicherheitskosten aller Unternehmen, Behörden und Privatpersonen tragen.

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Botnets sind Netzwerke gekidnappter Rechner - den Bots. Mit Hilfe von Trojaner-Programmen, die sie beispielsweise durch manipulierte Web-Seiten oder fingierte E-Mails auf die Rechner einschleusen, erlangen die Botnet-Betreiber Zugriff auf die fremden PC und können sie via Web steuern. Solche Botnets zu vermieten, kann ein einträgliches Geschäft sein. Die Zombiearmeen werden unter anderem genutzt, um millionenfache Spam-Mails zu versenden, durch eine Vielzahl gleichzeitiger Anfragen Web-Seiten in die Knie zu zwingen oder in großem Stile Passwörter abzugrasen. (mehr bei SPIEGEL ONLINE)
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Das Wort setzt sich aus "Fake", also "Fälschung", und "Ware", der Kurzform für Software zusammen: Es geht also um "falsche Software" . Gemeint sind Programme, die vorgeben, eine bestimmte Leistung zu erbringen, in Wahrheit aber etwas ganz anderes tun. Häufigste Form: angebliche IT-Sicherheitsprogramme oder Virenscanner. In ihrer harmlosesten Variante sind sie nutzlos, aber nervig: Sie warnen ständig vor irgendwelchen nicht existenten Viren und versuchen, den PC-Nutzer zu einem Kauf zu bewegen. Als Adware-Programme belästigen sie den Nutzer mit Werbung.

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