Netzwelt

Drogenkrieg in Mexiko

Wer bloggt, dem droht der Tod

Worüber Mexikos Medien im Drogenkrieg nicht zu berichten wagen, schreiben jetzt anonyme Blogger im Internet - und geraten so selbst ins Visier der Kartelle. Vier Menschen sind in den vergangenen Wochen auf grausame Weise ermordet worden, andere wollen trotzdem weitermachen.

AFP

Getötete Blogger in Nuevo Laredo: "Das passiert mit allen Internetpetzen"

Von
Montag, 14.11.2011   11:08 Uhr

Hinweis

An dieser Stelle stand ursprünglich ein Text des früheren SPIEGEL-Redakteurs Claas Relotius bzw. ein Text, an dem er beteiligt war. Die Berichterstattung von Relotius hat sich in weiten Teilen als gefälscht herausgestellt. Der SPIEGEL stand bei der umfassenden Aufarbeitung des Falls vor der Frage: Wie gehen wir mit den betroffenen Texten um? Einerseits verfolgen Redaktion und Verlag den Anspruch maximaler Transparenz, andererseits fühlen sich zahlreiche Protagonisten in den Relotius-Texten falsch dargestellt und zitiert; vieles ist frei erfunden. Der SPIEGEL hat sich daher entschlossen, die Texte künftig nur noch kommentiert und gesammelt in einer umfassenden Dokumentation zugänglich zu machen - Sie finden das PDF hier (Größe: ca. 16 MB).
insgesamt 22 Beiträge
ShellyFrey 14.11.2011
1. Zweispalt
Einerseits finde ich es mutig und gut von dem Blogger, dass er den Menschen Informationen gibt, die man nich um TV sieht oder in der Zeitung liest. Schließlich riskiert er dadurch sein Leben. Damals in Ägypten, haben die [...]
Einerseits finde ich es mutig und gut von dem Blogger, dass er den Menschen Informationen gibt, die man nich um TV sieht oder in der Zeitung liest. Schließlich riskiert er dadurch sein Leben. Damals in Ägypten, haben die Menschen ein Kollektivbewußtsein dafür entwickelt und jeder hat sich über Twitter und Blogs darüber geäußert, was gerade im Land passiert. Das ist die positive Seite des Internets. Andereseits kann der Blogger wahrscheinlich seine Thesen nicht zum Schluß beweisen und bringt sich und seine Familie in Gefahr.
synoptiker 14.11.2011
2. Drogenhandel lebt vom Verbot
Worüber hier und anderswo nie berichtet wird: Das Problem des mexikanischen Drogenschmuggels liegt in den USA: Es ist die verlogene Grundeinstellung der Amerikanischen Konsum-Gesellschaft: Kokain und Marihuana sind verboten, [...]
Worüber hier und anderswo nie berichtet wird: Das Problem des mexikanischen Drogenschmuggels liegt in den USA: Es ist die verlogene Grundeinstellung der Amerikanischen Konsum-Gesellschaft: Kokain und Marihuana sind verboten, werden aber von 100 Millionen (und mehr) Amerikanern regelmäßig konsumiert! Man überlässt den Mexikanern, sowohl den organisierten Schmuggel als auch den Kampf für das Gesetz, das in USA nicht durchgesetzt wird. Es gibt zwei Lösungen: 1. Legalisierung 2. Aufgabe des Drogenkonsums von 100 Millionen Amerikanern. Verbote sind in USA nicht durchsetzbar und in Mexiko erst recht nicht.
Criollo 14.11.2011
3. Und Politiker fordern das Ende des anonymen Internets
Damit jede Mafia an die Daten herankommen kann, wenn sie Paten in den Behörden hat. Worüber Poltiker schweigen, darüber sollen auch Bürger nicht ungestraft reden könne.
Damit jede Mafia an die Daten herankommen kann, wenn sie Paten in den Behörden hat. Worüber Poltiker schweigen, darüber sollen auch Bürger nicht ungestraft reden könne.
viperhyper 14.11.2011
4. versteh nicht
Ist mir auch ein Rätzel warum Mexico blutig am Boden liegend noch die amerkanischen Drogengesetze verteidigt. Denn die Kiffer, Kokser und sonstigen Junks in Mexico stehen ja in keinem Verhältnis zu den Staatsausgaben, dem [...]
Ist mir auch ein Rätzel warum Mexico blutig am Boden liegend noch die amerkanischen Drogengesetze verteidigt. Denn die Kiffer, Kokser und sonstigen Junks in Mexico stehen ja in keinem Verhältnis zu den Staatsausgaben, dem Sicherheitsgefühl der Bürger sowie der Drogentoten. Ansonsten ist Mexico ja wohl ein toller Staat zumindest auf dem Papier was Bürgernähe und Solidarität betrifft.
roastbeef 14.11.2011
5. .
Ja Legalisierung ist gut, ist aber nicht mehr genug denke ich. Die Kartelle verdienen längst nicht mehr nur mit dem Drogenhandel Geld. Schutzgeld, Erpressung, Entführungen sind weit verbreitet. Die Legalisierung von Drogen [...]
Zitat von synoptikerWorüber hier und anderswo nie berichtet wird: Das Problem des mexikanischen Drogenschmuggels liegt in den USA: Es ist die verlogene Grundeinstellung der Amerikanischen Konsum-Gesellschaft: Kokain und Marihuana sind verboten, werden aber von 100 Millionen (und mehr) Amerikanern regelmäßig konsumiert! Man überlässt den Mexikanern, sowohl den organisierten Schmuggel als auch den Kampf für das Gesetz, das in USA nicht durchgesetzt wird. Es gibt zwei Lösungen: 1. Legalisierung 2. Aufgabe des Drogenkonsums von 100 Millionen Amerikanern. Verbote sind in USA nicht durchsetzbar und in Mexiko erst recht nicht.
Ja Legalisierung ist gut, ist aber nicht mehr genug denke ich. Die Kartelle verdienen längst nicht mehr nur mit dem Drogenhandel Geld. Schutzgeld, Erpressung, Entführungen sind weit verbreitet. Die Legalisierung von Drogen hätte man vor 10 Jahren machen müssen. Aber auf jeden Fall muß man endlich aktiv etwas versuchen. Die USA heizen den ganzen Kreislauf aber leider immer noch an. Eher nicht, die Korruption ist soweit verbreitet, daß Mexico alles andere als ein bürgernaher und solidarischer Staat ist. Leider

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