Netzwelt

Razzia in der Ukraine

Mitarbeiter schürften Bitcoins im Atomkraftwerk

In der Ukraine haben Mitarbeiter eines Atomkraftwerks das interne Netzwerk ans Internet angeschlossen - um Bitcoins zu schürfen. Sie sind nicht die Ersten, die so die Sicherheit gefährdeter Anlagen aufs Spiel setzten.

Sergey Dolzhenko/ DPA

Bitcoin-Fans, die im südukrainischen Atomkraftwerk bei Yuzhnoukrainsk arbeiteten, könnten die Sicherheit der Anlage gefährdet haben

Samstag, 24.08.2019   13:35 Uhr

Der ukrainische Inlandsgeheimdienst ermittelt wegen einer Sicherheitslücke in einem Atomkraftwerk: Mitarbeiter des Kraftwerks hatten Teile eines internen Netzwerks an das Internet angeschlossen - um Bitcoins zu minen.

Der Vorfall soll sich einem Bericht von "ZDnet" zufolge in dem Kernkraftwerk Süd-Ukraine bei Yuzhnoukrainsk ereignet haben, das rund 350 Kilometer südlich der Hauptstadt Kiew liegt und das zweitgrößte Kraftwerk des Landes ist. Am 10. Juli führte der Geheimdienst dort eine Razzia durch und beschlagnahmte im Verwaltungstrakt der Anlage Computer und andere IT-Geräte, die für die Bitcoin-Herstellung genutzt worden waren.

Die Behörden ermitteln nun wegen des potentiellen Leaks von Staatsgeheimnissen - und prüfen, ob Angreifer die Sicherheitslücke genutzt haben, um weiter in die Computernetzwerke vorzudringen und etwa Dokumente oder Informationen zur Absicherung des Atomkraftwerks abzugreifen.

Atomkraftwerke gelten als sogenannte "kritische Infrastruktur" - Anlagen, deren Funktionstüchtigkeit für einen Staat besonders relevant sind und bei denen Hackerangriffe einen enormen Schaden anrichten können. Die Computernetzwerke solcher Anlagen sind normalerweise nicht ans Internet angeschlossen und besonders gut abgesichert - zumindest in der Theorie.

Mehrere Mitarbeiter des ukrainischen Kraftwerks wurden wegen ihrer Beteiligung an der Bitcoin-Produktion angeklagt, aber noch nicht festgenommen.

Nicht das erste Mal

Es ist nicht der erste Vorfall, bei dem Fans von Kryptowährungen zum Risiko für Hochsicherheitsanlagen werden. Für die Produktion solcher Währungen sind enorme Strommengen und viel Rechnerleistung erforderlich - das brachte offenbar auch Mitarbeiter anderer großer, staatlicher Einrichtungen mit leistungsstarken Computeranlagen auf die Idee, diese nebenbei zur Bitcoin-Herstellung zu missbrauchen.

In Russland wurden der "BBC" zufolge im Februar 2018 mehrere Wissenschaftler festgenommen, die im russischen staatlichen Atomforschungszentrum in Sarov Bitcoins geschürft hatten. Die Krypto-Schürfer wurden entdeckt, nachdem sie einen Rechner ans Internet angeschlossen hatten, der aus Sicherheitsgründen vom Netz isoliert war - das alarmierte das Sicherheitsteam.

Auch gegen einen Angestellten des Rumänischen Nationalen Forschungszentrums für Kernphysik und -technik sowie gegen zwei Schürfer aus der IT-Abteilung des australischen Wettervorhersage-Institutes wurde bereits ermittelt.

sop

insgesamt 49 Beiträge
Dicke_Berta 24.08.2019
1. Ist doch nicht wahr
daß wegen der Gier solcher Typen im schlimmsten Fall das Leben von tausenden Menschen gefährdet wird. Die sollten wirklich auf Lebenszeit im Gefängnis verschwinden und echte Steine klopfen
daß wegen der Gier solcher Typen im schlimmsten Fall das Leben von tausenden Menschen gefährdet wird. Die sollten wirklich auf Lebenszeit im Gefängnis verschwinden und echte Steine klopfen
schorsch_69 24.08.2019
2. Och Joh!
Wurde leider einmal mehr nicht dargelegt, worin die angebliche Sicherheitsgefährdung besteht. Die nach hiesigem eindeutig und auch dortigem Verständnis eher gering entlohnten Mitarbeiter/innen haben versucht ein paar Rubel [...]
Wurde leider einmal mehr nicht dargelegt, worin die angebliche Sicherheitsgefährdung besteht. Die nach hiesigem eindeutig und auch dortigem Verständnis eher gering entlohnten Mitarbeiter/innen haben versucht ein paar Rubel nebenbei zu "generieren" - so what!? Ist doch absolut menschlich und niemand, absolut niemand, wurde nachweislich auch nur ansatzweise gefährdet!
GaliX622 24.08.2019
3. @1
Das ist nicht mal Gier sondern einfach nur reine Dummheit. Man hätte einfach eine Internetverbindung über das 4G herstellen können. Ich gehe nicht davon aus, dass in Der Ukraine jetzt das Mobile Internet so schlecht ist wie [...]
Das ist nicht mal Gier sondern einfach nur reine Dummheit. Man hätte einfach eine Internetverbindung über das 4G herstellen können. Ich gehe nicht davon aus, dass in Der Ukraine jetzt das Mobile Internet so schlecht ist wie bei uns.
emil_erpel8 24.08.2019
4.
Das Leben tausender Menschen wir durch die Bosse gefährdet, die meinen, ein paar Rubel/Euro-Fuffzich dadurch sparen zu müssen, daß sie AKWe überhaupt ans Internet anschließen und dadurch das Scheunentor für solche [...]
Zitat von Dicke_Bertadaß wegen der Gier solcher Typen im schlimmsten Fall das Leben von tausenden Menschen gefährdet wird. Die sollten wirklich auf Lebenszeit im Gefängnis verschwinden und echte Steine klopfen
Das Leben tausender Menschen wir durch die Bosse gefährdet, die meinen, ein paar Rubel/Euro-Fuffzich dadurch sparen zu müssen, daß sie AKWe überhaupt ans Internet anschließen und dadurch das Scheunentor für solche Aktionen und sonstige Angriffe öffnen. Aber so ist sie eben, die Sicherheitspolitik in Zeiten der "Industrie 4.0": Unbescholtene Bürger werden überall gefilmt und bei jeder Aktivität im Netz beobachtet, aber die Industrie kommt mit jeder katastrophalen Fehlleistung durch.
emil_erpel8 24.08.2019
5.
So was Einfältiges zum Thema Sicherheit hört man selten. Die Gefährdung besteht darin, das interne Netzewerk mit der hochsensiblen Kraftwerkssteuerung ans Internet zu hängen und damit feindlichen Angriffen Tür und Tor zu [...]
Zitat von schorsch_69Wurde leider einmal mehr nicht dargelegt, worin die angebliche Sicherheitsgefährdung besteht. Die nach hiesigem eindeutig und auch dortigem Verständnis eher gering entlohnten Mitarbeiter/innen haben versucht ein paar Rubel nebenbei zu "generieren" - so what!? Ist doch absolut menschlich und niemand, absolut niemand, wurde nachweislich auch nur ansatzweise gefährdet!
So was Einfältiges zum Thema Sicherheit hört man selten. Die Gefährdung besteht darin, das interne Netzewerk mit der hochsensiblen Kraftwerkssteuerung ans Internet zu hängen und damit feindlichen Angriffen Tür und Tor zu öffnen. Was wissen denn Sie darüber, wieviele Rechner im Netz in dieser Zeit kompromittiert wurden und welche Kosten nun anfallen, um das Netz wieder in einen vertrauenswürdigen Zustand zu bringen? Bis das erledigt ist, ist das System eine tickende Zeitbombe.

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