Netzwelt

Chrome-Updates

Google verschärft Vorgehen gegen Flash

Der Google-Browser Chrome verdrängt die ungeliebte Flash-Software immer weiter. Bald sollen auch Flash-Inhalte blockiert werden, die im Hintergrund geladen werden.

Mittwoch, 10.08.2016   15:51 Uhr

Google treibt sein Vorhaben voran, die Flash-Software möglichst vollständig zu verbannen. Die nächste Version des Google-Browsers Chrome soll weitere Elemente dieser Technologie blockieren, hat der Konzern angekündigt.

Google hatte schon vor rund einem Jahr angekündigt, sich langsam von Flash zu verabschieden. Damals führte der Konzern ein sogenanntes Click to Play ein. Wer einen Flash-Inhalt angezeigt haben will, muss das durch einen Klick bestätigen. Mit Flash kann man zum Beispiel Videos darstellen, interaktive Grafiken oder kleine Spiele, aber auch bewegte Werbung.

Die aktuelle Ankündigung von Google bezieht sich auf andere Flash-Anwendungen: In Version 53 des Browsers, die im September erscheinen soll, sollen auf Webseiten auch alle Flash-Elemente blockiert werden, die im Hintergrund ablaufen. Stattdessen setzt Google auf den als moderner geltenden Webstandard HTML 5.

Denn Flash unterstützt nicht nur Videos oder andere bewegte Inhalte, die Nutzer sich ansehen können. Die Software arbeitet auch unbemerkt im Hintergrund, zum Beispiel um den Webtraffic einer Seite zu analysieren. Darauf entfielen sogar 90 Prozent der Flash-Anwendungen im Netz, wie Google in seinem Blog schreibt. Auch diesen Anwendungsbereich von Flash will Chrome nun abschaffen.

Im Dezember soll dann Chrome in der Version Nummer 55 erscheinen. Diese Version soll HTML 5 standardmäßig gegenüber Flash bevorzugen. Ausnahmen wird es nur noch für Seiten geben, die ausschließlich Flash anbieten. In diesen Fällen wird der Browser seinen Nutzer eine Benachrichtigung anzeigen und fragen, ob sie Flash für diese Webseite aktivieren wollen.

Ständig gibt es Sicherheitslücken bei Flash

Mit dem neuesten Schritt treibt Google den schleichenden Tod der mittlerweile ungeliebten Technik weiter voran. Flash verbraucht vergleichsweise viel Strom, was gerade in der Zeit mobiler Geräte ein Problem ist. Es ist zudem langsam und ständig tauchen Sicherheitslücken auf. Daher setzten nicht nur Onlinedienste wie Amazon und Facebook auf HTML 5, sondern auch die Browserhersteller.

Auch Mozilla hatte, nachdem zum erneuten Male Sicherheitslücken aufgetaucht waren, zwischenzeitig alle Flash-Inhalte in seinem Browser Firefox abgeschaltet. Mittlerweile ist Flash nicht mehr komplett blockiert, aber die Firefox-Machern haben eine wachsende Liste von Flash-Elementen, die nicht unterstützt werden.

Apples Browser Safari gibt ebenso in den Standardeinstellungen Flash-Inhalte nicht mehr wieder. Beim Versuch, Flash aus dem Internet zu verbannen, scheinen derzeit alle an einem Strang zu ziehen.

Dabei war Flash vor wenigen Jahren noch ein wichtiger Bestandteil des Internets. Es ermöglichte, bewegliche und interaktive Elemente auf Webseiten anzuzeigen. Frühe Onlinespiele oder Videoplattformen wären ohne Flash nicht denkbar gewesen. So setzte zum Beispiel YouTube anfangs auch auf die Technik. Mittlerweile ist aber auch bei YouTube HTML 5 Standard.

Aus dem Archiv

Piotr Heller

insgesamt 11 Beiträge
WOLF in USA 10.08.2016
1. na also ....
geht doch! Wie groß war das Geschrei als 2010 Steve Jobs das Ende von Flash auf Apples mobilen Endgeräten verkündete. Die Android Gemeinde betrieb ein krankhaftes Apple-Bashing par excellence. Nur die Gruende warum Flash [...]
geht doch! Wie groß war das Geschrei als 2010 Steve Jobs das Ende von Flash auf Apples mobilen Endgeräten verkündete. Die Android Gemeinde betrieb ein krankhaftes Apple-Bashing par excellence. Nur die Gruende warum Flash verbannt wurde, waren damals schon dieselben. Sicherheitslücken, Batterieverbrauch, Crashs, Speicherbedarf - im Prinzip ein OS innerhalb eines OS, das seine eigenen proprietaeren Standards an allen Empfehlungen des W3C vorbei auf den Browser brachte. Es ist schon lange überfällig, dass man dieses endlich Monster beseitigt und hoffentlich bald vollständig zu Grabe trägt.
modemhamster 10.08.2016
2. Die einzigen,
die nichts merken sind unsere gebührenfinanzierten Geldvernichtungsmaschinen, für die wir keine Gegenleistungen bekommen. Flash-Schrott, aber nach 10 Tagen ist alles vorbei. Wären sie nur ein kleines bischen so wie die BBC... [...]
die nichts merken sind unsere gebührenfinanzierten Geldvernichtungsmaschinen, für die wir keine Gegenleistungen bekommen. Flash-Schrott, aber nach 10 Tagen ist alles vorbei. Wären sie nur ein kleines bischen so wie die BBC... Obwohl:: Ehre, wem Ehre gebührt: Das "Depublizieren", also vollständige Vernichten von Werten und Inhalten, haben wir der Verlegerlobby zu verdanken.
Pvt. Wurstpelle 10.08.2016
3. Mir ein Rätsel
Ich kann diesen HTML5-Hype absolut nicht nachvollziehen. Seit YouTube HTML5 eingeführt hat, hängt sich der ach so stabile Player regelmäßig auf. Chrome frisst dann 30-50% der CPU Leistung (i7 Quadcore....). Der hängende Task [...]
Ich kann diesen HTML5-Hype absolut nicht nachvollziehen. Seit YouTube HTML5 eingeführt hat, hängt sich der ach so stabile Player regelmäßig auf. Chrome frisst dann 30-50% der CPU Leistung (i7 Quadcore....). Der hängende Task muss manuell via Task-Manager beendet werden. Crashes kamen mit Flash auch dann und wann mal vor, jedoch weitaus seltener und war vor allem durch simples Neuladen der Seite wieder zum laufen zu bringen. Wie die vermeintlich bessere Sicherheitslage bei HTML5 aussieht weiß ich nicht, wenn Schein und Sein hier auch so auseinander gehen, dann gute Nacht..
monoman 10.08.2016
4.
Komisch, daß es überhaupt noch Flash gibt, so oft, wie das schon für tod erklärt wurde ;-)
Komisch, daß es überhaupt noch Flash gibt, so oft, wie das schon für tod erklärt wurde ;-)
modemhamster 10.08.2016
5. @wurstpelle
Kann ich für den FF unter Linux definitiv nicht bestätigen. Und Google kriegt es bei seinem Browser nicht hin, dass er die Inhalte seiner Vorzeigevideo-Plattform nicht fehlerfrei anzeigt? Das würde mich arg überraschen.
Kann ich für den FF unter Linux definitiv nicht bestätigen. Und Google kriegt es bei seinem Browser nicht hin, dass er die Inhalte seiner Vorzeigevideo-Plattform nicht fehlerfrei anzeigt? Das würde mich arg überraschen.

Verwandte Themen

Anzeige

Anzeige

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung

TOP