Netzwelt

Untersuchungshaft abgelehnt

Kim Dotcom muss vorerst nicht ins Gefängnis

Kim Dotcom bleibt ein freier Mann - zumindest vorerst. Ein Richter lehnte es jetzt ab, den in den USA angeklagten Online-Unternehmer wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft zu nehmen.

Montag, 01.12.2014   08:13 Uhr

Auckland - Der in den USA angeklagte deutsche Internet-Unternehmer Kim Dotcom muss vorerst nicht ins Gefängnis. Ein Richter in Neuseeland lehnte den Antrag der Staatsanwaltschaft ab, ihn bis zum Auslieferungsverfahren im Juni nächsten Jahres in Untersuchungshaft zu nehmen.

Er sehe keine Anzeichen dafür, dass Dotcom fliehen könnte, sagte der Richter nach Angaben der Zeitschrift "National Business Review". Zuvor hatte es an insgesamt drei Tagen Anhörungen über eine mögliche Untersuchungshaft gegeben.

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Geschichte einer Karriere: Aufstieg und Fall des Kim Dotcom

Dotcom ist bislang gegen Auflagen auf freiem Fuß - nach Ansicht der Staatsanwälte verstieß er gegen mehrere davon. Zudem argumentierten sie, Dotcom habe seit seiner Verhaftung im Jahr 2012 mehrere Millionen Dollar verdient. Mit dem Geld könne er versuchen, das Land zu verlassen.

"Mega und ich sind frei", twitterte Dotcom kurz nach der Entscheidung des Richters. "Mega" ist die neue Tauschplattform, die Dotcom gründete, nachdem die Amerikaner sein Portal Megaupload abgeschaltet hatten. Sie werfen ihm vor, dass Nutzer darauf im großen Stil Material herunterlüden und teilten, ohne für Urheberrechte zu zahlen. Sie wollen ihm den Prozess machen. Der gebürtige Kieler lebt seit 2010 in Neuseeland.

rls/dpa/AP

insgesamt 15 Beiträge
mantrid 01.12.2014
1. Spanne Rechtsfrage
Ist jemand dafür verantwortlich zu machen, wenn seine Dienstleistung zu Rechtsverstößen mißbraucht wird? Im Umkehrschluss müsste dann auch ein Vorstand einer Bank oder der Bahn dafür haften, wenn Kunden illegale Dinge in [...]
Ist jemand dafür verantwortlich zu machen, wenn seine Dienstleistung zu Rechtsverstößen mißbraucht wird? Im Umkehrschluss müsste dann auch ein Vorstand einer Bank oder der Bahn dafür haften, wenn Kunden illegale Dinge in ihren gemieteten Schließfächern deponieren. Eine sehr spannende Rechtsfrage.
Sheldor11 01.12.2014
2. Achtung
Mega ist keine Tauschbörse sondern ein One-Click-Hoster. Wird also von einer anderen Seite auf eine Datei mit unauffälligem Namen verwiesen, so kann diese nicht von einer normalen Datei unterschieden werden - sprich Mega lässt [...]
Mega ist keine Tauschbörse sondern ein One-Click-Hoster. Wird also von einer anderen Seite auf eine Datei mit unauffälligem Namen verwiesen, so kann diese nicht von einer normalen Datei unterschieden werden - sprich Mega lässt diese nicht absichtlich online.
DeutscherimAusland 01.12.2014
3. Herzlichen Glueckwunsch an,....
beide! K.D. kann sich korrekt vorbereiten auf die naechsten Schritte und das Neuseelaendische Gericht hat Augenmass und Korrektheit bewiesen, gegen die sonst so "allmaechtige" US-Urheberrechts-Polizei!!! Ich hoffe, das [...]
beide! K.D. kann sich korrekt vorbereiten auf die naechsten Schritte und das Neuseelaendische Gericht hat Augenmass und Korrektheit bewiesen, gegen die sonst so "allmaechtige" US-Urheberrechts-Polizei!!! Ich hoffe, das dieses mittlerweile fuer mich "sinnlose" Auslieferungs-Begehren auch noch negiert wird! Geistiges Eigentum, wie z.Bsp. in der Architektur ist ja auch frei; warum also nicht auch das der Unterhaltungs-Branche!? Vielleicht endet dann damit irgendwann einmal das drehen dieser "Einkommens-Spirale" die nur durch Urheber-, Vergabe-, oder sonstwelche "ominoesen" Rechte angetrieben wird!!!
leckmich11 01.12.2014
4.
Hervorragend, Kim siegt und die US Musikmafia kriegt eine Schelle nach der anderen. Ein guter Tag für Kim, ein guter Tag für die Welt. Herzlichen Glückwunsch und weiter so!
Hervorragend, Kim siegt und die US Musikmafia kriegt eine Schelle nach der anderen. Ein guter Tag für Kim, ein guter Tag für die Welt. Herzlichen Glückwunsch und weiter so!
DMenakker 01.12.2014
5.
Die Rechtsfrage könnte spannend sein, wenn man Kim nicht zu 150 % nachgewiesen hätte, dass er das Geschäft mit den Urheberrechtsverletzungen ganz bewusst betrieben hat. Das steht ziemlich ausser Frage. Ein Betreiber eines [...]
Zitat von mantridIst jemand dafür verantwortlich zu machen, wenn seine Dienstleistung zu Rechtsverstößen mißbraucht wird? Im Umkehrschluss müsste dann auch ein Vorstand einer Bank oder der Bahn dafür haften, wenn Kunden illegale Dinge in ihren gemieteten Schließfächern deponieren. Eine sehr spannende Rechtsfrage.
Die Rechtsfrage könnte spannend sein, wenn man Kim nicht zu 150 % nachgewiesen hätte, dass er das Geschäft mit den Urheberrechtsverletzungen ganz bewusst betrieben hat. Das steht ziemlich ausser Frage. Ein Betreiber eines Laufhauses vermietet zwar offiziell auch nur Zimmer, letzt endlich betreibt er halt doch einen Puff! Nicht anders ist die Situation bei Kim.

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