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MegaChat

Kim Dotcom startet verschlüsselten Chat-Dienst

Per Twitter hat Kim Dotcom den Start des verschlüsselten Chat-Dienstes MegaChat angekündigt. Selbstbewusst will er damit Microsoft Konkurrenz machen. Doch bei ersten Tests lief nicht alles wie gewünscht.

mega.co.nz

Neue Chat-Funktion: Vorerst nur Audio- und Videoanrufe

Donnerstag, 22.01.2015   16:45 Uhr

Ende 2014 kündigte der umstrittene Internetunternehmer Kim Dotcom Chat-Dienst an. Browser-basiert solle der arbeiten, die Kommunikation verschlüsseln und parallel zur Unterhaltung auch rasanten Dateiversand ermöglichen, versprach Dotcom damals. "Bye bye Skype" schrieb er selbstbewusst via Twitter. Jetzt verkündete er per Twitter den Start des Systems. Vorerst seien aber nur Video-Anrufe möglich, Text-Chats und Videokonferenzen sollen bald folgen.

Die Produkteinführung fällt fast genau auf den Jahrestag der Polizeiaktion, mit der neuseeländische Behörden 2012 in Zusammenarbeit mit dem FBI Dotcoms Anwesen des IT-Unternehmers in Auckland durchsucht hatten. Bis heute sieht sich Dotcom wegen seines damals abgeschalteten Dienstes Megaupload einem umfangreichen Verfahren wegen Online-Piraterie gegenüber. Vor genau zwei Jahren hatte Dotcom dann den Megaupload-Nachfolger Mega vorgestellt. Der Online-Speicherdienst verspricht seinen Nutzern eine sichere Verschlüsselung aller Daten.

Die "TechCrunch"-Redaktion hat MegaChat schon ausprobiert und ist maßvoll begeistert. Der Verbindungsaufbau sei holprig, ist die Verbindung hergestellt, seien Audio- und Videoqualität aber mit Skype vergleichbar. Der Versand von Dateien habe recht gut funktioniert. Die Daten sollen dabei mit einem leicht bedienbaren System, das als User Controlled Encryption (UCE) bezeichnet wird, verschlüsselt werden.

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Geschichte einer Karriere: Aufstieg und Fall des Kim Dotcom
Beim Speicherdienst Megaupload hatten Experten die Verschlüsselung per Javascript im Browser allerdings bemängelt. So könne jeder, der die sogenannte SSL-Verschlüsselung des Browsers knackt, auch Megas Verschlüsselungstechnik aushebeln. Vorsorglich lobte Dotcom Belohnungen für das Auffinden etwaiger Schwachstellen und Fehlern in der neuen Software aus.

meu

insgesamt 15 Beiträge
kolonigulus 22.01.2015
1.
und jetzt ratet mal warum die hinter dem her sind... garantiert nicht weil sie Interesse am Urheberrechtsschutz haben..., sondern weil sich jemand damit dumm und dämlich verdient dass er NSA und Konsorten ein Schnippchen [...]
und jetzt ratet mal warum die hinter dem her sind... garantiert nicht weil sie Interesse am Urheberrechtsschutz haben..., sondern weil sich jemand damit dumm und dämlich verdient dass er NSA und Konsorten ein Schnippchen schlägt!
Frank Zi. 22.01.2015
2.
Super Sache! Haben das gerade mal getestet, die Qualität kann sich sehen lassen und liegt auf dem Niveau von Skype, sowohl Audio als auch Video. E2E verschlüsselt ist das natürlich ein echtes Argument. Vielen Dank Mr. Kim [...]
Super Sache! Haben das gerade mal getestet, die Qualität kann sich sehen lassen und liegt auf dem Niveau von Skype, sowohl Audio als auch Video. E2E verschlüsselt ist das natürlich ein echtes Argument. Vielen Dank Mr. Kim Dotcom!
sunskull 22.01.2015
3. Und..
die Idee eines verschlüsseltem Chats mit der Möglichkeit Daten auszutauschen hatte noch keiner? Dann ist das schon ganz respektabel. Sollte der Dienst dann noch verlässlich laufen ist das sicherlich eine interessante Sachen.
die Idee eines verschlüsseltem Chats mit der Möglichkeit Daten auszutauschen hatte noch keiner? Dann ist das schon ganz respektabel. Sollte der Dienst dann noch verlässlich laufen ist das sicherlich eine interessante Sachen.
themistokles 22.01.2015
4.
Kim Schmitz ist ein mehrfach vorbestrafter Krimineller. Er ist weder der Heilsbringer des Internets noch ein Kämpfer gegen die Contentindustrie. Kim Schmitz geht es um... Kim Schmitz. Und um Kohle. Keine Ahnung, warum man diesem [...]
Kim Schmitz ist ein mehrfach vorbestrafter Krimineller. Er ist weder der Heilsbringer des Internets noch ein Kämpfer gegen die Contentindustrie. Kim Schmitz geht es um... Kim Schmitz. Und um Kohle. Keine Ahnung, warum man diesem Egomanen immer wieder eine Bühne bieten muss.
sample-d 22.01.2015
5.
Na sicher, deshalb sind ja auch die Anbieter bereits bestehender mit sicherer Verschlüsselung arbeitender Chat-Server OHNE Dateiaustausch (wie z.B. Threema) von der NWO um die Ecke gebracht worden - NICHT ;)
Zitat von kolonigulusund jetzt ratet mal warum die hinter dem her sind... garantiert nicht weil sie Interesse am Urheberrechtsschutz haben..., sondern weil sich jemand damit dumm und dämlich verdient dass er NSA und Konsorten ein Schnippchen schlägt!
Na sicher, deshalb sind ja auch die Anbieter bereits bestehender mit sicherer Verschlüsselung arbeitender Chat-Server OHNE Dateiaustausch (wie z.B. Threema) von der NWO um die Ecke gebracht worden - NICHT ;)

Zum Autor

  • Richard Meusers schreibt als Autor für SPIEGEL ONLINE über die Digitalisierung.

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