Panorama

Nach Kritik von Hinterbliebenen

New Yorker 9/11-Museum überarbeitet Souvenirshop

Nach zum Teil heftiger Kritik von Hinterbliebenen will das neu eröffnete 9/11-Museum in New York seinen Souvenirshop überarbeiten. Produkte wie Schmuckfliesen, T-Shirts und Plüschhunde hatten dort für Unverständnis gesorgt.

Plüschhund aus dem 9/11-Souvenirshop (Screenshot): "Schwer zu akzeptieren"

Freitag, 30.05.2014   09:28 Uhr

New York - Erst vor einer Woche wurde das Museum für die fast 3000 Opfer der Anschläge vom 11. September 2001 eröffnet. Weil es zum Teil heftige Kritik von Hinterbliebenden gab, will die Einrichtung jetzt ihren Souvenirladen neu strukturieren. So sollen Angehörige von 9/11-Opfern künftig stärker in die Überprüfung der Produktpalette einbezogen werden.

Ärger hatte es etwa um eine Dekor-Keramikplatte in Form der Vereinigten Staaten gegeben, auf der die Absturzstellen der gekaperten Flugzeuge mit Herzen markiert sind. Dieser Artikel sei bereits aus dem Laden entfernt worden, berichtetet unter anderem das "Wall Street Journal".

Hinterbliebene, Überlebende und Rettungskräfte der Anschläge hatten den Geschenke-Shop in dem Museum am Ground Zero mit T-Shirts, Schmuck und Plüsch-Rettungshunden kritisiert. Auch ein geplantes Café und ein Empfang für Spender, der kürzlich stattfand, stießen laut "Wall Street Journal" auf Unverständnis.

"Es fällt mir schwer zu akzeptieren, dass all diese Dinge am selben Ort stattfinden sollen, wo auch die sterblichen Überreste liegen", zitierte die Zeitung die Schwester eines Feuerwehrmanns, der bei den Anschlägen getötet worden war. Gemeint sind die bis heute nicht identifizierten Überreste von 9/11-Opfern, die in den Katakomben des Museums ihre letzte Ruhe finden sollen.

Mit Hilfe von Hinterbliebenen solle das Konzept des Souvenirgeschäfts nun weiter überarbeitet werden, sagte Museumschef Joe Daniels dem "Wall Street Journal". "Wir geben nicht vor, alles richtig zu machen. Wir akzeptieren die Kritik."

rls/dpa

insgesamt 6 Beiträge
gegenpressing 30.05.2014
1.
Da gibt's einen Souvernirshop?!? Wie geschmacklos ist das denn?
Da gibt's einen Souvernirshop?!? Wie geschmacklos ist das denn?
schmusel 30.05.2014
2. Herrje!
Souvenirshop? Samma, haben die einen an der Klatsche!? Wer stellt ins Museum für eine nationale Tragödie einen Souvenirshop? Die Amis!
Souvenirshop? Samma, haben die einen an der Klatsche!? Wer stellt ins Museum für eine nationale Tragödie einen Souvenirshop? Die Amis!
stelzenlaeufer 30.05.2014
3. Tja
Irgendwie muss man ja die Kohle wieder rein bekommen.
Irgendwie muss man ja die Kohle wieder rein bekommen.
metbaer 30.05.2014
4. Gift Shop
Naja, ein Museum ohne Gift Shop ist in den USA halt undenkbar. Würde Auschwitz-Birkenau in den USA liegen, würde es auch dort einen Gift Shop geben. Konsum gehört für viele Amerikaner immer dazu und entsprechend wird der Markt [...]
Naja, ein Museum ohne Gift Shop ist in den USA halt undenkbar. Würde Auschwitz-Birkenau in den USA liegen, würde es auch dort einen Gift Shop geben. Konsum gehört für viele Amerikaner immer dazu und entsprechend wird der Markt bedient. Dass das manchmal pietätlos ist liegt auf der Hand.
Butenkieler 30.05.2014
5. Warum nicht?
Das Andenken wach halten. Wie das auch immer durchgeführt wird. Die einen lieben es, was die anderen verabscheuen. Allen es Recht zu machen ist ein Unding. Und wenn Andenken verkauft werden, um an die vielen Getöteten zu [...]
Das Andenken wach halten. Wie das auch immer durchgeführt wird. Die einen lieben es, was die anderen verabscheuen. Allen es Recht zu machen ist ein Unding. Und wenn Andenken verkauft werden, um an die vielen Getöteten zu erinnern, finde ich gut. Einerseits gedenke ich, andererseits spende ich für den Erhalt dieser Erinnerungsstätte. Vielleicht sollte man sich auf etwas Bestimmtes einigen und es dann verkaufen.

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