Panorama

Abgestürzte Boeing

Experten beginnen mit Auswertung der Blackbox

Nach dem Absturz einer Boeing 737 Max 8 in Äthiopien wird der Flugschreiber jetzt in Frankreich ausgewertet. Die Analyse der Daten könnte sich jedoch hinziehen.

BEA/HANDOUT/EPA-EFE/REX

Freitag, 15.03.2019   17:07 Uhr

Fünf Tage nach dem Absturz eines Flugzeugs der Ethiopian Airlines mit 157 Toten haben französische Experten mit der Analyse der Blackbox-Daten begonnen. Wie die Fluggesellschaft mitteilte, wird der Flugschreiber am Rande von Paris untersucht.

Die französische Untersuchungsbehörde für Flugunfälle (BEA) veröffentlichte dabei auch Fotos der demolierten Stahlbox, in deren Inneren die Flugdaten aufgezeichnet wurden. Die Ermittler hoffen, mithilfe der Informationen die Absturzursache herausfinden zu können.

Entscheidend dürfte sein, ob die Ethiopian-Airlines-Maschine aus dem gleichen Grund abgestürzt ist, wie die der indonesischen Airline Lion Air im Oktober. In beiden Fällen war die Boeing 737 Max 8 im Einsatz. Experten, unter anderem von der US-Luftfahrtbehörde, sprechen bereits von "Ähnlichkeiten" zwischen den Fällen.

REUTERS

Koffer mit der Blackbox

Bei dem Unglück in Indonesien waren Ermittler in einem Zwischenbericht davon ausgegangen, dass eine eigens für die Modellreihe Boeing Max entwickelte Steuerungssoftware eine entscheidende Rolle gespielt hat. Boeing hatte daraufhin ein Update für die Software versprochen - die Airlines warten allerdings weiterhin darauf.

Mit der Untersuchung war letztlich die BEA beauftragt worden. Zuvor war auch die entsprechende deutsche Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) für die Auswertung im Gespräch gewesen, hatte aber abgelehnt, weil sie nicht über die nötige Software verfügt.

Experten hatten darauf hingewiesen, dass die vollständige Auswertung viel Zeit in Anspruch nehmen könnte. Der Flight Data Recorder zeichnet rund 3500 Fluginformationen pro Sekunde auf.

Der US-Flugzeughersteller Boeing hatte die Auslieferung der 737-Max-Reihe ausgesetzt. Dies gelte, "bis wir eine Lösung finden", sagte ein Boeing-Sprecher. Die Produktion werde aber trotz der "Lieferpause" fortgesetzt.

Am Mittwoch hatten auch die USA ein Startverbot für den Flugzeugtyp verhängt. In der EU und zahlreichen anderen Ländern galten die Startverbote zum Teil schon wenige Stunden nach dem Absturz.

Analyse des Luftfahrtexperten Elmar Giemulla:

Foto: DPA

fek/dpa

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