Panorama

Unwetter in Südfrankreich

Mehrere Menschen sterben bei Überschwemmungen

Innerhalb weniger Stunden fiel so viel Regen wie sonst in einem halben Jahr: Im Süden Frankreichs sind bei Unwettern mindestens elf Menschen ums Leben gekommen.

AFP

Überschwemmungsschäden in Villegailhenc

Montag, 15.10.2018   10:29 Uhr

Im Département Aude in Südfrankreich gilt seit Montagmorgen die "Alarmstufe Rot": Bei schweren Unwettern in der Region sind laut der örtlichen Präfektur mindestens elf Menschen gestorben. Acht weitere Menschen seien schwer verletzt worden, sagte eine Sprecherin. Die Angaben über die Zahl der Flutopfer hatten sich mehrfach verändert. Zwischenzeitlich war die Rede von 13 Toten, dann korrigierte die Präfektur die Zahl nach unten.

Wie Präfekt Alain Thirion mitteilte, wurde eine Nonne in der Ortschaft Villardonnel von den Wassermassen weggerissen. Zwei zunächst als vermisst gemeldete Menschen wurden tot in Villegailhenc aufgefunden.

Beim Einsturz eines Hauses in Cuxac wurde ein Mensch verletzt. Die Feuerwehr wurde zu mehr als 250 Einsätzen gerufen. Thirion warnte dringend davor, mit dem Auto zu fahren. Die meisten Straßen seien nach dem Starkregen wegen Überschwemmungen abgeschnitten.

Die Schulen im Département blieben geschlossen, zahlreiche Straßen waren gesperrt, wie die Präfektur auf Twitter mitteilte. Die Menschen waren aufgerufen, ihre Häuser nicht zu verlassen. TV-Aufnahmen zeigten Straßen, die sich in reißende Flüsse verwandelt hatten. Autos wurden fortgeschwemmt.

Der Präfekt sagte dem Sender LCI, in der Nacht zu Montag sei in wenigen Stunden so viel Regen gefallen wie normalerweise in einem halben Jahr. In manchen Kommunen stand demnach das Wasser sechs Meter hoch. Nach Angaben des Hochwasser-Informationsdiensts Vigicrues hatte das Hochwasser im Tal des Flusses Aude zuletzt 1891 eine solche Höhe erreicht. Inzwischen steige das Wasser aber nicht mehr, hieß es.

ulz/AFP/dpa

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