Panorama

Absturz

Die letzten Minuten von Germanwings-Flug 9525

Was passierte auf Germanwings-Flug 9525? Der Überblick über die letzten Minuten bis zum Absturz - anhand der bislang bekannten Daten und Ermittlungsergebnisse.

REUTERS

Wrackteil der abgestürzten Maschine: In den französischen Alpen zerschellt

Freitag, 27.03.2015   16:53 Uhr

Hamburg - Es ist ein unfassbares Szenario, das die Ermittler vom Absturz der Germanwings-Maschine zeichnen: Offenbar ließ Co-Pilot Andreas Lubitz den Airbus A320 mit 150 Menschen an Bord absichtlich in den französischen Alpen zerschellen. Das, so der Marseiller Staatsanwalt Brice Robin, sei die plausibelste Erklärung für den Crash.

Anhand verfügbarer Flugdaten, Auskünfte der französischen Flugsicherung (DSNA) und nach bisheriger Auswertung des Cockpit-Stimmenrekorders lässt sich der Ablauf von Flug 4U9525 am Dienstag wie folgt rekonstruieren:

Warum Andreas Lubitz das Flugzeug abstürzen ließ, ist bisher unbekannt. Es sprechen aber eindeutige Hinweise dafür, dass er es bewusst tat: Der Sinkflug muss willentlich eingeleitet worden sein. Zudem hätte der Pilot die Tür zum Cockpit mit einem Code öffnen können. Außer die Tür wurde von innen verriegelt (siehe "Lock" im Bild unten), wovon auszugehen ist.

[M] DPA, Airbus, SPIEGEL ONLINE

Blick ins Cockpit eines A320: Klicken Sie zum Vergrößern bitte auf das Bild

Anmerkung der Redaktion: Nachdem wir den Nachnamen des Co-Piloten zunächst abgekürzt haben, schreiben wir ihn nun, ebenso wie der an diesem Freitagabend digital erscheinende SPIEGEL, aus. Die bisher veröffentlichten Ergebnisse der Ermittler lassen keine Zweifel zu: Andreas Lubitz führte diese Katastrophe herbei, aus welchen Gründen er auch immer handelte. Der Pressekodex fordert für eine identifizierende Berichterstattung, es müsse "eine außergewöhnlich schwere oder in ihrer Art und Dimension besondere Straftat" vorliegen. Diese Voraussetzung sehen wir erfüllt.

Was wir auf SPIEGEL ONLINE auch weiterhin nicht zeigen, sind Nahaufnahmen von Angehörigen der Opfer. Denn dafür gibt es, solange die Personen nicht von sich aus an die Öffentlichkeit gehen, keinen Grund. Wir respektieren ihre Privatsphäre.

wit/AFP/Reuters/dpa

insgesamt 264 Beiträge
Reissverschlussverfahren 27.03.2015
1. Drehknopf
"Laut Robin leitet er den Sinkflug ein. Dazu müsse man mehrfach einen Drehknopf drehen. " -- Danke für das Bild SPON.Gut zu sehen wo der Drehknopf platziert ist.Da kommt man ganz sicher nicht zufällig hin....
"Laut Robin leitet er den Sinkflug ein. Dazu müsse man mehrfach einen Drehknopf drehen. " -- Danke für das Bild SPON.Gut zu sehen wo der Drehknopf platziert ist.Da kommt man ganz sicher nicht zufällig hin....
john o. 27.03.2015
2. Security in airplane cockpits
The cockpits should have their own exclusive toilets, placed in front of the security door.
The cockpits should have their own exclusive toilets, placed in front of the security door.
Beat Adler 27.03.2015
3. Das nuetzt nichts, wenn einer der Piloten abstuerzen will.
Das nuetzt auch nichts, wenn einer der Piloten abstuerzen will. Er wartet bis sein Kollege auf Toilette ist und dreht das Flugzeug auf den Ruecken mit gleichzeitigem Abschalten der Triebwerke. Es gibt keine 100%ige [...]
Zitat von john o.The cockpits should have their own exclusive toilets, placed in front of the security door.
Das nuetzt auch nichts, wenn einer der Piloten abstuerzen will. Er wartet bis sein Kollege auf Toilette ist und dreht das Flugzeug auf den Ruecken mit gleichzeitigem Abschalten der Triebwerke. Es gibt keine 100%ige Sicherheit vor Personen, welche Andere mit in den Tod reissen wollen. Nirgendwo. Weder in der Luft noch am Boden, weder in Europa noch sonstwo. mfG Beat
denny-crane 27.03.2015
4. Furchtbar....
Es ist schon tragisch genug, wenn Menschen so verzweifelt sind und nicht mehr leben möchten. Wenn dann auch noch unschuldige mit hineingezogen werden, ist es eine Katastrophe. Was die Medien, allen voran Bild und N24, getan haben [...]
Es ist schon tragisch genug, wenn Menschen so verzweifelt sind und nicht mehr leben möchten. Wenn dann auch noch unschuldige mit hineingezogen werden, ist es eine Katastrophe. Was die Medien, allen voran Bild und N24, getan haben ist aber ebenfalls unverzeihlich. Den kompletten Namen, das Haus nebst Hausnummer und den Wohnort zu veröffentlichen, ist eine Frechheit, den Angehörigen gegenüber, wobei Frechheit hier noch zu freundlich ist.
wo_ist_all_das_material? 27.03.2015
5.
Ich vermisse die Hinweise auf bis zu drei (!) Mirage-Kampfflugzeuge, die laut Le Monde aufgestiegen sind, 15 Minuten vor Einleitung des Sinkfluges. Die erklärungsbedürftige Zeitspanne würde sich damit auf 23 (!) Minuten [...]
Ich vermisse die Hinweise auf bis zu drei (!) Mirage-Kampfflugzeuge, die laut Le Monde aufgestiegen sind, 15 Minuten vor Einleitung des Sinkfluges. Die erklärungsbedürftige Zeitspanne würde sich damit auf 23 (!) Minuten verlängern. Was war da los? Außerdem sollen Hubschrauber der gendarmerie aufgestiegen sein, um das seltsame Verhalten an Bord zu untersuchen. Le Monde hat diese Informationen von der französischen Flugsicherung, die "routinemäßig" gehandelt habe.
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!

Mehr im Internet

Verwandte Themen

VIDEO

Notfallnummern Germanwings-Absturz

Auswärtiges Amt
030 / 50 00 30 00
Flughafen Düsseldorf
0800 / 77 66 350
Germanwings
0800 / 11 33 55 77
Flughafen Barcelona
0034 / 900 808 890

VIDEO

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung

TOP