Panorama

Fotoprojekt mit Katzen

Eine Frage der Haltung

Guck mal, wie die steht! Alexis Reynaud fotografiert Katzen in einem eher ungewöhnlichen Moment - wenn sie sich aufrecht auf ihre Hinterbeine stellen. Kein ganz einfaches Projekt. Aber sehen Sie selbst.

Alexis Reynaud/ @alexisreynaud.art
Von
Montag, 05.08.2019   17:16 Uhr

Sie sehen niedlich aus und machen dumme Sachen. Wahrscheinlich gehören Katzen deshalb zu den beliebtesten Haustieren. Fotoserien von ihnen gibt es bereits einige, auch auf SPIEGEL ONLINE: Katzen von unten , Stubentiger, die sich schütteln oder die flauschigen Tiere mit ihren Besitzerinnen. Der Fotograf Alexis Reynaud hatte ein neue Idee: Er fotografiert Katzen, während sie stehen.

Inspiriert hat ihn dazu seine eigene Katze. Als er sie beobachtete und sie sich für einen kurzen Moment aufstellte, fand Reynaud das urkomisch. Außerdem musste er sofort an den "gestiefelten Kater" denken. "Ich wollte zeigen, dass Katzen auch anders aussehen können - menschlicher", sagt Reynaud.

Normalerweise gehen Katzen auf vier Pfoten. Wie bringt man sie also dazu, sich nur auf die Hinterbeine zu stellen und aufrecht zu stehen? Mit Leckerlis, indem man sie erschreckt oder ihre Neugierde weckt? "Das ist der geheime Teil des Shootings", sagt der Fotograf. Seinen Trick will er nicht verraten, nur so viel, dass es sich nicht um eine Fotomanipulation handele, sondern die Tiere wirklich diese Positionen eingenommen haben.

Sie zum Stehen zu animieren, sei zwar nicht schwierig, doch er müsse sehr schnell sein und genau im richtigen Moment, bei idealer Beleuchtung, den Auslöser drücken. Deshalb schießt Reynaud sehr viele Bilder hintereinander, um diese kurze Zeitspanne nicht zu verpassen.

Fotostrecke

Bitte aufstehen: Katzen in ungewöhnlicher Haltung

Zuerst fotografierte Reynaud seine eigene Katze, dann die von Freunden. Diese empfahlen ihm wieder weitere Tierbesitzer und ihre Katzenmodelle. Nicht alle Katzen stellen sich laut Reynaud wirklich auf die Hinterbeine. Und wenn, dann würden sie es sehr selten tun. "Normalerweise machen sie es, um sich etwas anzusehen, das sie interessiert."

Insgesamt fotografierte er rund 50 Katzen: von einem Abessiner über eine Burma- bis hin zu einer Sibirischen Katze. Bei manchen sieht die Haltung ganz natürlich aus, bei anderen etwas verkrampft. Die eine blickt direkt und wie ein Profi in die Kamera, die andere schaut auf den Boden.

Es sei immer sehr lustig, die Tiere zu fotografieren, sagt Reynaud. Man könne die tierischen Fotomodell aber zu nichts zwingen, sie hätten ihren eigenen Willen. Eine Katze schloss immer wieder ihre Augen, wenn Reynaud versuchte, sie zu fotografieren. "Sie schien mir sagen zu wollen: 'Du kriegst mich nicht.'" Am Ende klappte es dann aber doch.

Seine Fotos möchte der Fotograf demnächst in einem Bildband veröffentlichen und hofft, sie auch großformatig ausstellen zu können. "Sie sehen dann wie Gemälde aus und erinnern noch viel mehr an richtige Porträts."

insgesamt 4 Beiträge
vatimamo 05.08.2019
1. gruselig
befremdlich und küstlich wirken die Bilder, als ob man Felle mit Kopf in den Raum pinnt. ...
befremdlich und küstlich wirken die Bilder, als ob man Felle mit Kopf in den Raum pinnt. ...
max headroom 06.08.2019
2. traurig-schaurig
Auch ich kann den Bildern leider nichts Positives abgewinnen; für mich wirken sie einfach nur unnatürlich, gestellt und - überflüssig.
Auch ich kann den Bildern leider nichts Positives abgewinnen; für mich wirken sie einfach nur unnatürlich, gestellt und - überflüssig.
kuestenvogel 06.08.2019
3. Das sehe ich ähnlich
Gegen einen Perspektivwechsel kann man nichts haben. Der kann sehr interessant sein, siehe die Bilder von Andrius Burba (https://www.underlook.org/), Spon schrieb darüber auch einen Artikel: [...]
Gegen einen Perspektivwechsel kann man nichts haben. Der kann sehr interessant sein, siehe die Bilder von Andrius Burba (https://www.underlook.org/), Spon schrieb darüber auch einen Artikel: https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/tiere-von-unten-fotografiert-unter-die-pfoten-geguckt-a-1260889.html . Diese Fotos wirken allerdings iwie schräg... Nicht die Katze ist menschlich, sondern der Mensch affenartig. Persönlich finde ich den Ansatz der Fotos falsch.
pomodoroverde 06.08.2019
4. Quaelerei
Der Gesichtsausdruck der meisten Tiere spricht Baende. Freiwillig sieht das nicht aus. Die Katzen sind von unsichtbarer Hand hinten an den Schultern hochgezogen. Traurig anzusehen...
Der Gesichtsausdruck der meisten Tiere spricht Baende. Freiwillig sieht das nicht aus. Die Katzen sind von unsichtbarer Hand hinten an den Schultern hochgezogen. Traurig anzusehen...

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