Panorama

Porsche-SUV rast auf Gehweg

Berliner Polizei geht weiter von Unfall aus

Bei einem schweren Verkehrsunfall in Berlin starben am Freitag vier Menschen. Nun gab die Polizei weitere Details bekannt.

Foto: Paul Zinken/dpa
Samstag, 07.09.2019   11:07 Uhr

Im Fall des schweren Verkehrsunfalls in Berlin vom Freitagabend geht die Polizei weiterhin davon aus, dass der Fahrer ohne Vorsatz handelte.

Vier Menschen, darunter ein dreijähriger Junge, wurden an der Ecke Invalidenstraße und Ackerstraße im Stadtteil Mitte getötet, als ein Porsche-SUV über den Gehweg raste. Weitere fünf Menschen wurden verletzt, drei von ihnen - die Insassen des Fahrzeugs - schwer. "Alle Hinweise sprechen für einen Unfall", sagte eine Sprecherin dem SPIEGEL.

Auch den genauen Unfallhergang gab die Polizei nun bekannt: Der Geländewagen fuhr demnach aus Richtung Nordbahnhof die Invalidenstraße herauf und kam in Höhe der Ackerstraße aus bislang ungeklärter Ursache nach links von der Fahrbahn ab. Er überquerte den Gehweg, riss dabei einen Ampelmast und mehrere Poller um und kam erst zum Stehen, nachdem er einen Bauzaun durchbrochen hatte. "An dieser Darstellung gibt es keine Zweifel", sagte die Polizeisprecherin. Die genaue Ursache für den Unfall sei weiter unklar.

Neben dem kleinen Jungen starben zwei 28- und 29-jährige Männer und eine 64-jährige Frau, laut Berichten des "Tagesspiegel" handelte es sich um die Großmutter des getöteten Kleinkinds. Am Steuer saß ein 42-Jähriger, daneben eine Frau. Sie waren mit einem sechsjährigen Mädchen unterwegs. Dem Fahrer wurde anschließend Blut abgenommen, laut einer Pressemeldung der Polizei könnte ein medizinischer Notfall der Grund für den Unfall gewesen sein.

Die Feuerwehr suchte mit einer Wärmekamera den Ort ab, um sicherzugehen, dass alle Unfallopfer geborgen werden. "Wir wollen 100 Prozent ausschließen, dass nicht noch Verletzte oder unter Schock stehende Menschen sich hier verstecken oder verloren gegangen sind", sagte ein Feuerwehrsprecher. Notfallseelsorger kümmerten sich um Zeugen, die den Unfall beobachtet hatten. "Darunter ist auch die Mutter des Kleinkindes, die körperlich völlig unversehrt ist", sagt der Sprecher. Sie habe noch ein zweites Kind dabei gehabt.

Am Ort des Unfalls kamen am Samstagmorgen Dutzende Anwohner zusammen. Sie legten Blumen auf den Gehweg an der Kreuzung von Invalidenstraße und Ackerstraße und stellten Kerzen auf.

lmd

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