Panorama

Beziehung mit Kind

Toller Vater, mieser Freund

Liebespaar, next Level: Mit einem Kind führt man eine Beziehung unter Schlafmangel und Erwartungsdruck. In der neuen Folge von "Drei Väter - ein Podcast" geht es um Beziehungskiller, kalkulierten Streit und Sex.

Illustration: Lina Moreno/ Foto: Getty Images

Die Partnerschaft nach dem Kind: Vielleicht Verzicht, sicher Streit.

Ein Podcast von , Axel Rahmlow und Markus Dichmann
Dienstag, 28.05.2019   16:26 Uhr

Heute wird es schwierig. Bisher wurde in diesem Podcast über alles Mögliche gesprochen. Es ging um die Frage, was überhaupt ein guter Vater ist, die Geburt, die ersten Wochen, die Elternzeit, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und den Unterschied zwischen Mädchen und Jungen (hier eine Übersicht aller Folgen). Alles schön und gut. Aber was ist mit der eigenen Beziehung?

Drei Väter - ein Podcast #7 - Die Beziehung: Toller Vater, mieser Freund

Bei diesem Thema fließt alles irgendwie zusammen: Die Partnerschaft nach dem Kind. Das bedeutet Erwartungen. Vielleicht Verzicht, sicher Streit. Wer darf heute Abend seine Freunde sehen? Wer darf arbeiten gehen? Wann haben wir Zeit für uns? Für Sex? Gibt es uns überhaupt noch?

In der achten Folge von "Drei Väter - ein Podcast" sprechen wir - Jonas Leppin, Axel Rahmlow und Markus Dichmann - darüber, wie das funktionieren soll: Eine Beziehung zwischen Schlafmangel, Erschöpfung, Druck, aber, klar, eben auch großer Liebe.

Dafür haben wir etwa Daniel getroffen. Er ist seit einem Jahr Vater, schon etwas länger verheiratet. Daniel sagt: "Wir hatten uns am Anfang vorgenommen, dass wir ein Paar bleiben müssen. Mehr sein als nur Eltern - was man sich eben so vornimmt. Aber das ist alles Bullshit." Von der Beziehung die man einmal hatte, bleibe nicht mehr viel übrig. "Das Kind dominiert. Das ist Fakt", sagt Daniel.

Die Phase des Übergangs vom Liebespaar zum Elternpaar ist eine besondere Zeit. In dieser Episode sprechen wir mit Oliver Wolf, er arbeitet als Paarberater in Leipzig. Zu ihm kommen Männer und Frauen, die sich nach der Geburt ihres Kindes miteinander nicht mehr wohlfühlen.

"Es geht vor allem darum, dass man sich gegenseitig wieder wertschätzt", sagt Wolf. Oft reden Paare nicht mehr miteinander, sondern kommunizieren aneinander vorbei. Sprechen nur noch über den Terminkalender.

Ist Sex das Problem?

Zu Oliver Wolf kommen die meisten Paare, weil sie nicht mehr miteinander schlafen. Ist Sex also das Problem? "Ich würde es andersrum sagen: Es kann Beziehungen heilen", sagt Wolf. "Wie sehe ich denn meine Partnerin? Ist das die Mutter oder eine Frau?" Es ist eine hohe Kunst, mit sich selbst ins Gespräch zu kommen. Zu sehen, was einen stört. Überhaupt zu begreifen, dass einen etwas stört.

Männer ziehen sich in solchen Phasen häufig zurück, erklärt uns an einer anderen Stelle der Therapeut Björn Süfke. "Diese Nicht-Wahrnehmung eigener Gefühle ist ein Männlichkeitsproblem." Süfke fragt: "Wo sehen wir denn Männer, die uns Gefühle vorleben?"

In "Die Beziehung: Toller Vater, mieser Freund" sprechen wir über ein Notfall-Kit für Beziehungen, wenn es mit den Gefühlen schwierig wird. Wir erzählen von unseren eigenen Erfahrungen und fragen, wie es dabei eigentlich den Frauen geht?

Zum Schluss, als Gast, kommt die Schriftstellerin Juli Zeh zu Wort. "Natürlich verändert sich das Leben total und man vermisst gelegentlich die Vergangenheit", sagt Zeh. "Aber das hat nicht unbedingt etwas mit Mann oder Frau zu tun." Manchmal komme es nur darauf an, wer zuerst spricht. Diese Folge ist also bloß ein Anfang.

Lina Moreno / Foto: Sebastian Schneider

Beste Vaterfreuden: Jonas Leppin, Axel Rahmlow und Markus Dichmann

Was ist im Jahr 2019 ein guter Vater? Jede Woche will sich SPIEGEL ONLINE mit "Drei Väter - ein Podcast" dieser Frage nähern. Wir sprechen über Erwartungen an uns selbst, über Ansprüche von Müttern und der Gesellschaft. Dafür gehen wir raus, beobachten in Reportagen Väter, Mütter, Kinder oder sprechen mit Psychologen und Hebammen.

Dieser Podcast entsteht mit Unterstützung des Podcastlabels Viertausendhertz. Viertausendhertz produziert selbst Podcasts - zum Beispiel "Weißt du's schon?", ein kindgerechtes Podcast-Quiz (Hören Sie hier die erste Staffel über Vielaugenflieger, Scharfzahnheuler oder Schlauchnasentrampler und finden Sie die versteckten Hinweise).

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insgesamt 3 Beiträge
GoranBaranac 28.05.2019
1. Sicher Streit und Verzicht
Anders geht es auch nicht. In einer Beziehung reiben sich sowieso schon 2 Personen aneinander, dann kommt eine dritte (vierte,...) dazu die obendrein weder in der Lage ist sich zu artikulieren noch den Sinn von Geduld, Warten, [...]
Anders geht es auch nicht. In einer Beziehung reiben sich sowieso schon 2 Personen aneinander, dann kommt eine dritte (vierte,...) dazu die obendrein weder in der Lage ist sich zu artikulieren noch den Sinn von Geduld, Warten, oder Rücksicht kennt. Wer kleine Kinder hat lernt den Wert von Familie kennen. Unsere Eltern möchte ich nicht unter meinem Dach wohnen haben aber in der gleichen Stadt auf jeden Fall. Keinem Babysitter/Freund/Tagesmutter würde ich nachts um drei bei Brechdurchfall meine Kinder anvertrauen, Oma und Opa sind da unschlagbar. Ebenso steht es um die Zweisamkeit, wenn die Familie einem beisteht kann man sich auch hier (natürlich erst wenn die Kurzen aus dem gröbsten raus sind) mal Auszeiten gönnen - die naturgemäß nicht das Niveau der vor-Kinder-Ära erreichen aber immerhin auch schön sind. Verzicht gehört zum Leben dazu und eine gewisse Frusttoleranz ist Teil des Erwachsenendaseins. Aber das scheinen zu viele verlernt zu haben.
forscher Forscher 28.05.2019
2.
Erklärt mir mal eines: Wieso setzt ihr Kinder in die Welt? Ihr hättet Euer altes Leben ohne Probleme behalten können. Jetzt sitzt ihr im Podcast und erzählt davon, was für eine ultrakrasse Umstellung und wie unentspannt alles [...]
Erklärt mir mal eines: Wieso setzt ihr Kinder in die Welt? Ihr hättet Euer altes Leben ohne Probleme behalten können. Jetzt sitzt ihr im Podcast und erzählt davon, was für eine ultrakrasse Umstellung und wie unentspannt alles ist. Dass ihr keine Zeit mehr für Freunde habt und Euch dafür rechtfertigen müsst, wenn ihr mal raus wollt. Das hört sich für mich absolut nicht erstrebenswert an. Lohnt es sich denn? Würdet ihr es nochmal machen? Macht doch mal eine Episode darüber!
sh.stefan.heitmann 03.06.2019
3.
Wer gibt denn bitte sein Kind mit Brechdurchfall an irgendwen ab?
Zitat von GoranBaranacAnders geht es auch nicht. In einer Beziehung reiben sich sowieso schon 2 Personen aneinander, dann kommt eine dritte (vierte,...) dazu die obendrein weder in der Lage ist sich zu artikulieren noch den Sinn von Geduld, Warten, oder Rücksicht kennt. Wer kleine Kinder hat lernt den Wert von Familie kennen. Unsere Eltern möchte ich nicht unter meinem Dach wohnen haben aber in der gleichen Stadt auf jeden Fall. Keinem Babysitter/Freund/Tagesmutter würde ich nachts um drei bei Brechdurchfall meine Kinder anvertrauen, Oma und Opa sind da unschlagbar. Ebenso steht es um die Zweisamkeit, wenn die Familie einem beisteht kann man sich auch hier (natürlich erst wenn die Kurzen aus dem gröbsten raus sind) mal Auszeiten gönnen - die naturgemäß nicht das Niveau der vor-Kinder-Ära erreichen aber immerhin auch schön sind. Verzicht gehört zum Leben dazu und eine gewisse Frusttoleranz ist Teil des Erwachsenendaseins. Aber das scheinen zu viele verlernt zu haben.
Wer gibt denn bitte sein Kind mit Brechdurchfall an irgendwen ab?

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