Panorama

Nach der Geburt

"Es muss einen Vaterschutz geben"

Braucht es ein Recht für Väter, zu Hause zu bleiben? In der neuen Folge von "Drei Väter - ein Podcast" geht es um die ersten Wochen nach der Geburt - zwischen Bindungsangst und Sehnsucht nach Exzessen.

Illustration: Lina Moreno/ Foto: Getty Images

"Drei Väter"-Podcast: Schon in den ersten Wochen nach der Geburt haben es Väter vermeintlich leichter

Ein Podcast von , Axel Rahmlow und Markus Dichmann
Dienstag, 19.03.2019   17:21 Uhr

Heute soll es um die erste Zeit mit dem Kind gehen. Und dazu gleich mal eine Arbeitsthese: Schon die ersten Wochen zeigen, dass es Väter leichter haben. Denn trotz Umgewöhnung, Stress und Schlafmangel, können Männer schnell wieder in ihren Alltag zurück. Sie gehen ins Büro oder feiern, während Mütter ihr Leben oft radikal umstellen.

Drei Väter - ein Podcast #3 - Die ersten Wochen: Der Vater hat es leichter

Aber ist es so einfach? Die ersten Tage mit dem Kind sind auch für den Mann extrem wichtig. Gilt es doch, eine erste Bindung aufzubauen. Brauchen deshalb vielleicht auch Männer eine Art Vaterschutz? Gesetzlich garantiert und bezahlt?

"Ich finde es wichtig, dass Kinder von Anfang an die gleiche Nähe von beiden Eltern bekommen", sagt uns ein Vater. Eberhard Schäfer, Therapeut am Väterzentrum in Berlin, warnt: "Es gibt schon noch einen Unterschied zwischen einem frischgebackenen Vater und einer frischgebackenen Mutter. Der Vater hat das Kind erst mal nicht gekriegt. Den Unterschied würde ich gern so sichtbar lassen."

In den ersten beiden Folgen haben wir, Jonas Leppin, Axel Rahmlow und Markus Dichmann, über das Rollenbild des Vaters und die Geburt gesprochen (Hören Sie hier Folge eins: "Die Geburt: Mittendrin und nur Statist" und Folge zwei: Rollenbilder: "Ich wollte nicht Vater werden"). In der dritten Folge von "Drei Väter - ein Podcast", dem neuen Podcast von SPIEGEL ONLINE, geht es um das neue Leben mit Kind.

Wir sprechen über den Rollenwechsel, den wir als Väter erleben: "Viele Väter tun sich schwer. Ich habe schon oft gehört: Den ganzen Tag mit dem Kind, das ist schon langweilig. Aber natürlich nur hinter vorgehaltener Hand", sagt einer von uns. Dennoch: "Auch bei mir ist nach den ersten zwei Monaten ein Heimweh nach dem alten Leben gekommen."

"Ich kann mir manchmal ein Leben ohne unsere Kleine schon gar nicht mehr vorstellen", sagt dagegen ein anderer. Wir sprechen von der Sehnsucht nach Exzessen und über Mütter, die schnell wieder feiern gehen.

In Folge drei "Die ersten Wochen: Der Vater hat es leichter" treffen wir außerdem einen Vater, der in den ersten Tagen nach der Geburt kaum zu Hause war, weil er sich keine Auszeit im Beruf nimmt. Wie er und seine Freundin damit umgehen, erzählen sie bei einem Treffen. Und wir lernen eine Mutter kennen, die sich zu Beginn so viele Sorgen gemacht hat, dass sie die Verantwortung für das neue Baby nur sehr schlecht abgeben konnte. Was das mit ihr und dem Vater gemacht hat, sagt sie im Interview.

Sebastian Schneider

"Drei Väter - ein Podcast" mit Jonas Leppin, Axel Rahmlow und Markus Dichmann (v.l.)

Was ist im Jahr 2019 ein guter Vater? Jede Woche will sich SPIEGEL ONLINE mit "Drei Väter - ein Podcast" dieser Frage nähern. Wir sprechen über Erwartungen an uns selbst, über Ansprüche von Müttern und der Gesellschaft. Dafür gehen wir raus, beobachten in Reportagen Väter, Mütter, Kinder oder sprechen mit Psychologen und Hebammen.

Dieser Podcast entsteht mit Unterstützung des Podcastlabels Viertausendhertz. Viertausendhertz produziert selbst Podcasts - zum Beispiel das Interviewformat "Elementarfragen". Hören Sie hier ein Gespräch mit dem Psychiater und Kabarettisten Manfred Lütz ("Irre - Wir behandeln die Falschen") über psychische Krankheiten, wo sie beginnen und weshalb sie noch immer stigmatisiert sind.

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insgesamt 7 Beiträge
timtom2222 19.03.2019
1.
Das recht für Väter zuhause zu bleiben gibt es bereits, sofern das Unternehmen mindestens 16 Angestellte hat!
Das recht für Väter zuhause zu bleiben gibt es bereits, sofern das Unternehmen mindestens 16 Angestellte hat!
gaby66 19.03.2019
2. Jaja...
..."Den ganzen Tag mit dem Kind, das ist schon langweilig. ." sagt der Vater. Fakt ist doch, dass sich die Frage gar nicht stellt: derjenige, der weniger Kohle nach Hause trägt, der kümmert sich um die Brut... oder [...]
..."Den ganzen Tag mit dem Kind, das ist schon langweilig. ." sagt der Vater. Fakt ist doch, dass sich die Frage gar nicht stellt: derjenige, der weniger Kohle nach Hause trägt, der kümmert sich um die Brut... oder etwa nicht? Und an dieser Idee sind alle beide beteiligten Aufzüchtler Schuld. Also hören wir doch mal mit diesen Schuldzuweisungen auf: Weder der arme Vater, noch die arme Mutter braucht einen besonderen Schutz. Wenn jeder mit einem gewissen Maß an Selbstvertrauen und Selbstverständnis (und Verständnis für den anderen!) an diese Situation heran gehen würde, müssten sich keine Forscher damit auseinander setzen. Leider scheint das Selbstvertrauen bei der männlichen Seite der Bevölkerung deutlich ausgeprägter zu sein - aber das ist wieder ein anderes Problem. Jedenfalls ist es wirklich lächerlich, einen Mann dafür zu feiern, dass er in seiner Elternzeit im Kindergarten Muffins für die ganze Baggage backt. Da hätte ich auch schon längst das Bundesverdienstkreuz bekommen. Naja, jede Nation bekommt die Presse, die sie verdient.
Schreibturm 19.03.2019
3. @gaby66
"Jedenfalls ist es wirklich lächerlich, einen Mann dafür zu feiern, dass er in seiner Elternzeit im Kindergarten Muffins für die ganze Baggage backt." Sie können es kaum ertragen, dass sich ausnahmsweise mal ein [...]
"Jedenfalls ist es wirklich lächerlich, einen Mann dafür zu feiern, dass er in seiner Elternzeit im Kindergarten Muffins für die ganze Baggage backt." Sie können es kaum ertragen, dass sich ausnahmsweise mal ein "Gender"-Thema um Männer dreht um nicht um Frauen oder? Was ist eigentlich ihr Problem? Jahrelang, ja eigentlich sogar jahrzehntelang wird gefordert, dass Männer endlich mehr aktiv bei der Erziehung mitwirken sollen und wenn sie es dann machen, dann haben sie immer noch zu meckern. Was wollen Sie eigentlich? Ist doch toll wenn Männer gelobt werden, wenn Sie sich endlich einbringen. Macht man doch bei Frauen auch, wo es nicht so selbstverständlich ist: https://www.mestemacher.de/gleichstellungsaktivitaeten/mestemacher-preis-managerin-des-jahres/
DiegoMarlasca 19.03.2019
4.
Ich hatte bei der Geburt unseres ersten Kindes Anspruch auf einen Tag. Schlaflose Nacht, das Kind kam an einem Freitag um 6.00h morgens zur Welt. Von Ausruhen keine Spur. Nach zwei Stunden Schlaf die Schwiegermutter zum [...]
Ich hatte bei der Geburt unseres ersten Kindes Anspruch auf einen Tag. Schlaflose Nacht, das Kind kam an einem Freitag um 6.00h morgens zur Welt. Von Ausruhen keine Spur. Nach zwei Stunden Schlaf die Schwiegermutter zum Krankenhaus gefahren und sonst auch nur das gesamte Wochenende zwischen Krankenhaus und Wohnung gependelt. Zum Abholen am Montag musste ich schon Urlaub nehmen. Ich lebe seit ja. 10 Jahren in Spanien und hier haben alle Männer Anrecht auf 4 Wochen Urlaub bei der Geburt, um sich um die Familie zu kümmern. Man merkt diesen Vorteil besonders, wenn man noch weitere Kinder zu betreuen hat. Bei der zweiten Geburt war meine Frau nicht in der Lage unser erstes Kind während der ersten Woche in den Kindergarten zu bringen und ich war morgens um 7 aus dem Haus und nicht vor 18h zurück.
nichtstreifenfrei 20.03.2019
5. dann bitte unter anderem Namen
Mutterschutz ist dazu da, dass sich die Mutter von der Geburt erholen kann. Das brauchen Väter nun wirklich nicht. Wenn es freie Tage geben soll, dann unter anderem Namen. Ich denke allerdings, Mann kann einfach Urlaub nehmen und [...]
Mutterschutz ist dazu da, dass sich die Mutter von der Geburt erholen kann. Das brauchen Väter nun wirklich nicht. Wenn es freie Tage geben soll, dann unter anderem Namen. Ich denke allerdings, Mann kann einfach Urlaub nehmen und gut. Danach kann er ja schön Elternzeit gehen.

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