Panorama

Gefahr durch Hurrikan "Dorian"

South Carolina und Georgia evakuieren komplette Atlantikküste

Hurrikan "Dorian" wälzt sich über den Atlantik - und in South Carolina greift man zu umfassenden Vorsichtsmaßnahmen: Alle Bewohner der Meeresküste müssen ihre Häuser räumen. Der Bundesstaat Georgia zog nach.

Foto: NASA EARTH OBSERVATORY HANDOUT/ EPA-EFE/ REX
Montag, 02.09.2019   11:53 Uhr

Bange verfolgen viele Amerikaner derzeit den Kurs von Sturm "Dorian". Dieser bewegte sich am Sonntagabend (Ortszeit) mit sieben Stundenkilometern westwärts. Wegen des nahenden Hurrikans hat der US-Bundesstaat South Carolina nun eine Evakuierung seiner kompletten Küste angeordnet.

Die Anwohner müssen sich ab Montagmittag in Sicherheit bringen, wies Gouverneur Henry McMaster am Sonntag (Ortszeit) an. Der Hurrikan der gefährlichsten Kategorie soll dort nicht vor Mittwoch eintreffen. Prognosen zufolge dürfte "Dorian" von den Bahamas kommend frühestens am Montagabend Florida erreichen.

Die Evakuierung des knapp 300 Kilometer langen Küstenstreifens soll nach örtlichen Medienberichten bis zu 830.000 Menschen betreffen, was keine populäre Maßnahme sein dürfte. "Wir können nicht alle Menschen zufriedenstellen, aber wir können alle Menschen am Leben erhalten", sagte McMaster bei einer Pressekonferenz. Schulen und Behörden in den Gebieten würden geschlossen bleiben.

Fotostrecke

Hurrikan "Dorian": Großeinsatz am Atlantik

Stunden nach dieser Ankündigung erklärte auch der Bundesstaat Georgia, dass die Bewohner in den Küstenorten ihre Häuser verlassen müssen. Hier sind rund 540.000 Menschen betroffen.

Meteorologen erwarteten, dass "Dorian" unmittelbar vor Florida nach Norden abdrehen wird und dann zerstörerische Winde, Sturmfluten und heftige Regenfälle in die nördlich angrenzenden Bundesstaaten Georgia, North Carolina und eben South Carolina bringen wird.

Das Zentrum des Hurrikans war am Sonntag mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 295 Kilometern pro Stunde auf die nördlichen Bahamas getroffen. Dort drohten lebensgefährliche Sturmfluten von bis zu sieben Meter Höhe. Experten befürchteten infolge des Hurrikans große Schäden. Der Wirbelsturm war zuletzt auf die höchste Kategorie fünf hochgestuft worden.

400.000 Bewohner der Bahamas sind in großer Sorge

Auf der Bahamas-Insel Abaco haben zahlreiche Menschen in Schulen, Kirchen und anderen Schutzräumen Zuflucht gesucht. Anwohner berichteten von Stromausfällen, umgestürzten Bäumen, unpassierbaren Straßen und zerstörten Bootsanlegern.

"Der Wind heult so, wie wir es nie zuvor gehört haben", sagte Silbert Mills, 59, vom Bahamas Christian Network, der mit seiner Familie in einem Haus auf Abaco ausharrt.

Die Behörden der Bahamas hatten die Bürger bis zuletzt dringend aufgefordert, sich in Notunterkünfte und höhergelegene Orte zu begeben. In dem Inselstaat leben knapp 400.000 Menschen.

Es ist der gewaltigste Hurrikan, der die Inselgruppe seit Beginn der modernen Aufzeichnungen je getroffen hat, berichtete das US-Hurrikanzentrum. Der Sturm bewegt sich sehr langsam vorwärts und wird wohl einige Stunden lang über den Bahamas wüten.

jok/dpa

insgesamt 3 Beiträge
edds 02.09.2019
1. Seit wann ...
"Es ist der gewaltigste Hurrikan, der die Inselgruppe seit Beginn der modernen Aufzeichnungen je getroffen hat, berichtete das US-Hurrikanzentrum." Seit wann gibt es denn die "modernen Aufzeichnungen"?
"Es ist der gewaltigste Hurrikan, der die Inselgruppe seit Beginn der modernen Aufzeichnungen je getroffen hat, berichtete das US-Hurrikanzentrum." Seit wann gibt es denn die "modernen Aufzeichnungen"?
Beat Adler 02.09.2019
2.
Es ist tatsaechlich so, dass die Basis, um SIGNIFIKANTE statistische Daten zu erarbeiten, bei Wirbelstuermen mager ist. Zuverlaessige Angaben ueber Wirbelstuerme gibt es erst seit den ersten Meteosatelliten, also etwa 30 [...]
Zitat von edds"Es ist der gewaltigste Hurrikan, der die Inselgruppe seit Beginn der modernen Aufzeichnungen je getroffen hat, berichtete das US-Hurrikanzentrum." Seit wann gibt es denn die "modernen Aufzeichnungen"?
Es ist tatsaechlich so, dass die Basis, um SIGNIFIKANTE statistische Daten zu erarbeiten, bei Wirbelstuermen mager ist. Zuverlaessige Angaben ueber Wirbelstuerme gibt es erst seit den ersten Meteosatelliten, also etwa 30 Jahre. Vorher hiess es immer: Nach Menschengedenken. Was unsere Wetterfroesche wissen, ist, das es nicht beliebig viele Wirbelstuerme geben kann: Ihre Gesamtanzahl fuer jedes Meeresgebiet beschrankt ist. Was sie vermuten ist, dass die Staerke pro Sturm, wegen der Erwaermung des Meeres-Oberflaechen-Wassers, zunimmt. Je staerker die Globale Erwaermung zuschlaegt, desto staerker die Wirbelstuerme aber nicht mehr in ihrer Anzahl. 2019 zeigte zudem eine Besonderheit, die meines Wissens bisher nie vorkam: Ein Wirbelsturm auf der Suedhemisphaere gleichzeit wie auf der Nordhemisphaere, der 2. Wirbelstrum, der in Mozambique einschlug zusammen mit einem Wirbelsturm in der Bay of Bengal. mfG Beat
Andre83 02.09.2019
3.
Wettersatelliten gab es schon vor 1989 und mit Flugzeugen mit Wetterradar fliegt man schon seit ende des zweiten Weltkrieges in Hurrikans zur Datensammlung.
Zitat von Beat AdlerEs ist tatsaechlich so, dass die Basis, um SIGNIFIKANTE statistische Daten zu erarbeiten, bei Wirbelstuermen mager ist. Zuverlaessige Angaben ueber Wirbelstuerme gibt es erst seit den ersten Meteosatelliten, also etwa 30 Jahre. Vorher hiess es immer: Nach Menschengedenken. Was unsere Wetterfroesche wissen, ist, das es nicht beliebig viele Wirbelstuerme geben kann: Ihre Gesamtanzahl fuer jedes Meeresgebiet beschrankt ist. Was sie vermuten ist, dass die Staerke pro Sturm, wegen der Erwaermung des Meeres-Oberflaechen-Wassers, zunimmt. Je staerker die Globale Erwaermung zuschlaegt, desto staerker die Wirbelstuerme aber nicht mehr in ihrer Anzahl. 2019 zeigte zudem eine Besonderheit, die meines Wissens bisher nie vorkam: Ein Wirbelsturm auf der Suedhemisphaere gleichzeit wie auf der Nordhemisphaere, der 2. Wirbelstrum, der in Mozambique einschlug zusammen mit einem Wirbelsturm in der Bay of Bengal. mfG Beat
Wettersatelliten gab es schon vor 1989 und mit Flugzeugen mit Wetterradar fliegt man schon seit ende des zweiten Weltkrieges in Hurrikans zur Datensammlung.

Mehr im Internet

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung

TOP