Panorama

US-Ostküste

Hurrikan "Dorian" ändert seinen Kurs

Gute Nachrichten für Florida, Bangen auf den Bahamas: Der als extrem gefährlich eingestufte Hurrikan "Dorian" könnte abdrehen und die USA weiter nördlich - und abgeschwächt - erreichen. Doch sicher ist das nicht.

AFP
Samstag, 31.08.2019   19:36 Uhr

Der Hurrikan "Dorian" hat seinen Kurs geändert und wird vielleicht nicht mehr direkt auf die Ostküste Floridas treffen. Der Wirbelsturm soll in Küstennähe nördlich abdrehen und sich abschwächen, wie das Nationale Hurrikan-Zentrum am Samstag mitteilte.

Florida hatte zuvor den Notstand ausgerufen und erste Zwangsevakuierungen angeordnet: Bewohner vorgelagerter Inseln, potenzieller Überflutungsgebiete und wenig stabiler Behausungen sollten sich spätestens am Sonntagmorgen in Sicherheit bringen. Der Sturm erreichte Windgeschwindigkeiten von rund 225 Kilometern pro Stunde.

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Hurrikan "Dorian": Sandsäcke und verrammelte Fenster

Politiker riefen Anwohner auf, sich mit ausreichenden Vorräten an Trinkwasser, Essen und Medizin einzudecken. Zudem solle jede Familie genügend Benzin haben, um das Gebiet im Fall einer Evakuierung rasch verlassen zu können, hieß es. Bilder zeigten Menschen, die sich in Supermärkten mit Vorräten versorgten, an Tankstellen bildeten sich teils lange Schlangen. Zahlreiche Bürger füllten Sandsäcke, um sich gegen Überschwemmungen zu wappnen.

"Dorian" ist ein "extrem gefährlicher" Hurrikan der Stärke vier von fünf, der an Land typischerweise zu großer Zerstörung führen würde: Häuser werden abgedeckt oder brechen zusammen, Bäume und Strommasten knicken ein; die Versorgung mit Strom, Trinkwasser und Kommunikationsnetzen kann für Tage oder Wochen kollabieren.

Notstand in drei Bundesstaaten

Selbst wenn der Sturm abdreht und statt wie vorhergesagt in Florida in den US-Bundesstaaten North Carolina und South Carolina weiter nördlich auf Land trifft, müssen Teile aller drei Bundesstaaten zum Wochenbeginn mit starkem Regen, gefährlichen Überflutungen und zerstörerischen Winden rechnen.

Der Gouverneur von South Carolina, Henry McMaster, verhängte für den Bundesstaat am Samstag ebenfalls den Notstand, um die behördlichen Vorbereitungen für den Hurrikan zu beschleunigen. "Wegen der Stärke und Unvorhersehbarkeit des Sturms, müssen wir uns für jedes mögliche Szenario vorbereiten", erklärte er. Auch Georgia hatten den Notstand erklärt.

Sollte der Sturm seinen Kurs erneut ändern, sei jedoch nicht auszuschließen, dass er doch noch auf Florida treffen könnte, warnte das US-Hurrikan-Warnzentrum NHC. Den Voraussagen zufolge soll "Dorian" am Sonntag die Bahamas erreichen. Dort sei eine "lang anhaltende Phase lebensgefährlicher Sturmfluten und zerstörerischen Windes" zu erwarten, warnte das NHC.

lov/AFP/dpa

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