Panorama

Kommission eingesetzt

Papst lässt über weibliche Diakone nachdenken

In der katholischen Kirche können bisher nur Männer Diakone werden. Nun soll eine Kommission im Vatikan diese Vorschrift hinterfragen.

AFP/OSSERVATORE ROMANO

Papst Franziskus

Dienstag, 02.08.2016   15:24 Uhr

Papst Franziskus hat eine Kommission eingesetzt, die prüfen soll, ob Frauen zum Diakonat zugelassen werden können. Dem Gremium gehören sieben Männer und sechs Frauen an. Wann es die Arbeit aufnehmen soll, ist unklar.

Der Papst hatte im Mai erklärt, er sei zur Einsetzung einer solchen Kommission bereit. Das Oberhaupt der katholischen Kirche hat bereits wiederholt seinen Willen bekundet, etwas gegen die große Ungleichheit zwischen Männern und Frauen in der katholischen Kirche zu tun. Bislang hatte der 79-jährige Argentinier aber kaum konkrete Maßnahmen ergriffen.

Eine Stufe unter dem Priester

Diakone stehen in der katholischen Hierarchie eine Stufe unter dem Priester. Sie übernehmen Aufgaben im liturgischen Dienst, etwa die Mitwirkung bei der Messfeier, und sind seelsorgerisch tätig. Diakone dürfen in Messfeiern die Predigt halten, das Sakrament der Taufe spenden, beim Spenden des Ehesakraments assistieren und Trauergottesdienste halten.

Das Diakonat wurde lange vornehmlich als Vorstufe zum Priesteramt betrachtet. Das Zweite Vatikanische Konzil in den Sechzigerjahren etablierte das Diakonat aber als dauerhaftes Kirchenamt, das auch verheiratete Männer übernehmen können.

Dass auch das Priesteramt für Frauen geöffnet werden könnte, hat Franziskus explizit ausgeschlossen. Seine Vorgänger, insbesondere Papst Johannes Paul II., hätten diese Frage lange geprüft, bevor sie sich dagegen entschieden hätten.

sms/dpa/AFP

insgesamt 37 Beiträge
heitergehtsweiter... 02.08.2016
1. Mal wieder...
versucht Franziskus ein Fenster zu öffnen, um durchzulüften. Einige hat er schon aufgestoßen, andere klemmen. Manche sind seit Jahrhunderten zugemauert. Für das Öffnen klemmender Fenster braucht man Fingergefühl und hin und [...]
versucht Franziskus ein Fenster zu öffnen, um durchzulüften. Einige hat er schon aufgestoßen, andere klemmen. Manche sind seit Jahrhunderten zugemauert. Für das Öffnen klemmender Fenster braucht man Fingergefühl und hin und wieder einen kräftigen Ruck. Außerdem eine Menge Beharrlichkeit und Geduld. Ich finde, er macht das ganz prima. Ein Papst ist schließlich keine Abrissbirne.
karlgerhardjaeger 03.08.2016
2.
Das hooechste Gebot nach dem Gruender der Kirche ist das Liebesgebot.Wenn jemand im falschen Körper geboren wurde und deshalb eine Korrektur möchte wuerde das Hoechste in seiner unendlichen Liebe das nicht wollen? Sollte die [...]
Das hooechste Gebot nach dem Gruender der Kirche ist das Liebesgebot.Wenn jemand im falschen Körper geboren wurde und deshalb eine Korrektur möchte wuerde das Hoechste in seiner unendlichen Liebe das nicht wollen? Sollte die goettliche Liebe weniger Gehoer finden als das was ein ehemaliger Papst davon haelt.Wer ist denn der einzige heilige Vater? nur sein liebevoller und barmherziger Wille geschehe. Zuneigung
Analog 03.08.2016
3. Das Thema ist nun wirklich nicht neu.
Warum sollte die Kirche jetzt erst darüber "nachdenken", ob weibliche Diakone in die kath. Welt passt. Für mich ist das nur Zeitgewinn und ein paar Jahre später, lesen wir dann hier, dass die Kommission es sich schon [...]
Warum sollte die Kirche jetzt erst darüber "nachdenken", ob weibliche Diakone in die kath. Welt passt. Für mich ist das nur Zeitgewinn und ein paar Jahre später, lesen wir dann hier, dass die Kommission es sich schon in Zukunft...
Sumerer 03.08.2016
4.
Bei Ihrem Beispiel passt die Physiologie des menschlichen Körpers nicht zur vorgeburtlich schon gesteuerten Gehirnentwicklung - nur etwas anders als bei homosexuell veranlagten Menschen. Dazu wird kein absolut fehlerhaft [...]
Zitat von karlgerhardjaegerDas hooechste Gebot nach dem Gruender der Kirche ist das Liebesgebot.Wenn jemand im falschen Körper geboren wurde und deshalb eine Korrektur möchte wuerde das Hoechste in seiner unendlichen Liebe das nicht wollen? Sollte die goettliche Liebe weniger Gehoer finden als das was ein ehemaliger Papst davon haelt.Wer ist denn der einzige heilige Vater? nur sein liebevoller und barmherziger Wille geschehe. Zuneigung
Bei Ihrem Beispiel passt die Physiologie des menschlichen Körpers nicht zur vorgeburtlich schon gesteuerten Gehirnentwicklung - nur etwas anders als bei homosexuell veranlagten Menschen. Dazu wird kein absolut fehlerhaft wirkender Gott benötigt. Das geht auch völlig ohne. Ihre Vorstellung von liebevoll und barmherzig ist also falsch. Es ist nur der Mensch der seinem Gehirn solche Konstruktionen verzweifelnd abringt.
Sumerer 03.08.2016
5.
Es gab schon eine Päpstin. Und Priesterinnen sind aus dem Altertum zu Hauf bekannt. Und wer könnte Liebe schon besser vorleben als eine Mutter? Ein Fest für Männer, das fordere ich.
Zitat von AnalogWarum sollte die Kirche jetzt erst darüber "nachdenken", ob weibliche Diakone in die kath. Welt passt. Für mich ist das nur Zeitgewinn und ein paar Jahre später, lesen wir dann hier, dass die Kommission es sich schon in Zukunft...
Es gab schon eine Päpstin. Und Priesterinnen sind aus dem Altertum zu Hauf bekannt. Und wer könnte Liebe schon besser vorleben als eine Mutter? Ein Fest für Männer, das fordere ich.
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