Panorama

Waldbrände in Griechenland

"Flammen, die 20 bis 30 Meter hoch sind"

Wegen Waldbränden hat Griechenland die EU um Hilfe gebeten. Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis brach seinen Urlaub ab. Mehrere Dörfer wurden evakuiert.

ANGELOS TZORTZINIS/AFP

Löscharbeiten auf Euböa: Brände halten Einsatzkräfte und Bewohner in Atem

Dienstag, 13.08.2019   18:12 Uhr

In Griechenland und auf Zypern wüten seit Tagen Brände. Nach wochenlanger Dürre und bei starken Winden sind am Dienstag den dritten Tag in Folge zahlreiche Feuer ausgebrochen. Am schlimmsten sei die Lage auf der Insel Euböa und in der Region um die Stadt Theben nördlich der griechischen Hauptstadt Athen, teilte die Feuerwehr mit.

Griechenlands neuer Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis hat angesichts des Brandes auf Euböa seinen Urlaub abgebrochen. Der Regierungschef kehre früher als geplant von seiner Heimatinsel Kreta zurück, berichtete der staatliche Fernsehsender ERT. Griechenland hat wegen der Brände das Europäische Amt für humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz um Hilfe gebeten.

Auf Euböa brennt ein dichter Pinienwald. "Wir haben Flammen, die 20 bis 30 Meter hoch sind", sagte ein Sprecher der Feuerwehr einem griechischen Radiosender. Bislang gebe es keine Verletzten oder Toten. Wegen der starken Rauchbildung könnten Löschflugzeuge nur begrenzt eingesetzt werden. Mehrere Dörfer und ein Kloster werden evakuiert.

"Asche wie Schneeflocken"

Brände hatte es auch auf der Touristeninsel Thassos und in Westgriechenland gegeben. Diese wurden aber am Nachmittag gelöscht. Am Wochenende hatte ein Großbrand Teile der Touristeninsel Elafonissos verwüstet. Auch nahe der historischen Stadt Theben kämpften Feuerwehrleute und freiwillige Helfer gegen die Flammen.

Die Auswirkungen der Brände spürten auch die Einwohner Athens: Die Winde trieben Rauchschwaden bis in die etwa 90 Kilometer von Euböa und Theben entfernte griechische Hauptstadt. Beißender Geruch verbrannten Holzes machte den Menschen zu schaffen. In einigen Vororten ging "Asche wie Schneeflocken nieder", sagten Augenzeugen dem lokalen Rundfunk.

Ärzte rieten älteren Menschen und Einwohnern, die unter Atemwegsproblemen leiden, zu Hause zu bleiben. Besser war am Dienstag die Lage auf der Mittelmeerinsel Zypern. Dort konnten nach Angaben der Regierung die Flammen im Gebiet nördlich der Hafenstadt Limassol unter Kontrolle gebracht werden.

bbr/dpa/AFP/AP

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